Monikas Keller

'Monikas Keller', der erste Band aus der Reihe: 'Das erotische Tagebuch der Marion F.'Am 4. Oktober 2015 erschien bei Kindle eBook mein erster erotischer Erzählband „Monikas Keller“ aus der Reihe „Das erotische Tagebuch der Marion F.“

Darum geht es:

Monika richtet sich im Keller ihres Hauses einen Hobbykeller ein, nachdem ihr Mann sie wegen einer Philososphiestudentin verlassen hat. Im Keller sammelt sie Toys aller Art und widmet sich ihren erotischen Fantasien.
Als sie eines Abends mit ihren Freundinnen Sarah und Marion bei einem Cocktail zusammensitzt, beschließen die drei, jetzt endlich auf die Suche nach einem Mann zu gehen, mit dem Monika ihre diverse Spielzeuge ausprobieren kann.

Leseprobe:

Wir saßen vor dem Le Malve, einer italienischen Bar im Hamburger Schanzenviertel. Vor uns auf der Granitplatte des Bistrotischs standen ein Sgroppino, ein Gazzera Grillo und ein Caffè Crema, an denen wir gelegentlich nippten, während wir die Menschen beobachteten, die an uns vorüberliefen. Wir, das waren Monika, Sarah und ich. Drei Freundinnen, die sich seit Jahren kannten und immer für ein Abenteuer bereitstanden.

Schräg über uns rumpelte eine S-Bahn über die Brücke am Bahnhof. Die Augustsonne hatte die Stadt aufgeheizt, nun aber beschlossen, es für heute gut sein zu lassen und gemächlich unterzugehen. Die Leute um uns herum trugen nur das Nötigste am Leib, genau wie wir. Hier vor der Bar war der ideale Platz, die Abkühlung der Dämmerung zu genießen. Und Männer zu taxieren.

Monika war von uns dreien am Gespanntesten. Sie richtete ihre Konzentration auf die Passanten. Es war ihr Tag. Ihr Keller, den wir endlich einweihen wollten. Deswegen überließen wir ihr die Wahl. Was uns nicht daran hinderte, unsere Kommentare abzugeben, sobald sie einem der Vorübergehenden einen zweiten Blick schenkte. Sie war Mitte dreißig, trug einen Bob in Blur-Optik und war seit ihrer Scheidung vor einem Jahr nicht mehr gevögelt worden.

Während die ganze Aktion für mich einem Spiel glich, wirkte Sarah ein klein wenig verkrampft. Alle paar Sekunden griff sie nach ihrem Sgroppino, trank jedoch nicht, sondern benetzte lediglich die Oberlippe, stellte das Glas wieder ab, schob es zurecht, nippte erneut. Ihr Blick auf die Typen, die an unserem Tisch vorüberschlenderten, war verhalten. Sah ein Mann sie direkt an, wendete sie ihr Gesicht und begann, mit ihrem Cocktail zu hantieren. Vielleicht lag das daran, dass sie von uns Dreien mit Ende zwanzig die Jüngste war.

Vor etwa zehn Jahren hatte sie sich mit Tobias liiert, den sie seit der Grundschule kannte. Monika und ich hielten ihn für einen Puritaner, dem zum Thema Erotik nicht viel mehr einfiel als das alte Rein-Raus-Spiel. Sarah redete nicht gern darüber. In Bezug auf Sex wirkte sie mitunter erschreckend verschämt. Schon zum Kauf der Lederhose, die sie heute Abend trug, hatten wir sie mühsam überreden müssen. Wir ahnten, wie gut ihr kleiner, knackiger Po darin aussehen würde.

Ich versuchte, die Stimmung mit meinem Palaver etwas zu entspannen.

„Meiner Erfahrung nach braucht man bei den Männern keine große Überredungskunst“, sagte ich, um Monika Mut zu machen. Ich nahm einen Schluck Weißwein. „Wenn mir ein Typ gefällt, gehe ich auf ihn zu und sage, ich habe Lust, mit ihm zu schlafen. Das klappt fast immer.“

Sie sah mich irritiert an. „Liegt vielleicht an deiner Figur. Und daran, dass du mit Mitte dreißig noch auf junges Mädchen machst mit deinen langen Haaren und dem ausgefeilten Young-Urban-Style“, knurrte sie. Die Falten um ihren Mund vergrößerten sich wie an einer zu engen Hose beim Aufstehen.

Ich nahm ihr den Seitenhieb nicht krumm. Ich kannte sie. Sie und ihre Geschichte.

Sie war ein Fan dieser gotischen Horrorgeschichten. Otranto, Northanger Abbey, Rebecca und so. Ihr wisst schon, alte Gemäuer, düstere Gemächer, dunkle Geheimnisse … Als ihr Mann Daniel sie wegen einer Philosophiestudentin verließ, brach eine gewisse sadistische Ader bei ihr durch. Sie richtete sich im Keller des Hauses, das sie bei der Scheidung rausgeschlagen hatte, eine kleine Kammer ein, mit all dem Zeug, das man in einschlägigen Läden halt so kaufen kann. Und jedes Mal, wenn sie mit einem neuen Utensil von ihren Einkaufstouren über die Reeperbahn zurückkam, ging sie in den Kellerraum und stellte sich genüsslich vor, wie sie das Tool an ihrem Ex-Mann ausprobierte.

„Ich werde nie das Glänzen in deinen Augen vergessen, als du uns deine Peitschenkollektion gezeigt hast“, sagte ich.

„Du musst zugeben“, antwortete Monika, „es sind ein paar schöne Stücke darunter. Ästhetisch, meine ich. Denk nur an die Gerte mit den Swarovski-Kristallen am Griff.“

„Stimmt schon. Obwohl ich mir immer noch nicht vorstellen kann, was du mit dem Zeug anfangen willst“, sagte Sarah. „Dieser übergroße Analplug, den du dir besorgt hast, hat mir richtig Angst gemacht.“

Monika lachte und ihr Blick bekam etwas Verträumtes. „Wie oft habe ich mir vorgestellt, dieses Teil in Daniels Hintern zu treiben.“

Die Bilder in Monikas Kopf richteten sich nicht allein gegen Daniel. Sie dienten einer Abrechnung mit dem Sexualtrieb der Männer schlechthin. Ich fand das kauzig, hatte aber Lust, dabei mitzuspielen, weniger aus Frustration, sondern weil ich mir des erotischen Potentials einer solchen SM-Nummer bewusst war.

An diesem Abend hatten wir uns in Monikas Hausbar ein wenig vorgewärmt. Und in unserer leicht alkoholisierten Stimmung beschlossen Monika und ich, ihr Keller müsse nun endlich einmal zünftig eingeweiht werden. Sarah war immer kleinlauter geworden.

„Was, wenn der Kerl nachher Anzeige erstattet?“, war einer ihrer Einwände.

„Wir sind drei junge Frauen, die bezeugen, dass er aus freien Stücken mitkam“, erwiderte ich leichthin.

„Aber wenn wir ihn versehentlich verletzen? Ich meine, von uns hat doch niemand Erfahrungen mit diesen Sextoys. Was, wenn er sich durch den Plug eine Fissur zuzieht?“

„Der Plug ist für Daniel gedacht“, sagte Monika. „Falls er tatsächlich noch mal den Mut aufbringt, im Haus vorbeizuschauen. Bei mir liegen noch etliche seiner CDs und DVDs. Und die Bücher haben wir auch nie ordentlich auseinander sortiert. Immerhin hat er noch einen Schlüssel.“

Sarah versuchte eine Weile lang, uns die Sache auszureden. Aber wir hatten uns in den Kopf gesetzt, den heutigen Abend zum Spieleabend zu machen, und uns auf den Weg in die Schanze begeben.

Jeden Mann, der an uns vorbeiging, musterten wir kritisch. Der eine war uns zu fett, der nächste wirkte zu brav …

„Mir wäre ein Anzugträger am Liebsten“, sagte Sarah. „Die sind sauber, distinguiert, und in der Regel kümmern sie sich auch um ihre Fitness.“

„Nur verirren die sich selten ins Schanzenviertel“, antwortete ich. „Wenn du so einen Yuppie willst, müssten wir rüber nach Ottensen.“

„Bloß nicht“, sagte Monika und verzog das Gesicht. „Am Ende stoßen wir dort auf Daniel oder einen seiner Freunde. Und von denen möchte ich nicht unbedingt beim Flirten beobachtet werden.“

„Wie sieht denn dein idealer Mann für diese Nacht aus?“, fragte ich Monika.

Sie überlegte und ließ ihren Blick über die Männer auf der Straße gleiten. „Gern ein paar Jahre jünger als ich. Muskulös. Vielleicht ein Drei-Tage-Bart. Oder eben glatt rasiert. Leger gekleidet, aber mit Schuhen, die zeigen, dass er kein Student mehr ist.“

„So ein Adonis wie der dort hinten?“, fragte ich.

Monika drehte sich um und musterte den jungen Mann, der mit gemächlichen Schritten in unsere Richtung kam.

„Ja, der könnte mir gefallen “, sagte sie.

„Dann sprich ihn an“, sagte ich.

„Und was soll ich sagen?“

Ich spürte, sie würde ihn vorübergehen lassen und sprang daher ein.

„Entschuldige“, rief ich, während ich auf ihn zuging. „Hättest du ein paar Minuten für uns drei?“

Er sah mich amüsiert an. „Worum geht es?“

„Dreht sich in dieser Welt nicht letztlich alles um Sex?“, erwiderte ich.

„Klingt vielversprechend“, sagte er und setzte sich zu uns.

[Ende der Leseprobe]     amazon Button

Wer will, kann gern einen Kommentar zu diesem Einstieg in die Geschichte posten. 🙂

Lieben Gruß,

Sandra

 

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