Alle Beiträge von Sandra Manther

Geboren 1981 in Krefeld. Studierte Mediendesign an der hdpk Berlin. Der Liebe wegen ging sie nach Hamburg, wo sie heute als Webdesgnerin in einer bekannten Werbeagentur arbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann Marc und den Katzen Mandu und Tharsis in einem Haus im Westen der Stadt.

Reclaiming Eve: Warum “nackt” nicht automatisch “verfügbar” heißt

Wenn in unserer Kultur eine nackte Frau auftaucht, schiebt sich sofort eine alte Erzählung davor: Scham, Schuld, Versuchung, Sündenfall. Eva als Ursprung der “Gefahr”. Der weibliche Körper als Problem, das bedeckt, erklärt oder kontrolliert werden muss. Genau deshalb lohnt es sich, Eva zurückzuerobern. Nicht als religiöse Figur, sondern als literarisches Werkzeug. Denn Nacktheit ist nie … Reclaiming Eve: Warum “nackt” nicht automatisch “verfügbar” heißt weiterlesen

Purity Culture und Marienbild: Zwei Traditionsstränge, ein gemeinsamer Mechanismus

Wenn heute von Purity Culture die Rede ist, meint das meist eine sehr konkrete evangelikale (oft freikirchliche) Jugendkultur – besonders in den USA – mit Abstinenz-Idealen, „Modesty“-Regeln und dem Versprechen, dass Enthaltsamkeit moralische Sicherheit erzeugt. Daneben existiert ein anderer, eher katholisch geprägter Strang: Maria als Vorbild von Keuschheit und „Reinheit“. Beides ist nicht dasselbe – … Purity Culture und Marienbild: Zwei Traditionsstränge, ein gemeinsamer Mechanismus weiterlesen

Nackt und heilig – Weihnachtliche Körperbilder zwischen Scham und Reinheit

Weihnachten ist ein Fest der Bilder. Kerzen, Tannengrün, goldene Kugeln, weiße Sterne. Alles wirkt weichgezeichnet, als hätte die Wirklichkeit an diesem Datum einen Filter bekommen. In dieser Bildwelt kommen Körper zwar vor, aber selten als Körper: eher als Silhouetten in Mänteln, als Hände um Tassen, als Gesichter im warmen Licht. Und doch ist die Weihnachtsgeschichte … Nackt und heilig – Weihnachtliche Körperbilder zwischen Scham und Reinheit weiterlesen

Blickmacht und Befreiung: Ein feministischer Blick auf unsere Beine

Auf den ersten Blick wirken Beine unkompliziert. Jeder Mensch hat zwei, sie sind sichtbar, sie bewegen uns durchs Leben. Und doch gehören weibliche Beine zu den am stärksten regulierten Körperzonen der modernen Kultur. Seit über hundert Jahren bestimmen Rocklängen, Rasiernormen, Strumpfregeln und Sitzerwartungen, wie Frauen sich bewegen dürfen und wie sie wahrgenommen werden. Das heißt: … Blickmacht und Befreiung: Ein feministischer Blick auf unsere Beine weiterlesen

Vom Bikini zum Crop Top: Der Bauchnabel als öffentliches Ereignis

Der Bikini als erste Zäsur: Ein Skandal am Strand, aber kein Wandel im Alltag Als der Bikini 1946 erstmals in Frankreich gezeigt wurde, war das Auftauchen des weiblichen Bauches in der Öffentlichkeit ein Schock. Die Idee, Haut zwischen Brust und Hüfte nicht nur zu zeigen, sondern bewusst zu präsentieren, widersprach den Kleidungsnormen der Nachkriegszeit. Und … Vom Bikini zum Crop Top: Der Bauchnabel als öffentliches Ereignis weiterlesen

Pornografie als Spiegel der Gesellschaft – zwischen Befreiung und Ausbeutung

Pornografie ist längst nicht mehr Randphänomen, sondern globales Massenmedium. Sie ist allgegenwärtig, formt Fantasien, beeinflusst Körperbilder und prägt Vorstellungen von Begehren. Aber sie ist auch ein Spiegel: Was in der Gesellschaft schief liegt, zeigt sich im Porno oft zuerst. Geschlechterrollen, Machtgefälle, Tabus, Gewalt – nichts wird so schonungslos sichtbar wie dort, wo Körper und Lust … Pornografie als Spiegel der Gesellschaft – zwischen Befreiung und Ausbeutung weiterlesen

Utopien des Begehrens – Was wäre, wenn Scham nicht existierte?

Scham ist keine Emotion wie andere. Sie ist sozial gebaut, tief eintrainiert und an den Körper gebunden. Sie markiert, was gezeigt werden darf, und kontrolliert, was verborgen bleibt. In der Geschichte weiblicher Sexualität ist Scham die unsichtbare Architektur, die Haltung, Geste, Atem formt. Wenn du dich schämst, ziehst du dich nicht nur emotional, sondern physisch … Utopien des Begehrens – Was wäre, wenn Scham nicht existierte? weiterlesen

Wie viel Macht hat eine Protagonistin über ihre eigene Lust?

In der erotischen Literatur ist Lust selten neutral. Sie ist Motor, Spiegel, Grenzerfahrung. Doch für weibliche Figuren war sie über Jahrhunderte vor allem eines: Fremdbestimmung. Ihre Lust wurde beobachtet, bewertet, gezähmt oder belohnt – aber kaum je erzählt. Der weibliche Körper diente als Resonanzfläche männlichen Begehrens. Selbst dort, wo Frauen begehren durften, war ihre Lust … Wie viel Macht hat eine Protagonistin über ihre eigene Lust? weiterlesen

Von Femen bis Free the Nipple: Nacktheit als Protestform

Stell dir vor, du stehst auf einem öffentlichen Platz. Um dich herum hunderte Menschen in Jacken, Pullovern, ordentlich gekleidet. Und dann – reißt du dir das Shirt vom Leib. Nicht aus Versehen. Nicht aus Provokation. Sondern als Statement. Genau das tun Aktivistinnen von Femen seit 2008. Genau das fordern Free-the-Nipple-Bewegungen weltweit. Und genau diese radikale … Von Femen bis Free the Nipple: Nacktheit als Protestform weiterlesen

Kleidung, Kontrolle und Scham – Feministische Lesarten erotischer Szenen

Kleidung ist in der erotischen Literatur nie nur Dekoration.Sie ist Grenze, Sprache, Machtinstrument.Sie verdeckt nicht bloß, sie definiert, was gezeigt werden darf.Wer Kleider beschreibt, beschreibt gesellschaftliche Regeln. Ein Rock, der zu kurz erscheint, ein Reißverschluss, der sich öffnet, eine Uniform, die Lust in Autorität verwandelt – all das sind mehr als Stoffe.Sie sind soziale Marker, … Kleidung, Kontrolle und Scham – Feministische Lesarten erotischer Szenen weiterlesen