Hauttöne benennen

Hauttöne benennen: Die FarbpaletteMittlerweile finden sich im Netz die unterschiedlichsten Farbskalen zur Bennenung von Hauttönen. Leider sind diese nicht einheitlich. Jeder hat eine andere Vorstellung – das wird spätestens dann deutlich, wenn man einmal in einer Drogerie die Produkte für bestimmte Hauttypen vergleicht. Mir scheint es auch nicht besonders hilfreich, dass sich gerade im Kosmetikbereich die englischen Bezeichnungen immer weiter durchsetzen. Was soll ich damit anfangen, wenn der Hautton „Elfenbein“ als deutlich heller angezeigt wird als der Ton „ivory“?

Unter dem Vorbehalt der Subjektivität versuche ich mich hier einmal an einer Liste. Wenn möglich, habe ich die Farbtöne über die Website colors.findthedata.com  abgeglichen. Falls ich dort nicht fündig wurde, habe ich die Image-Suche von Google mit dem vorangestellten Stichwort „color“ zu Rate gezogen.

Diese Liste wird ständig erweitert. Sobald ich beim Lesen oder bei einer Recherche auf eine interessante Beschreibung stoße, landet diese in einer Datenbank. Da ich viel auch in der englischsprachigen Belletristik unterwegs bin, enthält die Sammlung auch englische Beschreibungen. Nicht immer habe ich eine hundertprozentig adäquate deutsche Übersetzung gefunden. So kann es vorkommen, dass in der deutschen Spalte bestimmte Begriffe doppelt auftauchen. An diesen Stellen habe ich geschaut, ob ich das entsprechende Zitat in deutscher Übersetzung finde – oder aber das Zitat gleich selbst übersetzt, indem ich auf die naheliegendste Übersetzung zurückgriff.

 

HautFarbe englische Bezeichnung deutsche Bezeichnung Definition
Haut wie Alabaster

 

alabaster Alabaster Eine Varietät des Gipses, die ein wenig an Marmor erinnert. Kann je nach Fundort weiß, hellgelb, rötlich, braun oder grau sein.
Ihre Alabasterhaut leuchtete von innen heraus, die langen Gliedmaßen schienen nicht enden zu wollen.“ (Vina Jackson: 80 Days – Die Farbe der Liebe: Band 6)
Haut wie Porzellan porcelain Porzellan Ursprünglich der Name einer Meeresschnecke mit weiß glänzender Schale
Eine Frau unbestimmten Alters mit einer Haut wie Porzellan lugte heraus.“ (Dustin Thomason: Virus)
Haut wie Milch milk Milch
Sie tat es, langsam, so dass das Licht über ihr Mieder kroch und sanft zwischen ihren Brüsten landete, wo es ihre perfekte Haut in Milch verwandelte.“ (Celeste Bradley: Die schöne Teufelin)
Haut wie Elfenbein ivory Elfenbein Die Stoßzähne der Elefanten,  ein warmes Weiß mit Abstufungen
Der elfenbeinfarbene Ton verlieh ihrer blassen Haut ein bisschen Farbe, ihr Hals schien ein paar Zentimeter länger zu sein, und das Oberteil, das wie angegossen saß, deutete Kurven an, wo nur wenige waren.“ (Milly Johnson: Ein Kerl macht noch keinen Sommer)
cremefarbene Haut cream Creme
Die zierliche, fast schon püppchenhaft wirkende Sophia trug ein nachtblaues Abendkleid, das ihre cremefarbene, makellose Haut und ihre intensiv blauen Augen gut zur Geltung brachte.“ (Lucinda Riley: Der Lavendelgarten)
Haut wie Pergament parchment Pergament
Weit weg von seinem feuchten Blick wurde meine Haut langsam wie Pergament.“ (Benoîte Groult: Salz auf unserer Haut)
rötlicher Hautton ruddy Rötlich
„Gilbertes rötliche Haut war genau die ihres Vaters; als die Natur dies Kind schuf, hatte sie offenbar die Aufgabe zu lösen, Frau Swann nach und nach neu hervorzubringen und dabei als Materie nur die Haut von Herrn Swann zur Verfügung zu haben.“ (Marcel Proust: Im Schatten der jungen Mädchen)
Hautton Biskuit bisque Biskuit
Durch den derben Stoff wirkte Emilys Haut noch feiner, wie bei einer Puppe aus feinstem Biskuit – Porzellan.“ (Victoria vanZant: Midwinter Memories: Das Vermächtnis)
rosafarbener Hautton rose Rosa
Ihre Haut war rosa, ein reines, strahlendes Rosa, unterlegt von einem milchigen Schimmer.“ (Heiner Rank:  Die Ohnmacht der Allmächtigen)
khakifarbene Haut khaki Khaki hindi-engl. von persisch khaki „staub-/erdfarben“, dunkles bräunliches Gelb
„An dieser Stelle sei auch die khakifarbene Haut von Hals nächstälterem Bruder Mario erwähnt, ein seltsam totes Graugrün, dessen Keratose ihm gemeinsam mit den atrophischen einwärts gekrümmten Armen und dem Arachnodaktylismus besonders aus mittlerer Entfernung eine fast schon unheimliche Ähnlichkeit mit einem Reptil oder Dinosaurier verlieh.“ (David Foster Wallace: Unendlicher Spaß)
bernsteinfarbene Haut amber Bernstein
Ihre Haut war nicht von dieser Welt, sie hatte die Farbe von Bernstein und war so durchsichtig, dass an der helleren Innenseite der Arme ein filigranes Netz von Blutgefäßen durchschimmerte.“ (Karen Lord: Die beste Welt)
apricotfarbene Haut apricot Aprikot warmes gelb-orange mit cremig pinkem Unterton
Einige wenige vorwitzige Sommersprossen auf Nase und Wangen akzentuierten ihren apricotfarbenen Teint und die rötlichen Strähnen in ihrem brünetten Haar.“ (Sandra Brown: Glut unter der Haut)
pfirsichfarbener Hautton peach Pfirsich
Kein Mädchen vom Lande, sondern weiß Gott eine irische Schönheit– rotes Haar, grüne Augen, eine Haut wie Pfirsich, ein weicher Dubliner Akzent und das entsprechende Benehmen.“ (Morris L. West: Der rote Wolf)
Hautton Korallenrot coral  Korallenrot
„Je höher die Sonne stieg, umso transparenter wirkte das Bild und umso wärmer schimmerte Alphonsines Haut, Genau dieser Effekt würde sich auf dem gesamten Bild einstellen. Er bat sie, die Position sämtlicher Gestalten einzunehmen, eine nach der anderen, und stieß auf weitere Stellen, die einen Hauch Korallenrot erforderten – Alphonse‘ Gesicht, Raouls Ohr, Antonios Wangenknochen und Pierres Nase und Wangen, die dem gesamten Bild einen hauch Wärme verliehen.“ (Susan Vreeland: Sonntage im Licht)
Hautton Rötlich-braun ginger Rötlich-braun
Rötlich-gelb
Als sie ihre unverkennbare rötlich braune Haut sah, begriff sie, warum Cery sich so sicher gewesen war, dass es sich bei Forlie nicht um die Frau handelte, die sie gesehen hatte.“ (Trudi Canavan: Sonea 1: Die Hüterin)
Hautton Ecru ecru Ecru Der Farbton Ecru (auch eingedeutscht Ekrü) bezeichnet eine gedeckte, leicht gelb oder beige getönte weiße Farbe
Es gibt das übliche Londoner Gemisch an Hautfarben, die von Ecru bis zu gebranntem Ebenholz reichen.“ (Liz Jensen: Die da kommen)
Hautfarbe beige  fawn Beige  helles Gelbbraun
„Ich starre auf mein Spiegelbild in der Garderobe. Ich habe keinerlei Ähnlichkeit mit meinem normalen Ich. Das liegt daran, dass ich von Kopf bis Fuß – das heißt an all den Stellen, wo Haut herausschaut, also am Ausschnitt, an den Ärmeln und unterhalb des Glitzersaums des Kleides, das ich anhabe – mit Nude Beige Nr. 105 eingesprüht bin.“ (Meg Cabot: Keine Schokolade ist auch keine Lösung)
Lehmfarbener Hautton clay Lehm
Lehmfarben, fast schmutzig falten sich die eingesunkenen Wangen, zerpflügt von vieljährigem Leid, dürstend und versengt spannt sich mit vielen Sprüngen die rissige Haut, der jener Vampir zwanzigjährigen Siechtums Blut und Farbe entzogen.“ (Stefan Zweig: Das Antlitz [in: Gesammelte Werke])
Hautton Ocker  ochre Ocker
„Sie hatten beide die gleiche hohe Stirn, die schmale Nase, den gleichen schönen, aber von Entbehrung und Armut sprechenden Mund, die gleiche ockerfarbene Haut,die gleichen Falten, Krähenfüße und Linien im Gesicht,wie großes Leid und große Sorgen sie zeichnen.“ (Johannes Mario Simmel: Niemand ist eine Insel)
Hautton Honig  honey Honig
„Der Don hingegen war ein verwöhnter junger Mann aus klassischem Camorri-Geblüt, schwarzhaarig und mit einem Teint wie dunkler Honig.“ (Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora)
Hautton Lachs salmon Lachs
„Zwischen Mantelsaum und Kniestrümpfen leuchtete ihre nackte Haut lachsfarben.“ (Keith Donohue: Der dunkle Engel)
Hautton Terra-Cotta  terra-cotta Terra-Cotta
„Tja, Ihre Haut hat wirklich ein bisschen Terracotta-Teint. Ein Wunder, dass Laurence Llewellyn-Bowen, der Verpackungskünstler, Sie noch nicht als Muster auf die Wand gerollt hat.“ (Cally Taylor: Himmelsküsse)
bronzefarbener Hautton  bronze Bronze
„Der Wind warf die Gardine ein wenig auf, der Wind kam herein, malte dunkle rote Schatten auf die Bronzehaut.“ (Kasimir Edschmid: Die Achatnen Kugeln)
Hautton Karamell  butterscotch Karamell Butterscotch bezeichnet ursprünglich eine Süßspeise, wird mittlerweile aber als Farbbezeichnung angewendet. Der Ausdruck „Karamell“ kommt ihm vom Farbton her am nächsten.
„Und Kim, die vor dem verdammten Wagen stand, Kim mit den schönen schwarzen Haaren und dem karamellbraunen Teint, die aussah, als käme sie aus Italien, aber in Wirklichkeit aus Thüringen stammte, was man auch hörte.“ (Gregor Weber: Keine Vergebung)
Hautton mordoré  mordoré Goldbraun Der Ausdruck stammt aus dem Französischen. Doré bedeutet „vergoldet“
„Wenn Anna sich bewegte, sah man nichts als bloße, goldbraune Haut, was den Betrachter zur Annahme berechtigte, daß der hübsche Busen der Trägerin keiner Stütze bedurfte.“ (Hanna Molden: Kurakin)
mandel-weißer Hautton  praline mandelweiß
„Leicht nur wippten ihre Haare. Ihre Hand näherte sich seinem Mund, schwebte ihm entgegen, mandelweiß. Er registrierte zarte Linien auf ihrer Haut, zu flüchtig, um einen Text zu entziffern.“
(Klaas Huizing: Der letzte Dandy)
Hautton Gelbbraun  tawny Gelbbraun
Lohfarben
Die Lohfarbe, die Farbe der Gerberlohe, ist in der Regel ein helles Rotbraun, kann aber auch ein goldener oder mahagonifarbener Farbton sein.
„Die ungeheuren, in dem schneebleichen Antlitz noch erweiterten Augen der Contessina wichen nicht von ihrem Dario, den sie nicht mehr erkannte; denn sein Gesicht war erdfahl, die Haut lohfarben und runzelig wie die eines Greises.“ (Emile Zola: Rom)
Hautton Toffee  toffee Karamell
Toffee
„Der neue Mann war dürr, seine Haut toffeefarben – die glatteste Haut, die Ivy je bei einem Mann gesehen hatte –, und er wirkte wie sechzehn.“ (Peter Abrahams: Gerissen)
Hautton Fuchsbraun  sorrel Fuchsbraun
Rotbraun
„Ihre Haut war fuchsbraun, das Haar eng am Kopf geflochten.“ (Don DeLillo: Cosmopolis)
Hautton Kupferrot  copper Kupferrot
Kupferbraun
„Das Indianische trat in ihrem Gesicht deutlicher hervor. Die hohen Backenknochen waren noch eckiger, die Hakennase noch schärfer und die kupferrote Haut heller als sonst. Ihr verblichenes Kattunkleid war bis zur Taille geöffnet, und ihre breite, bronzefarbene Brust war entblößt.“ (Margaret Mitchell: Vom Winde verweht)
Hautton Rotholz  redwood  Rotholz
„Schwester Glenda, an die siebzig und mit einer Haut wie Rotholz, tat so, als wäre sie böse auf uns.“ (Dave Eggers: Ihr werdet noch merken, wie schnell wir sind)
Hautton Oliv  olive  Oliv
„Sein dunkles Haar war gut geschnitten, seine Haut oliv getönt. Ein Beobachter hätte ihn wohl als Araber beschrieben.“ (Emily Benedek: Die letzte Plage)
Haut wie Zimt  cinnamon  Zimt
„Ich, Jacques Laverande, von eher eigenbrötlerischem Temperament: Haare, Augen und Bart sind dunkel wie Braunkohle, als ob ich in Mauretanien aufgewachsen wäre, zimtfarbene Haut, die Nase eines beutegierigen Seeräubers …“ (Joseph-Henry Rosny Aîné: Die Fahrt durch die Unendlichkeit)
Hautton Rotbraun  russet  Rotbraun
Sie war kaum hinaus, als Schemeikka kam und, ohne sie zu bemerken, langsam auf den Hof zuschritt, während seine rotbraune Haut in der kühlen Abendluft dampfte – lang, schlank, wohlgebaut – und Marja kam nicht mit den Augen von ihm los, bis sich Juha gebeugt, mit langem Rücken, kurzen Beinen aus der Tür hervorschob und, mehr als sonst hinkend, hinter jenem her eilte.“ (Juhani Aho: Schweres Blut)
Hautton Schokolade  chocolate  Schokolade
„Den ganzen Abendüber hatte ich jedoch keine Klarheit darüber gewinnen können, ob der Junge mit der Schokoladenhaut und den gefährlichen blauen Augen meine Gefühle erwiderte, und dies drohte sich zu einem frischen Komplex namens ‚Versagensangst‘ auszuwachsen.“ (Natalka Sniadanko: Sammlung der Leidenschaften)
kaffeefarbener Hautton  coffee  Kaffeebraun
„Damit Sie’s gleich wissen: Meine Haut ist braun. Dunkelbraun. Man könnte auch sagen kaffeebraun, was man natürlich in dieser Stadt der tausend Kaffeehäuser etwas präziser formulieren muss: Je nach Tageslicht und Laune zeigt sich mein schöner Teint nämlich einmal heller, einmal dunkler, schimmert morgens meist in feinem Melangebraun, gibt sich mittags kleiner- oder großerbraunbraun, verfärbt sich nachmittags zu elegantem Einspännerbraun, und am Abend schließlich – Herr Ober, zahlen bitte – bei sattem Espresso- oder Mokkabraun zu landen.“ (Martin Horváth: Mohr im Hemd oder Wie ich auszog, die Welt zu retten)
Hautton Gebrannte Sienna  burnt sienna Gebrannte Siena Terra di Siena, italienischer Ocker ist ein gelbes bis rotbraunes Pigment, benannt nach der Erde rund um die Stadt Siena in der Toskana (Italien). Die Erdfarbe hat eine typische gelb-bräunliche Farbe, Siena natur. Durch Erhitzen wird das Kristallwasser aus dem Pigment entfernt und es erhält eine rot-braune Farbe, die als gebrannte Sienabezeichnet wird.
Hautton umbra  umber  Umbra
„Angies Haut hatte die Farbe von makellosem Umbra und war mit einem feinen Schweißfilm bedeckt.“ (Dee Kirk: Verne Gerow, P.I.: The Case Of The Cashmere Blond)
Hautton Zobel  sable Zobel Das Adjektiv ’sable‘ beschreibt den Hautton des versklavten Arbeiters im gehobenen Sprachgebrauch, wie er für die amerikanische Poesie des 18. Jhdts. oft benutzt wurde.
 „Haply ye scorn: I thank thee Gracious God!
That I do feel upon my cheek the glow
Of indignation, when beneath the rod
A sable brother writhes in silent woe.“
(Robert Southey: Sonnet III)
rotbraun  bay Rotbraun
 „Das rotbraune Gesicht und die starken Glieder entspannt, lenkte er, die Pfeife im Mund, in einer für diesen Landstrich ungewohnt lockeren Haltung seinen Wagen.
(Lion Feuchtwanger: Erfolg)
Hautton Sepia  sepia  Sepia Sepia ist ein braun- bis grauschwarzer Farbstoff, der aus dem Tintenbeutel von Tintenfischen (Sepien) gewonnen wird, die diesen als Wehrsekret einsetzen.
Hautton Kastanienbraun  chestnut Kastanienbraun
Hautton Haselnussbraun  hazelnut Haselnussbraun
Hautton Johannesbeere  currant  Johannesbeere
Hautton Blassgelb sallow Blass gelblich,
fahl, bleich,
teigig
„Then his sallow face brightened, for the hall had been carefully furnished, and was very clean.“ (aus: Mrs. Belloc Lowndes, The Lodger)
In der Übersetzung von Wulf Teichmann wird daraus:
„Dann entspannte sich sein bleiches Gesicht, denn der Flur war gut möbliert und sehr sauber.“ (Jack the Ripper oder: Der Untermieter)
Hautton Taupe  taupe  Taupe Taupe bezeichnet eine graue dunkle Farbe mit Farbstich ins Braune.
Hautton Mahagony  mahogany  Mahagony
Hautton Bister bistre Bister braune Tinte aus mit Leim und Wasser vermischten Holzruß
ebenholzfarbener Hautton ebony Ebenholz

 

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Haut beschreiben – Bräunungsstreifen und andere Farb-Phänomene

Viele Frauen haben Bräunungsstreifen. Was völlig normal ist, solange die Bräune natürlich, und nicht im Solarium, erworben wird. Um so sonderbarer, dass diese Streifen in der erotischen Literatur kaum auftauchen.

Dabei lassen sie die Haut lebendig wirken. Denn erfahrungsgemäß wird die Bräune durch den Kontrast noch hervorgehoben. Die hellen Stellen werden zum Eye-Catcher und regen die Phantasie an.

Auch andere Farben lassen die Haut lebendig erscheinen. Im Bild oben fällt die gerötete Handfläche auf. Und im breiten Feld der Spanking-Literatur ist es meist der gerötete Hintern, der für erotische Spannung sorgt. Aber auch ein drohender Sonnenbrand kann für Verfärbungen sorgen:

Lebendige Haut ist mehrfarbig

Die Jungs in Shorts und ärmellosen T-Shirts, ihre Gesichter sonnenverbrannt bis auf die weißen Stellen, wo die Sonnenbrille gesessen hat, was ihnen ein merkwürdig waschbärartiges Aussehen verleiht. Die Mädels ebenfalls in Shorts, dazu trägerlose Tops und die Haut krebsrot. Weiße Bikinistreifen schlängeln sich aus ihren elastischen Tops hinauf um ihren Nacken.

(aus: Charlie Huston: Die Hank-Thompson-Trilogie)

Haut „in Bewegung“: vom weißen Grundton weg hin Richtung Sonnenbrand. Haut hat eben nicht nur eine Farbe, sondern verändert sich. Und Dinge in Bewegung zu zeigen, ist in der Literatur fast immer sinnvoller, als statische Bilder zu vermitteln. Wer sich zu dem Thema noch keine Gedanken gemacht hat, dem sei das Laokoon von Gotthold Ephraim Lessing empfohlen – ein ganzes Büchlein, das versucht zu ergründen, warum statische Beschreibungen in der Literatur einfach nicht funktionieren.

Huston toppt seine Beschreibung mit dem ungewöhnlichen, aber amüsanten Vergleich vom „waschbärartigen Aussehen“. Natürlich weckt auch dieser Vergleich Assoziationen, so dass wir gespannt sein können, was von den Typen noch zu erwarten ist.

Schön gelöst ist auch, dass er die Bikinistreifen der Frauen nicht einfach nur konstatiert, sondern diese sich zum Nacken hinaufschlängeln lässt. Vielleicht nicht das idealste Prädikat für diesen Zweck, aber allemal besser als ein hilfloses Hilfsverb. Vor allem aber schafft das Bild einen Eindruck von Uneinheitlichkeit, von Lebendigkeit der Haut.  Durch die Bikinistreifen wird die Haut in helle und dunkle Zonen unterteilt – und dadurch lebendiger. Wohlgemerkt, es geht mir nicht um die Frage der Ästhetik, sondern um den literarischen Eindruck, den die Beschreibung hinterlässt.

Ich schaute Marnie zu, die am Strand saß, Sandburgen baute und hinter den Wellen herlief und deren olivfarbene Haut sich unter den Sonnenstrahlen in ein helles Braun verwandelte.
Ich beneidete sie um ihre dunklen Haare und ihre braune Haut, um die Freiheit, in die Brandung zu laufen, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, ob ihr Sonnenhut noch richtig saß …

(aus: Karen White: Meerschwestern)

Ich hatte gestern ja bereits darüber geschrieben, wie Beobachtungen im besten Fall auch immer etwas über den Betrachter aussagen. Im Beispiel aus Haruki Murakamis „1Q84“ hatten wir gesehen, wie die Beschreibung der Haut zu einem erotischen Vorgeplänkel wurde. Die Emotionen Tengos wurden in der Beschreibung ebenso deutlich wie der Charakter Fukaeris.

Karen White zielt in eine ähnliche Richtung. Sie zeigt ebenfalls Farbe „in Bewegung“, von oliv in Richtung hellbraun. Solche Schilderungen wirken immer lebendiger, als wenn die Haut lediglich einheitlich mit einem Farbton beschrieben würde. Hier tritt ein ähnlicher Effekt auf wie bei den oben erwähnten Bikinistreifen.

Schön auch, wie in dem Beispiel der Neid der Erzählerin in die Beschreibung integriert wird. Zwar weniger subtil als bei Murakami – aber Emotionen würzen jede Geschichte.

Lust auf eine weitere Portion Murakami?

Nackt im Bett sitzend, zündete ich mir eine Zigarette an und betrachtete die Frau, die neben mir schlief. Die Sonne schien durch das Fenster und beleuchtete ihren ganzen Körper. Sie hatte das Laken bis zu ihren Füßen hinuntergestrampelt und schlief ganz fest. Hin und wieder seufzte sie tief, sodass ihre wohlgeformten Brüste sich hoben und senkten. Ihr Körper war gebräunt, und die sich gegen die bräunliche Haut sonderbar weiß abhebenden Bikinistreifen riefen einen Eindruck von Verwesung hervor.

(aus: Haruki Murakami: Wenn der Wind singt)

Auch Murakami nutzt die Bräunungsstreifen, um die Haut der Frau kontrastreicher zu gestalten. Dieser Eindruck eines lebendigen Bildes wird noch dadurch unterstrichen, dass er auf die Lichtverhältnisse im Raum eingeht und beschreibt, wie die Sonne den nackten Körper beleuchtet.

Die Beschreibung des Körpers der jungen Frau geht nach diesem Zitat noch eine Weile weiter. Insofern mag man ihm die etwas einfallslosen „wohlgeformten Brüste“ verzeihen. Wieder erleben wir, wie Murakami mit seine Vergleich „Eindruck von Verwesung“ weit über die reine Faktenaneinanderreihung hinausgeht. Er schafft durch seinen Vergleich eine Vorausahnung und gleichzeitig Spannung. Die Emotion des Erzählers wird angedeutet. Und es ist nicht nur in der erotischen Literatur wichtig, die Emotionen der Protagonisten dem Leser ständig präsent zu halten. Denn letztlich sind Gefühle und Mitgefühl eines der stärksten Antriebskräfte, überhaupt zu lesen oder sich eine Geschichte erzählen zu lassen.

Übrigens halte ich überhaupt nichts von der Idee, den Körper einer Frau mit den Worten „es war kein einziger Bikinistreifen zu erkennen“ zu beschreiben. Das liegt daran, dass wir mit Worten Bilder heraufrufen. Da unser Gehirn ein „nicht“ nicht bildhaft assoziieren kann, erwecken wir mit solchen Sätzen zunächst ein Bild, um es dann zu negieren, was eine Distanzierung vom Text nötig macht. Sinnvoller wäre es, in diesem Zusammenhang gleich von nahtloser oder ebenmäßiger Bräune zu reden.

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Hauttöne beschreiben – Der Herbsttyp

Hauttöne beschreiben 3Heute will ich mich an den Herbsttyp heranwagen. Ich habe lange recherchiert, um den Unterschied zum Frühlingstyp in Bezug auf den Hautton zu definieren. Geholfen hat mir dabei das, was ich beim letzten Mal über die Untertöne herausgefunden habe:

Denn typisch für alle Herbsttypen, so unterschiedlich sie insgesamt auch aussehen mögen, ist der goldene , warme Unterton der Haut. Darin unterscheiden sie sich z.B. vom Frühlingstypen, dessen Untertöne eher ins bläuliche gehen. Ansonsten ist die Haut des Herbsttyps oft blass, hellrosafarben oder bronzefarben, je nach Sonneneinstrahlung. Beim Herbsttyp mit Sommersprossen, der in der Regel nur schwer braun wird, ist der Unterton eher weiß-rosa.

Der Herbsttyp in der Literatur

Alle drei hatten wir die blasse Haut, das rotblonde Haar, die dicken Sommersprossen, die grünen Augen und die etwas zu große Nase unserer Mutter, deren Vorfahren angeblich Iren oder Schotten waren, so genau hat sich Vater da nie festgelegt.

(aus: Tom Finnek: Unter der Asche)

Stilistisch eher einfach gestrickt mit Hilfsverb und Reihung, aufgebrochen lediglich durch den Hinweis auf die Herkunft, wie wir das ja auch schon bei anderen Beschreibungen gesehen haben. Ich habe es hier noch mal aufgenommen, weil es den Herbsttyp in seiner Gesamtheit gut beschreibt.

Ihre Lippen hatten eine natürliche Rosenfarbe, ihre Zähne glänzten Perlweiß. Wenn sie sprach, leuchteten ihre Augen. Langsam ließ er seine Blicke über ihren Körper wandern. Alles an ihr strahlte. Sogar ihre Haut. Im Unterschied zu den meisten Rothaarigen war ihre Haut leicht gebräunt und schimmerte. Ein paar winzige goldene Sommersprossen waren über ihren schmalen Nasenrücken gesprenkelt, wie Sternenstaub.

(aus: Sandra Paul: Hallo Engel!)

Der gehäufte Gebrauch von Hilfsverben fällt negativ auf. Insgesamt aber gelingt ihr eine schöne, warmherzige Beschreibung. Besonders gefiel mir: „Alles an ihr strahlte. Sogar ihre Haut.“ Sandra Paul leitet hier vom Charakter aufs Äußere. Ich hatte, glaube ich, bereits an anderer Stelle beschrieben, wie Metaphern immer über sich selbst hinausweisen und eben nicht nur eine Hautfarbe veranschaulichen, sondern zugleich auch etwas über die Menschen sagen. Hier bei diesem Beispiel wird das sehr deutlich.

Der jüngere Mann hingegen hätte nicht fremder aussehen können – das Haar wild und dunkel, die Augen so braun, dass sie im Zwielicht der feuchten Stadtmauer beinahe schwarz wirkten, besaß sein Gesicht einen goldigen Unterton, der an heißen Sand und verschwitzte Nächte unter Orangenbäumen denken ließ.

(aus: Katharina V. Haderer: Das Herz im Glas)

Haderer benennt zunächst den Farbton der Haut und fügt dann zwei Vergleiche an. „Sand“ ist naheliegend, „verschwitzte Nächte unter Orangenbäumen“ ist poetisch. Natürlich könnte man kritisch einwenden, dass sich die Farbe von verschwitzten Nächten nicht unbedingt als „goldig“ beschreiben lässt. Aber die Orangenbäume reißen das Bild an dieser Stelle raus. Ich stelle mir vom Mondlicht beschienene Orangen an den Zweigen vor; und irgendwie stimmt das Bild. Besser hätte sie den jüngeren Mann mit seinem Charakter nicht beschreiben können.

Dennoch wirkte sie völlig anders auf ihn als am Morgen, was daran lag – Tengo brauchte einen Moment, bis er es bemerkte -, dass sie ihre Haare zusammengebunden und aufgesteckt hatte. Darum lagen ihre Ohren und ihr Nacken nun ganz frei. Sie hatte zierliche, rosafarbene Ohren, die aussahen, als seien sie gerade erst geformt und mit einer weichen Quaste gepudert worden. Sie schienen eher aus ästhetischen Motiven geschaffen worden zu sein als das sie der Aufnahme von Geräuschen dienten. Zumindest sahen sie in Tengos Augen so aus. Der wohlgestaltete, schlanke Hals darunter schimmerte verlockend, wie eine im Sonnenschein gereifte Frucht. Er war von einer unendlichen Reinheit, wie gemacht für Marienkäfer und Morgentau.

(aus: Haruki Murakami: 1Q84)

In diesem Beispiel von Haruki Murakami sagen die Metaphern und Vergleiche nicht nur etwas über denjenigen aus, der beschrieben wird, sondern charakterisieren ebenso den subjektiven Erzähler. Wir spüren in der Beschreibung Tengos Verliebtheit, die in diesem Augenblick zum ersten Mal im Roman greifbar wird. Nicht zuletzt deswegen geht von ihr eine unterschwellige Erotik aus. Tengos Wunsch, Fukaeri anzuknabbern, wird zwar nicht explizit erwähnt, klingt aber durch.

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Hauttöne beschreiben – Vergleiche – Modifier – Untertöne

Folgend der „4 Jahreszeiten Typologie“ der Hauttypen ist der Sommertyp mit am leichtesten zu identifizieren. Letztlich geht es um das Urbild des nordischen Typs: Helle, fast weiße Haut, mitunter mit leichten bläulichen Untertönen. Gut durchblutet wirkt sie rosig. Viele Sommertypen werden in der Sonne eher rot denn braun, was aber nicht zwangsläufig ist. Denn wer kennt nicht die Skandinavierinnen mit blonden Haaren und tief gebräuntem Gesicht?

Die Farbpalette der Sommertyp-Haut

Auch bei den Hautfarben wird in der erotischen Literatur viel mit Metaphern und Vergleichen gearbeitet. Dabei können unterschiedliche Bilder ziemlich identische Farbtöne beschreiben. Ich gliedere die folgende Farbpalette daher in Gruppen und illustriere sie, wie gewohnt, mit Zitaten.

  1.  weiß: Alabaster, Milch, Porzellan, Eierschale
  2. creme: Elfenbein, Pergament
  3. beige: Milchkaffee, Helltaupe, blassgelblich, champagner
  4. rosig: Aprikose, champagner
  5. pink: korallenrot, rötlich

Der Sommertyp in der Literatur

Vergleiche

Die Haut der Blondine war weiß wie Elfenbein, die Sommersprossen der Dunkelhaarigen ließen ihren Teint eine halbe Nuance dunkler erscheinen.

(aus: Carl von Siemens: Kleine Herren: Ein Deutscher in Oxford)

Hier wird deutlich, dass die Farbpalette, zumal wenn sie auf  Vergleiche zurückgreift, selten eindeutig ist. Elfenbein hat zum Beispiel in der Regel einen leicht gelben Unterton, kann aber gerade für Schmuckgegenstände bis fast ins Weiße aufpoliert werden. Genau so einen weißen Ton hat Carl von Siemens gemeint. Und deswegen war es ein guter Schachzug von ihm, dies auch deutlich zu erklären, indem er sowohl Farbe als auch Vergleich nennt.  Mal ganz abgesehen davon, dass Vergleiche mit „wie“ immer am Einfachsten zu konstruieren sind.

Modifier

Meine Hautfarbe war heller geworden und hatte den sanften Goldton von Aprikosen angenommen. In ein, zwei Tagen, sagte ich mir, würde ich meine natürliche Hautfarbe wiederhaben. Nie habe ich mich so sehr nach meinem blassen Teint gesehnt.

(aus: Sue Grafton: Stille Wasser)

Auch Sue Grafton nutzt das Doppel aus Farbe und Vergleich. Außerdem verfeinert sie den Farbvergleich mit einem Attribut, dem Modifier „sanft“. Solche Modifier können einen Farbton weiter eingrenzen. Genannt seien hier noch:

  • dunkel („ein dunkles Rot“)
  • tief („die tiefblauen Augen“)
  • kalt („das kalte Weiß ihrer Hände“)
  • warm („in einem warmen Aprikot-Ton gestrichen“)
  • hell („ihre Wangen leuchteten hellrot“)

Untertöne

Vielleicht lag es an ihrer Haut. Doras Teint schimmerte wie Seide, cremeweiß, mit dem rosigen Unterton reifer Pfirsiche.

(aus: Nora Roberts: Träume wie Gold)

Und noch eine Methode, die Farben genauer zu bestimmen und ihnen dadurch eine stärkere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen: Nora Roberts redet hier von Untertönen. Das macht Sinn, weil Haut eben nicht nur aus einer gleichmäßigen Farbe besteht, sondern selbst aus einer Palette von Farbschattierungen besteht. Für den Sommertyp sind das (z.B.)

  • bronze
  • gelb
  • golden
  • korall
  • kupfer
  • olive
  • orange

 

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Hauttöne beschreiben: Der Frühlingstyp

Hauttöne beschreiben: Der FrühlingstypWenn wir Menschen beschreiben, vielleicht sogar nackte Menschen, kommen wir nicht darum herum, ein paar Worte über deren Hautton zu verlieren. Der Teint trägt maßgeblich zum Erscheinungsbild bei und sagt im besten Fall viel über die Person aus. Jemand, der den ganzen Tag in einer Bibliothek hockt und Bücher katalogisiert, wird weniger braungebrannt sein als ein Bauer, der seine Tage auf dem Feld verbringt. Eine viktorianische Lady hatte ein anderes Schönheitsideal als ein Surfergirl.

Colour me beautiful ®

Was mir zuerst einfällt, wenn ich über Hauttypen nachdenke, ist die „4 Jahreszeiten Typologie“ der „Colour me beautiful“-Farbberater. Die Idee dahinter ist, jedem Hauttyp eine Reihe von Farben zuzuordnen, die ihn besonders vorteilhaft kleiden. Zwar ist diese Idee der Jahreszeiten-Typologie mittlerweile erweitert worden, aber als erste grobe Einteilung verschiedener Hauttypen noch immer ganz brauchbar.

Um den Hauttyp zu beschreiben, werden  auch Augen- und Haarfarbe zu Rate gezogen. Da es mir im Augenblick aber nur um die unterschiedlichen Hauttöne geht, ist das Konzept schnell auf den Punkt gebracht:

Frühlingstyp: Die Haut hat einen gelblichen bis zartgoldenen Unterton, ist feinporig und neigt häufig zu Sommersprossen.
Sommertyp: Die Haut hat einen kühlen, bläulichen Unterton. Ihr Teint ist hell bis rosig und wirkt gesund. Einige Sommertypen bekommen schnell einen Sonnenbrand, andere bräunen hingegen in einem tiefen Bronzeton.
Herbsttyp: Der Hautton ist hell, mit einem gelblichen oder leicht goldenen Touch.
Wintertyp: kühlen, meist olivfarbener Hautton

(Quelle mit Beispielfotos: www.kosmetikfreunde.de/schminktipps.html)

Beispiele aus der Literatur:

Da es in der Belletristik völlig egal ist, welcher Hauttyp eine Protagonistin charakterisiert, habe ich mich auf der Suche nach Beispielen für diese Typen auf die Frage beschränkt, wie die einzelnen Autor/innen ihre Beschreibung umsetzen.

Reglos ließ Jeanne alles mit sich geschehen. Nicht einmal ein Hemd ließ man ihr, um die letzte Blöße zu bedecken. Nackt und bebend stand sie in der Kälte. Die feinen Härchen auf der Haut sträubten sich schmerzhaft. Ein flüchtiger Blick auf die wohlgerundeten Hüften ihrer Schwester und den zartgoldenen Körper Marguerites zeigte ihr, dass sie ebenso froren.

(aus: Marie Cristen: Turm der Lügen)

Clio zuckte die bloßen Schultern. Ihre Haut hatte einen zartgoldenen Schimmer, der ihr italienisches Erbe verriet.

(aus: Margaret Way: Drei Küsse bis zur Liebe)

„Ich erinnere mich an Velvet, deine Mutter“, gab Cat zurück. „Sie ist vor Jahren einmal bei uns in Hermitage gewesen. Du siehst ihr nicht sehr ähnlich, nicht wahr?“
„Ein paar Kleinigkeiten habe ich von ihr geerbt, aber im wesentlichen bin ich eine Mischung aus meiner Großmutter mütterlicherseits und meinem Vater“, antwortete Jasmine.
Dies erklärte wohl ihre leicht orientalisch wirkenden türkisfarbenen Augen sowie den zartgoldenen Farbton ihrer Haut, dachte Lady Stewart-Hepburn. Sie wandte ihren Blick der kecken India zu. Das Mädchen hatte eine milchweiße Haut, und ihr schwarzes Haar zeigte einen leichten blauen Schimmer.

(aus: Bertrice Small: Geliebte Sklavin)

Rechts neben ihm saß Svenja, entzückend anzusehen in ihrem weißen Kleid mit den Rüschen am Ausschnitt und dem weit ausgestellten Rock. Auf dem Kopf trug sie einen kunstvollen Blumenschmuck, eine Art feingeflochtenen Kranz, verziert mit kleinen dunkelroten Rosen, die sich wundervoll von ihrem goldenen Haar abhoben. Sie sah schöner aus denn je. Der Friseur und eine Kosmetikerin hatten ihr bestes gegeben. Der zartgoldene matte Glanz ihrer Haut stand in harmonischem Kontrast zu ihrem kunstvollen Kleid.

(aus: Franz Weidenschlager: Selbstmord)

„Meinst du, diese Helena von Troja war so schön, wie man sagt?“
„Viel schöner“, antwortete Heinrich, ohne zu zögern. „Sie hat eine zartgoldene, bernsteinfarbene Haut, und ihr schwarzes Haar glänzt wie Ebenholz.“

(aus: Nancy Joaquim: Sophia: Eine Frau entdeckt Mykene)

Techniken zur Beschreibung von Hauttypen

Schon hier beim Frühlingstyp (oder Herbsttyp, ich kann die beiden nicht vernünftig auseinanderhalten) wird deutlich: In der simpelsten Variante beschreiben die Autor/innen die Haut mittels des Hilfsverbs „haben“.  „Sie hat eine zartgoldene Haut“ etc.

Eleganter ist es, den Hauttyp in die Handlung zu integrieren: „Ein Blick auf den zartgoldenen Körper …“ kommt ohne schwaches Verb aus, hat aber den Nachteil, den Hautton zur Nebensache im Satz zu machen. Der Blick des Lesers verweilt eben nicht auf der Haut, sondern wird sofort weitergelenkt auf das eigentliche Ziel des Satzes.

Warum eigentlich nicht den „zartgoldenen Schimmer“ umfunktionieren? Klingt „schimmerte zartgolden“ nicht tausendmal besser als die harte Nominalkonstruktion „hatte einen zartgoldenen Schimmer“? Gut, im obigen Beispiel war das nicht möglich, weil am Substantiv „Schimmer“ noch einmal ein Nebensatz festgemacht wurde. Insgesamt scheint mir dies jedoch eine Möglichkeit, um bei der Beschreibung vom schwachen „haben“ wegzukommen.

Clever fand ich auch den Ansatz, die Beschreibung des Hauttons durch den Kontrast zur Kleidung zu unterstreichen, wie es Franz Weidenschläger gemacht hat. Oder den Farbton durch einen Blick auf die Herkunft der Person zu erklären.

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Wie beschreibe ich einen Busen: Form und Farbe

Wie beschreibe ich einen Busen: Form und FarbeAls Einstieg zitiere ich aus dem Erotikroman „Der Lehrer in der Sexfalle!, Teil 1“ von einer Autorin, die für sich das Pseudonym Caroline Milf gewählt hat. Ich nutze das Beispiel deswegen, weil die Autorin hier nicht nur mit ein oder zwei Stichworten die Form einer Brust beschreibt, sondern sich für die Beschreibung Zeit lässt.  Farbe und Form des Busen selbst beschreibt sie ebenso eindeutig wie die der Brustwarzen und malt so ein Bild, das durchaus nach dem Lesen noch haften bleibt:

Gerade in diesem Moment geschah es, dass einer der Jungs der kleinen Asena ihren Büstenhaler auszog, denn als ich wieder durch das Schlüsselloch sah, saß die junge Türkin munter, ohne Scham, ohne Verlegenheit mit nacktem Oberkörper vor den Jungs. Sie hatte wirklich süße, unglaublich spitze Brüste, die steil empor standen. Sie waren fast so gut gebräunt wie ihr übriger Oberkörper, aber dafür ware ihre Brustwarzen von einem überraschenden Hellrot, und sie standen bereits ein klein wenig hervor. 

Damit ist sie noch einmal einen Schritt weiter in der Frage, wie sich ein Busen optimal beschreiben lässt. Caroline Milf macht in dieser kurzen Szene vier Schritte:

  1. Sie beschreibt die Form von Asenas Busen als „spitz“. Über die Formen, die eine Brust annehmen kann, hatten wir ja gestern bereits nachgedacht, so dass ich an dieser Stelle dazu gar nicht mehr viel sagen will.
  2. Sie geht auf die Hautfarbe ein und grenzt diese von der Farbe Asenas‘ sonstigen Körpers ab.
    Das wird noch mal ein spezielles Thema hier im Blog, zumal ja gerade die Haut am Busen selbst oft zweifarbig ist, bedingt durch das Tragen von Bikinis.
  3. Sie geht auf Farbe der Brustwarzen ein.
    Auch das wird noch mal ausführlich Thema hier im Blog. Denn bei der Farbe ist die gesamte Farbskala vom zarten Lachsrosa bis zu einem kräftigen Dunkelbraun denkbar. Macht Sinn, sich diese Palette einmal genauer anzusehen.
  4. Sie geht auf die Form der Brustwarzen ein. Caroline Milf deutet hier nur sehr effektiv an: „ihre Brustwarzen waren von einem überraschenden Hellrot, und sie standen bereits ein klein wenig hervor.
    Dazu variiert die Größe der Vorhöfe, von der Form der Nippel selbst gar nicht zu reden. Habe ich Schlupfnippel erwähnt? Die Tatsache, dass bei manchen Frauen die Vorhöfe bei Erregung anwachsen?

Wer jetzt Lust bekommen hat, bei seiner nächsten erotischen Geschichte einmal nicht 08/15-Brüste zu beschreiben, kann ja die Brüste aus der Brust-Galerie der Website „007 Breasts“ (007b.com/breast_gallery.php) als Inspiration nutzen. In dieser Galerie finden sich Selfies diverser Frauen, von ihnen selbst kommentiert. Bei diesen Bildern wird schön die Spanne in Form und Farbe deutlich.

Etwas genormter geht es in der Brust-Galerie der „Bravo“ (bravo.de/dr-sommer/brust-galerie-schau-welche-unterschiede-es-gibt-172473.html) zu. Die Bilder sind hier durch erklärende Texte über die Entwicklungsphasen der Brüste ergänzt.

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Wie beschreibe ich einen Busen: Brustformen

Wie beschreibe ich einen Busen: BrustformenGestern hatte ich mich mit der Idee beschäftigt, Brüste durch Metaphern zu beschreiben. Das hat den Vorteil, sofort einen Vorstellung hervorzurufen, ohne dass ich als Autor weit ausholen muss. Außerdem ist es eine poetische Art, die nicht zu sehr ins Detail geht.

Wer sich aber ernsthaft an den Versuch macht, für erotische Texte die Form einer Brust in Worte zu fassen, dem hilft vielleicht die Liste der Brustformen, die Bratabase unter bratabase.com/help/shapes/ veröffentlicht hat. Diese Website hat sich zur Aufgabe gemacht, für jede Brustform die richtigen BHs zu finden. Kommerziell, sicherlich, aber in seinen Hilfeseiten durchaus konstruktiv.

Eine deutsche Übersetzung findet ihr auf busenfreundinnen.net. Sowohl im englischsprachigen Original, als auch in der deutschen Übersetzung werden die dreizehn Brust-Formen durch Skizzen illustriert. Diese Liste ist, wie oben angedeutet, ursprünglich gemacht, um für sich die richtige Form eines BHs zu finden.

Die Fragen, die im Hintergrund des Katalogs stehen, können aber jedem angehenden Autoren helfen, von dem Klischee der Einheitsbrüste wegzukommen:

  1. Sind die Brüste eher rund oder spitz?
  2. Sind die Brüste eher oberhalb oder unterhalb der Nippel voll?
  3. Ist der obere Ansatz der Brüste eher breit oder eng?
  4. Sind die Brüste selbst eher breit oder schmal?
  5. Stehen die Nippel selbst eher hoch oder niedrig?
  6. Stehen die Brüste eng zusammen oder ein bis zwei Finger breit auseinander?
  7. Wirken die Brüste eher voll oder leer?

Wie kann so eine Beschreibung praktisch aussehen? Ich habe hier ein Beispiel aus dem Roman „Schwarzes Prisma„, dem ersten Band der Lightbringer-Saga von Brent Weeks. Die Beschreibung, die er bringt, ist nicht übermäßig tiefgreifend. Und doch gibt er eine gute Vorstellung von dem, was dem Helden Kip in diesem Augenblick begegnete. Sie zeigt, wie der obige Fragenkatalog helfen kann, die Form einer Brust zumindest kurz anzureißen:

Die massige Frau erhob sich zu ihrer vollen Größe und fand das Gleichgewicht wieder. Sie war viel größer als Kip, und die Bewegung quetschte sein Gesicht zwischen große, flache Brüste. Irgendwie verfing sich sein Kinn in dem tiefen Ausschnitt ihres Kleides, als sie aufstand, und für einen kurzen Moment – auch wenn er nicht annähernd kurz genug war – war Kips Gesicht zur Gänze verschlungen in einem schlabberigen Dekolleté.

Rundum gelungen finde ich auch die Beschreibung, die Gernot Gricksch in dem Roman Die Bank der kleinen Wunder vom Busen seiner Helding Lisa gibt. Zwar arbeitet auch Gricksch mit Qualifiern. Da es sich hier jedoch um das kritische Selbst-Bild der Protagonistin handelt und dieses noch dazu ironisch gebrochen ist und mit einem originellen Vergleich endet, macht die Lektüre Spaß. Klischees werden so elegant umschifft. Auf die Frage, was die Bedeutung des Qualifiers ‚angenehm kleine Brustwarzen‘ ist, gibt sie sofort eine erläuternde Antwort:

Lisa fand, dass der liebe Gott sich beim Verteilen ihrer äußeren Vorzüge mächtig knauserig gezeigt hatte. Aber immerhin: Ihren Busen fand Lisa okay. Sie hatte mehr als eine Handvoll und weniger als diese Silikon-Monster aus dem Dschungelcamp. Feste, nicht allzu weit auseinanderstehende Brüste mit angenehm kleinen Brustwarzen. Lisa fand es scheußlich, wenn Brustwarzen aussahen wie das Muttermal von Michael Gorbatschow.

 

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Wie beschreibe ich einen Busen – Analogien

Wie beschreibe ich einen Busen: AnalogienBei der Suche nach einer systematischen Beschreibung der Formen, die Brüste annehmen können, stieß ich auf den italienischen Sexologen Piero Lorenzoni. Seine Liste mit Brust-Formen bezieht sich zumeist auf Analogien zu Obst.

Piero Lorenzoni und seine Veröffentlichungen

In Deutschland ist Lorenzi wenig bekannt. Er veröffentlicht in seiner Heimat seit Ende der 70er Jahre zahlreiche Bücher zum Thema Erotik. Manche sind zumindest ins Französische oder Englische übersetzt:

  1. „Erotismo e Pornografia nella Letteratura Italiana“, 1976 („Erotik und Pornografie in der italienischen Literatur“)
  2. „L’Erotisme francais“ („Französische Erotik“), 1984.
    auf Englisch erhätlich: „French Eroticism – the Joy of Life“
  3. „Rowlandson -un génie de l’art érotique -L’érotisme anglais“, 1984, („Rowlandson – ein Genie der erotischen Kunst. Die englische Erotik“)
  4. „Storia segreta della cintura di castità“, 1989,
    Französische Ausgabe: „Histoire secrète de la ceinture de chasteté“ („Die geheime Geschichte des Keuschheitsgürtels“)
  5. „Eroscopo – signo por signo“, 1992 („Das erotische Horoskop – Zeichen für Zeichen“)
  6. „Eros a tavolo – Cosa mangiare per amare meglio“, 2008 („Eros am Tisch – Was man essen sollte, um besser zu lieben“)
  7. „Lettere d’amore di una suora portoghese“, 2012 („Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne“, wohl als Hrg. der Neuauflage dieses alten erotischen Textes)

Piero Lorenzonis Liste der Brust-Formen

Die Idee, Brüste anhand von Metaphern zu beschreiben, ist nicht neu von Lorenzoni entwickelt worden. Aber immerhin hat er sie bis zu einem gewissen Grad systematisiert. Wie bereits oben erklärt, greift er zumeist auf Obst zurück, um die Form der Brüste zu charakterisieren. Hier die Liste:

  • Kirschen
  • Apfel
  • Zitrone
  • Ananas
  • Auberginen
  • Dreieck
  • Grapefruit
  • Birnen
  • Melonen
  • Wassermelonen
  • Fuchsnäschen
  • Silikon

Wer sich darunter noch zu wenig vorstellen kann, findet auf wissen-24.org/welche-brustformen-gibt-es_10045/ Skizzen zu den einzelnen Formen.

Diese Reihe besitzt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern dient vor allem dazu, die Fantasie anzuregen. Vielleicht lässt sich die Reihe auch um treffendere Bilder ergänzen. Das „Dreieck“ finde ich z.B. einigermaßen ideenlos.

Die Obst-Metaphern in der Literatur

Ich habe einmal ein wenig recherchiert, um zu sehen, wie andere Autoren mit den Metaphern umgehen. Und tatsächlich sind die Obstvergleiche gar nicht so selten. Hier ein Beispiel aus Billi Woweraths „Alles echt Berlin:

Geheime Bilder tun sich auf, intime Formen, Farben und Gerüche. Trägt sie BH? Was hat sie wohl für’n Busen? Apfel, Kiwi, Kirsche? Wie riecht sie und wie fühlt sich ihre Haut an? Warm, geschmeidig, knospig? Feine Härchen? Kleiner Leberfleck?

Das Bild der apfelförmigen Brust stammt ursprünglich aus der Antike. So findet sich in dem „Liebesgespräch zwischen Daphnis und einem Mädchen“ von Theokrit folgender Dialog:

Das Mädchen: „Satyr, was machst du denn da? Warum greifst du mir an die Brüste?“
Daphnis : „Um deine schwellenden Äpfel erst mal zu probieren.“

Ein anderes Beispiel, diesmal vom Bestseller-Autor Clive Cussler, aus dem Roman: Der Todesflug der Cargo 03, der mit dem relativ häufig benutzten Bild von den Melonen-Brüsten spielt:

„Männer!“, fauchte Laura, die ihre Lotus-Position aufgegeben hatte und nun ihre rotbraun glänzenden langen Haare bürstete. „Ihr Männer, und insbesondere eine ganz bestimmte Sorte Männer, nämlich verkappte Chauvinisten wie du, wünscht euch die Erde bevölkert mit achtzehnjährigen Kindfrauen, die aber Brüste dick wie Melonen haben müssen, damit das Kind im Manne was zum Hinlangen hat. Am liebsten hättest du wohl, alle Frauen sähen so aus wie die Mädchen auf der Mittelseite der Herrenmagazine.“

Ein Zitat aus einem Minnegesang von Clement Marot, dem bedeutendsten französische Lyriker der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. De facto ist in der Literatur, wenn von Kirschen die Rede ist, meist nur die Mamilla gemeint. So auch hier.

Busen, der du ganz vollkommen bist!
Busen, der von weißer Seide ist,
Der die Rose schlägt in Acht und Bann,
Busen, dem sich nichts vergleichen kann!
Hart bist du, ein Kunstwerk zart und fein,
Süßes Rund aus schönstem Elfenbein,
Du, in dessen Mitte zugespitzt,
Eine kleine rosa Kirsche sitzt!
Niemand sieht sie, niemand kommt ihr nah,
Aber ich will wetten, sie ist da.

Heinrich Heine, einer der letzten Dichter der Romantik, beschreibt in dem Fragment „Der Rabbi von Bacherach„, wie der italienische Don Isaak in der Herberge, in der er zu Abend isst, der Gastwirtin den Kopf verdreht:

„Diesen Busen, Senora, womit soll ich ihn vergleichen? Es gibt in der weiten Schöpfung keine Blume, keine Frucht, die ihm ähnlich wäre! Dieses Gewächs ist einzig in seiner Art. Obgleich der Stum die zartesten Röslein entblättert, so ist doch Euer Busen eine Winterrose, die allen Winden trotzt! Obgleich die saure Zitrone, je mehr sie altert, nur desto gelber und runzliger wird, so wetteifert dennoch Euer Busen mit der Farbe und Zartheit der süßesten Ananas!“

In dem Zukunftsroman „Unfern“ von J. A. deMuth sieht sich der Protagonist eine Zeichnung an, die seine Freundin Claudia von ihm und sich gemacht hat, beim Akt im Bett:

Der Blick fiel seitlich auf uns. Claudia kniend, auf die gestreckten Arme gestützt, den Kopf in den Nacken gelegt, den Mund weit offen, die Brüste zwei elfenbeinernen Auberginen gleich, gespreizt zwischen den Armen. Ich kniete hinter ihr, war im Begriff, den Schwanz in sie einzuführen.

Ich könnte die Reihe noch fortsetzen, denke aber, das Prinzip ist ohnehin klar. Vergleiche, direkt oder indirekt, Metaphern, ergeben deutlichere Bilder und führen schnell zu einem visuellen Eindruck, ohne zu sehr ins Detail gehen zu müssen. Ganz nebenbei haftet ihnen oft noch etwas Poetisches an, was ihnen einen zusätzlichen Reiz gibt.

Gibt es eine Verbindung zwischen der Psyche und der Form einer Brust?

Aber zurück noch mal zu Lorenzoni. Er ist davon überzeugt, dass die Form der Brüste viel über die Psychologie der Frauen sagt. Auch das ist ein guter Grund, in der erotischen Literatur nicht alle Frauen gleich aussehen zu lassen. Gibt es diese Verbindung zwischen Psyche und Form der Brust tatsächlich? Wie kommt es, dass Frauen, die von sich erzählen, als Kinder immer lieber mit Jungs auf Bäume geklettert zu sein, als mit anderen Mädchen gespielt zu haben, häufig später kleiner Brüste haben? Wenn ich in meinen Bekanntenkreis sehe, denke ich, Lorenzoni könnte eventuell Recht haben mit seinen Beobachtungen.

Unten auf der Website wissen-24.org/welche-brustformen-gibt-es_10045/ sind einige von Lorenzonis Thesen stichwortartig zusammengefasst. Mit etwas ausführlicheren Zitaten vorgestellt und ironisch kommentiert werden sie auf der englischsprachigen Seite theregister.co.uk/2005/02/25/breast_shape/ .

Viel Spaß beim Lesen.

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Wie beschreibe ich einen Busen – Einleitung

Wie beschreibe ich einen Busen - EinleitungBusen fristen in der erotischen Literatur, vor allem bei den Selfpublishern, ein tristes Dasein. Sie sind groß. Und prall. Sehen toll aus. Natürlich. Im englischsprachigen Bereich sind sie zumeist „gorgeous“, also prächtig, traumhaft, wunderschön.

Als Frau bekomme ich bei solchen Klischees leicht das Kotzen. Und das nicht aus Neid. Die Bilder, die in den Köpfen durch solche Beschreibungen geformt werden, sind wirklichkeitsfremd.  Sie greifen zu kurz. Statt Individualität zu schätzen, wird Aussehen auf eine bestimmte Norm reduziert. Kein Wunder, wenn Mädchen immer früher zum Schönheitschirurgen rennen – so sie es sich denn leisten können.

Noch immer hoffe ich, die erotische Literatur könne ein wenig Wirklichkeit mit ihrer Vielfalt spiegeln. Sind wirklich alle LeserInnen nur dann glücklich, wenn die Protagonistinnen über eine standardisierte Busengröße verfügen? Ich halte das für unwahrscheinlich. Ebenso unwahrscheinlich, wie ich glaube, dass alle Leute im Fernsehen nur die Einheitskost sehen wollen, die ihnen dort täglich serviert wird.

Ich werde mich in den nächsten Tagen intensiv mit der Frage beschäftigen, wie wir Brüste beschreiben können. Wie wir in der erotischen Texten Bilder malen, die mehr bieten als nur Klischees. Bilder, die im Gedächtnis hängenbleiben. Denn soviel ist klar: Eine Beschreibung, die nicht mehr bietet als wertende Lobpreisungen, kann ein/e LeserIn nicht in Gehirn speichern. Im besten Fall ruft ein solcher Text bestehende Bilder ab. Die sind aber bereits verankert, sei es mit Filmen oder im besten Fall mit realen Personen.

Dabei ist es eine Fausregel der Literatur: weg vom Allgemeinen, hin zum Besonderen. Je klarer und eindeutiger Du etwas beschreibst, desto besser erreichst Du die Leser. Desto klarer werden Bilder mit Deinem Text verankert und bleiben so im Gedächtnis. Und ich glaube, dies ist das Ziel jeder Literatur: im Gedächtnis zu bleiben.

Dabei kenne ich durchaus das Argument, mit dem diese wertenden Beschreibungen verkauft werden: Jeder Leser kann sich sein eigenes Bild machen, wenn er von einem „tollen Busen“ liest. Nicht jeder steht ja auf  die gleichen Formen. Sobald eine Brust eindeutig beschrieben wird, geht im Kopf die Wertung los. Mit allgemeinen Wertungen kann die Autorin dem entgegenwirken.

Für mich klingt das nach einer faulen Ausrede. Einen Busen so zu beschreiben, dass er Lust auf mehr macht, ist Arbeit. Ich werde in den nächsten Tagen ein paar Ansätze beschreiben, werde Links zu Brust-Galerien im Netz posten – und darüber nachdenken, wie wir das, was wir sehen, in Worte fassen können.

Denn machen wir uns nichts vor: Erotische Literatur wird immer expliziter. Das kann sie im Augenblick auch problemlos. Die Zensurbestimmungen sind locker wie nie. Aber anschaulich zu beschreiben, ist ein Handwerkszeug. Und das müssen wir uns aneignen. Also ran ans Werk.

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Geheimnisse

Der zweite Band der Marion F.-Reihe: GeheimnisseDer zweite Band aus der Reihe „Das erotische Tagebuch der Marion F.“ ist seit dem 16.01.2016 als Kindle eBook erhältlich: Sein Name: „Geheimnisse“. Diesmal eine ungewöhnliche Romance-Story.

Darum geht es:

Auf einer Vernissage lernt Marion den Journalisten Michael kennen. Sie verbringen den Abend zusammen und landen schließlich in Michaels Mansarde. Ärgerlich nur, dass Jülich, ein Arbeitskollege von Michael, das Tête-à-Tête stört.
Noch ärgerlicher, dass Michael später beim Sex unbedingt wissen will, woran Marion gerade denkt. Denn manche erotischen Fantasien sollten besser Geheimnisse bleiben.

Leseprobe:

Das Mädchen auf dem überlebensgroßen, glasgerahmten Foto machte mich wuschig. Ihre langen Haare fielen ihr über die nackten Schultern, der Mund war leicht geöffnet, der Kopf gesenkt, der Blick jedoch genau auf den Betrachter gerichtet.
Ich befand mich auf einer Vernissage in einer kleinen Galerie am Hein-Köllisch-Platz auf St. Pauli. Überall standen festlich gekleidete Gäste herum. Viele von ihnen hielten ein Sektglas in der Hand. Eine Freundin von mir stellte ihre Bilder aus. Porträts zumeist. Nahaufnahmen verletzlich wirkender Gesichter junger Frauen, kaum älter als 18 Jahre.
Nadine, so hieß die Künstlerin, unterhielt ein paar Pressemenschen mit Anekdoten von der Entstehung der Fotos. Ich gesellte mich dazu, hörte mit, obwohl ich die Geschichten längst kannte.
„Sie saß also völlig unbeholfen auf dem Barhocker vor der Leinwand. Wollte Model werden, hatte aber keinerlei Erfahrung. Die Kamera habe ich auf einem Stativ befestigt. Gesicht eingezoomt. Den Fernauslöser halte ich in der Hand. Ich frage sie nach ihrem besten Orgasmus. Ihre Miene spiegelt Erschrecken, wird dann aber weicher. Sie öffnet ihre Lippen ein wenig. Schaut mich beschämt an. Senkt den Kopf. Und ich schieße ein Bild nach dem anderen. Lasse den Knopf kaum los. Ich spüre instinktiv, wie verletzlich sie in diesem Augenblick ist. Ein einzigartig zarter Moment.“
Ich ließ das Bild, dessen Intimität auch mich berührte, auf mich einwirken.
Ein junger Mann trat an meine Seite, schwarzer Anzug, hellblaues Hemd über der Hose. Etwas größer als ich. Seine gebräunte Hand hielt eine Zigarette, die nicht brannte. Er deutete auf das Bild. „Sie quietscht beim Sex“, flüsterte er mir zu.
Ich wandte mich ihm zu. Mir gefielen die Lachfalten um seinen Mund. Seine braunen Augen waren in ständiger Bewegung. Sie taxierten das Bild, dann mich. Als unsere Blicke sich trafen, kamen sie zur Ruhe.
„Sie kennen das Mädchen?“, fragte ich.
„Nein, nur diesen Typ. Sie tun aufgeklärt und cool. Aber sie quietschen beim Sex wie bei einer Achterbahnfahrt.“
„Sie mögen keine Teenager?“
„Ich ziehe Frauen in den Dreißigern vor. Sie wissen, was ihnen gefällt und können genießen. Die Aufregung hat sich gelegt.“
„Herzlichen Dank.“
„Habe ich nicht Recht?“, fragte er.
„Doch, durchaus. Wir haben die ersten Erfahrungen hinter uns und sind nicht mehr so überrascht über alles, was beim Sex passiert.“
Er hielt mir seine freie Hand hin. „Michael“, sagte er.
„Monika“, erwiderte ich.
„Haben Sie schon zu Abend gegessen?“
„Wollen Sie mich einladen?“
„Um die Ecke gibt es einen guten Mexikaner. Oder, falls Sie keinen Hunger haben, könnten wir in die Cocktail-Bar oben im Riverside.“

[Ende der Leseprobe]     Hier klicken, um 'Geheimnisse' von Sandra Manther auf amazon.de anzusehen oder zu kaufen!

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