Wie beschreibe ich einen Busen: Brustformen

Wie beschreibe ich einen Busen: BrustformenGestern hatte ich mich mit der Idee beschäftigt, Brüste durch Metaphern zu beschreiben. Das hat den Vorteil, sofort einen Vorstellung hervorzurufen, ohne dass ich als Autor weit ausholen muss. Außerdem ist es eine poetische Art, die nicht zu sehr ins Detail geht.

Wer sich aber ernsthaft an den Versuch macht, für erotische Texte die Form einer Brust in Worte zu fassen, dem hilft vielleicht die Liste der Brustformen, die Bratabase unter bratabase.com/help/shapes/ veröffentlicht hat. Diese Website hat sich zur Aufgabe gemacht, für jede Brustform die richtigen BHs zu finden. Kommerziell, sicherlich, aber in seinen Hilfeseiten durchaus konstruktiv.

Eine deutsche Übersetzung findet ihr auf busenfreundinnen.net. Sowohl im englischsprachigen Original, als auch in der deutschen Übersetzung werden die dreizehn Brust-Formen durch Skizzen illustriert. Diese Liste ist, wie oben angedeutet, ursprünglich gemacht, um für sich die richtige Form eines BHs zu finden.

Die Fragen, die im Hintergrund des Katalogs stehen, können aber jedem angehenden Autoren helfen, von dem Klischee der Einheitsbrüste wegzukommen:

  1. Sind die Brüste eher rund oder spitz?
  2. Sind die Brüste eher oberhalb oder unterhalb der Nippel voll?
  3. Ist der obere Ansatz der Brüste eher breit oder eng?
  4. Sind die Brüste selbst eher breit oder schmal?
  5. Stehen die Nippel selbst eher hoch oder niedrig?
  6. Stehen die Brüste eng zusammen oder ein bis zwei Finger breit auseinander?
  7. Wirken die Brüste eher voll oder leer?

Wie kann so eine Beschreibung praktisch aussehen? Ich habe hier ein Beispiel aus dem Roman “Schwarzes Prisma“, dem ersten Band der Lightbringer-Saga von Brent Weeks. Die Beschreibung, die er bringt, ist nicht übermäßig tiefgreifend. Und doch gibt er eine gute Vorstellung von dem, was dem Helden Kip in diesem Augenblick begegnete. Sie zeigt, wie der obige Fragenkatalog helfen kann, die Form einer Brust zumindest kurz anzureißen:

Die massige Frau erhob sich zu ihrer vollen Größe und fand das Gleichgewicht wieder. Sie war viel größer als Kip, und die Bewegung quetschte sein Gesicht zwischen große, flache Brüste. Irgendwie verfing sich sein Kinn in dem tiefen Ausschnitt ihres Kleides, als sie aufstand, und für einen kurzen Moment – auch wenn er nicht annähernd kurz genug war – war Kips Gesicht zur Gänze verschlungen in einem schlabberigen Dekolleté.

Rundum gelungen finde ich auch die Beschreibung, die Gernot Gricksch in dem Roman Die Bank der kleinen Wunder vom Busen seiner Helding Lisa gibt. Zwar arbeitet auch Gricksch mit Qualifiern. Da es sich hier jedoch um das kritische Selbst-Bild der Protagonistin handelt und dieses noch dazu ironisch gebrochen ist und mit einem originellen Vergleich endet, macht die Lektüre Spaß. Klischees werden so elegant umschifft. Auf die Frage, was die Bedeutung des Qualifiers ‘angenehm kleine Brustwarzen’ ist, gibt sie sofort eine erläuternde Antwort:

Lisa fand, dass der liebe Gott sich beim Verteilen ihrer äußeren Vorzüge mächtig knauserig gezeigt hatte. Aber immerhin: Ihren Busen fand Lisa okay. Sie hatte mehr als eine Handvoll und weniger als diese Silikon-Monster aus dem Dschungelcamp. Feste, nicht allzu weit auseinanderstehende Brüste mit angenehm kleinen Brustwarzen. Lisa fand es scheußlich, wenn Brustwarzen aussahen wie das Muttermal von Michael Gorbatschow.

 

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