Archiv der Kategorie: Erotika schreiben

Wir analysieren Texte aus den Bereichen Belletristik und Sachbuch und machen uns Gedanken, wie qualitativ hochwertige Erotik heute aussehen kann. Wir haben keine Patentrezepte, sondern bringen unsere Überlegungen und Überzeugungen zur erotischen Literatur zu Papier.
Dabei sehen wir die hier vorgestellten Texte als “Work in Progress” an, die ständig erweitert und aktualisiert werden, sobald wir neue, spannende Beispiele oder Themen finden. Im Idealfall entsteht so mit der Zeit ein Ideenpool der erotischen Literatur für alle, die selbst schreiben.

Tentakel in der Literatur: Von den Ursprüngen bis zur Moderne

Tentakel – diese schlangenartigen, vielarmigen Gebilde aus dem Reich der Meereswesen oder fantastischen Kreaturen – haben in der Literatur eine faszinierende und oft kontroverse Rolle gespielt. Aus psychologischer Sicht repräsentieren sie nicht nur das Unbekannte und das Fremde, sondern auch tiefe Sehnsüchte nach Unterwerfung, multipler Stimulation und der Überschreitung gesellschaftlicher Tabus. In diesem Blogpost werfen … Tentakel in der Literatur: Von den Ursprüngen bis zur Moderne weiterlesen

Der Mythos, der im Bett lauert

Vor einer Woche habe ich euch mit auf eine Zeitreise in die Geschichte des klitoralen Orgasmus genommen. Die Klitoris, diese kleine, empfindliche Perle aus Nervenenden, die oben an der Vagina thront, geschwollen und bereit, Wellen der Lust zu entfachen. Sie ist nicht versteckt, nicht geheimnisvoll. Sie pulsiert einfach, wenn Berührung sie weckt, und sie fordert … Der Mythos, der im Bett lauert weiterlesen

Tentacle Erotica in Prosa: Warum Tentakel mehr sind als ein „Kink“

Tentakel-Erotik ist vielen zuerst als Bildgenre begegnet: Manga, Anime, Games. In Prosa wirkt das Motiv auf den ersten Blick „unlogisch“, weil Tentakel keine menschliche Anatomie haben und weil ihr Reiz stark visuell ist. Genau darin liegt aber die Chance. In Texten sind Tentakel weniger Dekoration als Dramaturgie-Werkzeug. Sie können Nähe bauen, Scham vergrößern, Grenzen verhandeln, … Tentacle Erotica in Prosa: Warum Tentakel mehr sind als ein „Kink“ weiterlesen

Der vaginale Mythos: Eine kurze Reise durch die Geschichte

Woher stammt dieser hartnäckige Glaube, dass der Orgasmus einer Frau nur durch Penetration “richtig” sei? Der vaginale Mythos hat tiefe Wurzeln in der Psychoanalyse und der Kultur. Er dreht sich um die Idee, dass der Klitoris-Orgasmus unreif sei und der vaginale der einzig reife, erwachsene Gipfel der Lust. Lass uns das Schritt für Schritt aufdröseln, … Der vaginale Mythos: Eine kurze Reise durch die Geschichte weiterlesen

“Lady Chatterleys Liebhaber” als Dramaturgie-Lehrstück

Erotische Literatur scheitert selten daran, dass Autor*innen zu wenig über Körper schreiben. Sie scheitert daran, dass Körper im Text keine dramaturgische Aufgabe bekommen. Dann ist Nacktheit Oberfläche und nicht Handlung. Genau deshalb lohnt es sich, D. H. Lawrence als Dramaturgen zu lesen: Er baut Erotik nicht als „Szene“, sondern als Konfliktlinie, die Figuren zwingt, Entscheidungen … “Lady Chatterleys Liebhaber” als Dramaturgie-Lehrstück weiterlesen

Technologie trifft Erotik: 3D-Fußscans und die Ästhetik der Perfektion

Füße werden vermessen. Millimetergenau. In drei Dimensionen. Was medizinisch als Fortschritt gilt, verändert auch, wie wir Körper wahrnehmen. Die Technologie macht sichtbar, was vorher nur gefühlt wurde. Sie verwandelt das Organische in Daten. Und mit den Daten kommt eine neue Frage: Was macht die Vermessung mit unserer erotischen Wahrnehmung? Wie verändert sich der Blick auf … Technologie trifft Erotik: 3D-Fußscans und die Ästhetik der Perfektion weiterlesen

Candaulismus als Erzählkunst: Wenn Begehren zur Geschichte wird

Was ist Candaulismus? Der Begriff Candaulismus bezeichnet eine sexuelle Präferenz, bei der eine Person (klassischerweise ein Mann) Erregung daraus zieht, die eigene Partnerin anderen Personen zu zeigen oder von anderen begehrt zu wissen. Der Name geht auf König Kandaules aus der griechischen Mythologie zurück, der seinen Leibwächter dazu brachte, seine Frau nackt zu beobachten – … Candaulismus als Erzählkunst: Wenn Begehren zur Geschichte wird weiterlesen

Die Geschichte des Kandaules: Vom Stolz zum Verhängnis

Die antike Erzählung von König Kandaules von Lydien, überliefert vor allem durch den griechischen Geschichtsschreiber Herodot, ist eine faszinierende Studie über die zerstörerische Kraft von Obsession und die fatalen Folgen überschrittener Grenzen. Der Ausgangspunkt: Blinder Stolz Kandaules herrschte im 8. Jahrhundert v. Chr. über das wohlhabende Reich Lydien in Kleinasien. Er war ein mächtiger König, … Die Geschichte des Kandaules: Vom Stolz zum Verhängnis weiterlesen

Zöpfe, Dutts und Locken: Frisuren als erotische Metaphern

Haare sind mehr als bloße Keratinfasern – sie sind kulturelle Signale, psychologische Projektionsflächen und im literarischen Kontext kraftvolle erotische Symbole. In der erotischen Literatur fungieren Frisuren als vielseitige Metaphern, die weit über die reine Ästhetik hinausgehen und tiefe psychologische Resonanzen erzeugen. Die Psychologie hinter der Haarsymbolik Die menschliche Fixierung auf Haar hat evolutionsbiologische Wurzeln. Volles, … Zöpfe, Dutts und Locken: Frisuren als erotische Metaphern weiterlesen

Begehren ist keine Normtabelle

Weg vom “trotzdem attraktiv” Der häufigste Fehler bei Body Diversity in erotischer Prosa ist nicht fehlende Absicht, sondern der Ton. Sobald der Text klingt, als müsse er etwas “retten”, kippt die Erotik. “Sie ist nicht schlank, aber …” ist keine Beobachtung, sondern ein Urteil mit angehängter Entschuldigung. Genau da entsteht dieser “Inklusions”-Sound, den du vermeiden … Begehren ist keine Normtabelle weiterlesen