Klassiker – Die erotischen Wurzeln unserer Gegenwart
Die Kategorie Klassiker führt zu den Ursprüngen der erotischen Literatur – dorthin, wo Skandal, Tabu und ästhetische Freiheit erstmals aufeinandertreffen. Ob Fanny Hill, de Sade, Belle de jour oder Daphnis und Chloe: Diese Texte sind mehr als historische Dokumente. Sie sind Laboratorien des Begehrens, frühe Experimente mit Macht, Körperlichkeit und Erzählformen. manther liest sie nicht aus antiquarischem Interesse, sondern als Inspirationsquellen für heutige Autor*innen: Was verraten sie über Dramaturgie? Welche Figurenkonzepte, welche Grenzverschiebungen wirken bis heute nach? Und wie lässt sich das Provokative der Vergangenheit in moderne Narrative übersetzen? Klassiker ist die Kategorie, in der erotische Literaturgeschichte lebendig wird – als Werkzeug, Spiegel und Herausforderung.
Erotische Literatur scheitert selten daran, dass Autor*innen zu wenig über Körper schreiben. Sie scheitert daran, dass Körper im Text keine dramaturgische Aufgabe bekommen. Dann ist Nacktheit Oberfläche und nicht Handlung. Genau deshalb lohnt es sich, D. H. Lawrence als Dramaturgen zu lesen: Er baut Erotik nicht als „Szene“, sondern als Konfliktlinie, die Figuren zwingt, Entscheidungen … “Lady Chatterleys Liebhaber” als Dramaturgie-Lehrstück weiterlesen →
Die antike Erzählung von König Kandaules von Lydien, überliefert vor allem durch den griechischen Geschichtsschreiber Herodot, ist eine faszinierende Studie über die zerstörerische Kraft von Obsession und die fatalen Folgen überschrittener Grenzen. Der Ausgangspunkt: Blinder Stolz Kandaules herrschte im 8. Jahrhundert v. Chr. über das wohlhabende Reich Lydien in Kleinasien. Er war ein mächtiger König, … Die Geschichte des Kandaules: Vom Stolz zum Verhängnis weiterlesen →
Guillaume Apollinaires Les Onze Mille Verges ou les Amours d’un Hospodar gilt als eines der provokantesten, zugleich sprachlich spielerischsten erotischen Werke der französischen Literatur. Der Roman ist kurz, aber extrem dicht, voller grotesker, komischer, sadistischer und surrealer Episoden – ein typisches Beispiel für Apollinaires anarchisches Verhältnis zu Erotik, Humor und Avantgarde. Inhalt und Struktur Der … „Die elftausend Ruten“ von Guillaume Apollinaire (1907) weiterlesen →
Kaum ein erotischer Roman aus dem 18. Jahrhundert hat einen so nachhaltigen Ruf erlangt wie Memoirs of a Woman of Pleasure, besser bekannt als Fanny Hill. Der britische Autor John Cleland verfasste den Text um 1748/49 – und damit mitten in einer Zeit, in der die englische Literatur zwar moralisch geprägt war, aber in privaten … Fanny Hill – Ein Skandalroman mit langem Atem weiterlesen →
Um die Rolle von Anne-Marie in Pauline Réages Roman “Die Geschichte der O” im Rahmen von Joseph Campbells System der Heldenreise zu analysieren, müssen wir zunächst Campbells Konzept und die spezifische Dynamik des Romans betrachten. Campbells Heldenreise, wie in “Der Heros in tausend Gestalten” beschrieben, ist ein narrativer Archetyp, der die Reise eines Helden durch … Die dramaturgische Funktion der Anne-Marie in “Die Geschichte der O” weiterlesen →
Der Surrealismus, eine künstlerische und literarische Bewegung, die in den 1920er Jahren in Paris entstand, hat eine tiefe Verbindung zu den Werken des Marquis de Sade. Diese Verbindung basiert auf einer gemeinsamen Bewunderung für das Unbewusste, die Freiheit des Geistes und die Herausforderung bürgerlicher Moral. Gemeinsame Ideale und Themen Einfluss auf Surrealistische Künstler und Autoren … Surrealismus und de Sade: Eine symbiotische Beziehung weiterlesen →
Marquis de Sade, dessen Name das Wort “Sadismus” geprägt hat, hat einen tiefgreifenden und komplexen Einfluss auf die Literatur und die Kultur insgesamt ausgeübt. Seine Werke, besonders “Die 120 Tage von Sodom”, “Justine” oder “Die Philosophie im Boudoir”, haben nicht nur die Grenzen der moralischen und sexuellen Erzählung erweitert, sondern auch verschiedene literarische und philosophische … Der Einfluss de Sades auf die Literatur weiterlesen →
Die “120 Tage von Sodom” von Marquis de Sade ist ein Werk, das seit seiner Entstehung im 18. Jahrhundert für Kontroversen gesorgt hat. Dieses Buch, das de Sade während seiner Inhaftierung in der Bastille schrieb, ist ein radikales Zeugnis von Gewalt, Sex und Macht, das die Grenzen der menschlichen Moral und Ethik auf eine Weise … “Die 120 Tage von Sodom” von Marquis de Sade – Eine Analyse des Skandals und der Zensur weiterlesen →
„Belle de jour“ (dt.: Schöne des Tages) erzählt die Geschichte von Séverine Serizy, einer jungen, attraktiven Frau aus der Pariser Bourgeoisie, die in ihrer Ehe mit dem wohlhabenden, aber emotionslosen Arzt Pierre Serizy emotional und sexuell unerfüllt ist. Trotz ihrer Liebe zu Pierre sehnt sich Séverine nach Erlebnissen, die ihre geheimen und unausgesprochenen Fantasien erfüllen. … “Belle de jour” von Joseph Kessel (1928) weiterlesen →
Das Buch Die Mädchenschule (Originaltitel: L’École des filles) von Jean Millot und Michel L’Ange ist ein herausragendes Werk des frühen 17. Jahrhunderts. Ursprünglich 1655 in Frankreich veröffentlicht, gilt es als eines der ersten explizit erotischen Werke der französischen Literatur. Entstehungs- und Publikationsgeschichte Das Buch wurde zunächst anonym publiziert, was typisch war für Schriften dieser Art … Jean Millot und Michel L’Ange: “Die Mädchenschule” weiterlesen →