Neuer Folgen-Button auf amazon.de

Nur ein kleiner Tipp für zwischendurch: Inzwischen könnt ihr uns auch direkt auf amazon.de folgen. Denn in die Autoren-Seiten hat Amazon am 27.07.2016 einen Folgen-Button integriert.  Ihr findet ihn direkt unter dem Autoren-Bild:

Der neue Folgen-Button auf amazon.deSobald ihr auf den Folgen-Button klickt, werdet ihr via E-Mail von Amazon über alle Neuerscheinungen eurer Lieblingsautoren auf dem Laufdenden gehalten. So zum Beispiel über alle neuen Titel von Marc und mir. Das ist sicher eine gute, direkte Möglichkeit. Im E-Mail-Postfach schaut ihr mit Sicherheit täglich nach, während die unterschiedlichen Blog-Register ihre Meldungen doch eher sporadisch streuen.

Und über die Informationspolitik von Facebook brauchen wir an dieser Stelle gar nicht zu reden. Facebook will in erster Linie Geld mit bezahlter Promotion machen. Daher ist es zwar eine Möglichkeit, aber keine sichere Informationsquelle, uns dort zu folgen.

Die Funkion, via E-Mail über Neuerscheinungen bestimmter Autoren informiert zu werden, wurde auf amazon.com bereits im Oktober 2014 realisiesrt, ist aber bei uns noch wenig ausgereift. Weder können wir Autoren sehen, wie viele Leute uns auf Amazon folgen, noch können wir als Leser einen Überblick bekommen, wem wir aktuell alles folgen.  Amazon behält all diese Informationen für sich – was aus Sicht des Datenschutzes bestimmt sinnvoll ist.  Allerdings wäre die ein oder andere Statistik-Funktion für uns durchaus hilfreich.

Laut selfpublisherbibel.de können ausgewählte Autoren ihren Amazon-Followern anlässlich neuer Veröffentlichungen auch persönliche Mitteilungen zukommen lassen. Das ist aber nur einem erlauchten Kreis vorbehalten und lässt sich von uns Autoren nicht einfordern. Wir müssen also darauf warten, von Amazon dazu eingeladen zu werden.  Ob das für kleine Selfpublisher wie uns je realistisch wird, ist fraglich.

Für die Autoren unter euch: Voraussetzung, um den neuen Folgen-Button auf amazon.de nutzen zu können, ist eine eigene Autoren-Seite, die ihr unter authorcentral.amazon.de anlegen könnt.

Und für diejenigen von euch, die den neuen Folgen-Button gleich einmal ausprobieren wollen, hier noch mal die Links zu den Autorenseiten von Marc und mir:
Autorenseite Sandra Manther
Autorenseite Marc Manther

 

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Der Adult-Filter auf amazon.de

Das Problem Adult-Filter

Nach zwölf erotischen Geschichten aus unserer Feder hat der Amazon- Adult-Filter bei der neuen Story „Das Jagdschloss“ das erste Mal zugeschlagen. Porno-Alarm. Sprich: Eingeschränkte Anzeige bei den Suchergebnissen von Amazon. Sprich: Eingeschränkte Verkäufe. Kein Todesstoß, da sich der Filter bei der Suche ausstellen lässt, wenn man ihn kennt. Aber zumindest ein deutlicher Dämpfer, weil lange nicht jeder Amazon-Nutzer weiß, wie.

Dabei ist der Hinweis, eine Geschichte der Rubrik „Erotik“ sei nicht jugendfrei, eigentlich eine Tautologie. Denn sobald ich das Genre „Erotik“ beim Einstellen des Titels ins KDP-Programm anwähle, erscheint die Altersangabe „18+“ automatisch im Feld für das geeignete Lesealter. Diese Einstellung kann ich nicht  verändern.

Umso mehr irritiert es, dass innerhalb der Erotik die allermeisten Titel nicht vom sogenannten Adult-Filter betroffen sind. Wir selbst haben ja auch 11mal das Rating „Safe“ erhalten, bevor „Das Jagdschloss“ im Filter hängen blieb.

Gerade weil in der Kategorie „Erotik“ so viele Bücher angezeigt werden, kommen viele Leser des Genres gar nicht auf die Idee, nach gefilterten Texten zu suchen und den Adult-Filter zu deaktivieren. Was dazu führt, dass die im Filter hängengebliebenen Texte nicht angezeigt werden und folglich auch nicht gekauft werden können. Deswegen ist das Rating „Adult“ in der Regel mit etlichen finanziellen Einbußen verbunden.

Woran erkenne ich den Adult-Filter?

Wenn ein Buch in den Suchergebnissen von Amazon nicht angezeigt wird, ist das ein sehr schlechtes Zeichen. Ich bin eher zufällig darauf gestoßen, dass es mit meinem neuen Buch Probleme gibt. Nachdem ich gestern eine Mail von KDP erhielt, „Das Jagdschloss“ sei jetzt im Kindle-Shop verfügbar, wollte ich mir das Ergebnis heute morgen ansehen. Ich ging kurzerhand auf die Startseite von Amazon.de und habe im Suchfeld „manther jagdschloss“ eingegeben. Kein Resultat.

Also erweiterte ich meine Suche, indem ich das Wort „Jagdschloss“ strich und nur „Manther“ abfragte. Jetzt tauchten zumindest die Mehrzahl unserer bisherigen Veröffentlichungen auf. „Das Jagdschloss“ blieb verschwunden. Ein genauerer Blick auf die Suchergebnisse zeigte, dass laut Kopfzeile „Die beliebtesten Ergebnisse“ aufgelistet sein sollten. Als Alternative steht dort oben der Link „Alle Ergebnisse anzeigen“. Und erst, als ich diesen Alternativlink angeklickt habe, erschien dann auch „Das Jagdschloss“.

Offensichtlich ist dieses „Alle Ergebnisse anzeigen“ das deutsche Pendant zum amerikanischen „Your search contains adult items which have been hidden. If you wish to see them, click here“ – sprich: der Adult-Filter wird damit ausgeschaltet. Jedenfalls hatte ich, nachdem ich dies einmal angeklickt hatte, keine Probleme mehr damit, meine Story zu finden – egal wo und wie ich suchte. Da muss man aber erst einmal drauf kommen. Denn mit dem deutschen Satz wird fälschlich suggeriert, dass der neue Band einfach bei den Amazon-Kunden nicht beliebt ist, also ein Qualitätsproblem vorliegt.

Aaron Shepards Sales Ranks zeigt auch den Adult-FilterDie Wahrheit ist aber eine andere. Um gegenzuchecken, ob „Das Jagdschloss“ von Amazon mit den Bann „Adult“ belegt wurde, rief ich das Tool salesrankexpress.com von Aaron Shepard auf. Zwar werden für Kindle-Veröffentlichungen keine Verkaufsdaten angeboten. Dafür wird dort aber das Content Rating angezeigt. Und für „Das Jagdschloss“ prangt da rot und fett der Hinweis: „Adult“ statt des erstrebenswerten „Safe“. Wenn ich also noch einen Beweis gebraucht habe: Shepards Tool hat es mir geliefert.

Nun sind sich die über Foren relativ gut vernetzten Erotik-Autoren einig, dass Amazon sich nicht besonders um den Inhalt einer Story kümmert, solange der äußere Rahmen gewahrt bleibt. Somit sind es vor allem zwei Punkte, die als Auslöser für den Adult Filter infrage kommen: Das Cover und der Klappentext.

Auslöser für den Adult-Filter 1: Das Cover

Es gibt keine offzielle Liste jener Dinge, die auf einem Cover nicht zu sehen sein dürfen! Die Inhaltsrichtlinien, auf die Amazon in seiner Standardmail verweist, sind in diesem Zusammenhang hochgradig schwammig. Natürlich habe ich den KDP-Service angeschrieben und nachgefragt, wo das Problem liegt und ob ich etwas ändern kann, um diesen dummen Adult-Filter loszuwerden.

Gerade habe ich entdeckt, dass meine seit heute verfügbare Kurzgeschichte „Das Jagdschloss“ mit dem Adult-Rating versehen wurde und nur sehr zögerlich in den Suchergebnissen angezeigt wird.
Da ich nicht sicher bin, womit ich mir das Rating eingehandelt habe, wollte ich einfach einmal nachfragen:
Würde es helfen, auf dem Cover die Dame ein wenig tiefer zu positionieren, so dass der Ansatz ihres Pos nicht mehr zu sehen ist?
Oder liegt die Crux eher im blurb, in der Kurzbeschreibung des Inhalts? Falls dort bestimmte Reizworte auftauchen, die ich in Zukunft besser vermeiden sollte, würde ich mich ebenfalls über eine kurze Benachrichtigung freuen, damit ich den Fehler beheben und in Zukunft vermeiden kann.
In jedem Fall bin ich bemüht, die Gründe, die zum Adult-Rating geführt haben, in kürzester Zeit abzuschaffen, um das Buch dann erneut einzureichen.

Wie Amazons Antwort zeigt, ist meine Anfrage jedoch bereits im First-Level-Support des KDP hängengeblieben und nicht an die zuständigen Mitarbeiter der „Qualitätsabteilung“ weitergeleitet worden. Das Ergebnis war ein Baukasten-Brief, der auf keine der Fragen einging und lediglich bestätigte, was ich ohnehin schon wusste:

Wie unsere Qualitätsabteilung ermittelt hat, enthält ihr Buch „Das Jagdschloss“ nicht jugendfreie Inhalte. Bücher mit nicht jugendfreien Inhalten werden in unser allgemeinen Produktsuche nicht angezeigt, wie Sie warscheinlich schon gesehen haben. Sie werden jedoch in der Suche innerhalb der Kategorie Kindle angezeigt, sofern die Anzeige von nicht jugendfreien Inhalten aktiviert wurde.
Wir behalten uns das Recht vor, die Angemessenheit von Inhalten selbst zu beurteilen. Dies kann sich auf Coverbilder, Buchdetails (Metadaten) oder den Inhalt des Buchs beziehen.

Gerade der vorletzte Satz zeigt, wie schwammig die Sachlage oft ist. Da es keine Liste der Dinge gibt, an die man sich halten kann, ist das Spiel mit den Amazon-Zensurbehörden ein ewiges Trial and Error. Schlimmer noch: Was bei einem Autoren durchgeht, muss beim nächsten noch lange nicht klappen.

Im Netz schreiben Autoren immer mal wieder von ihren eignen Erfahrungen mit dem Filter. So sind zumindest einige Cover-Probleme mittlerweile bekannt. Ich beziehe mich im Folgenden auf eine Liste, die Selena Kitt in ihrem Blog zusammengestellt hat.

  • zu viel Haut
  • Brüste (auch von der Seite, schräg von hinten oder mit Händen bedeckt )
  • angedeuteter oder vollzogener Geschlechtsverkehr (auch wenn die Modelle nicht nackt sind)
  • intime Berührungen (auch wenn die Modelle angezogen sind)
  • leidende oder gar weinende Modelle
  • Handschellen und/oder Bondage
  • Schmutzige Wörter im Titel

Auslöser für den Adult-Filter 2: Der Klappentext

Sicherste Möglichkeit, um den Adult-Filter reingewürgt zu bekommen, ist sicher nach wie vor die „Warnung: Nur für Erwachsene“ oder ähnliches. Selbst, wenn es nicht als Werbegag gemeint ist, bleibt es kontraproduktiv.

Bestimmte Themen haben im Klappentext nichts zu suchen und sollten besser nur angedeutet werden, wenn ihr nicht vorhabt, den Adult-Filter auf den Plan zu rufen. Dazu gehören:

  • Sex mit Familienmitgliedern
  • Sex mit Minderjährigen
  • Jungfräulichkeit und Defloration
  • Stillen und Laktation
  • Dubcon – Sex, bei dem nicht klar ist, ob alle Beteiligten einverstanden sind
  • Vergewaltigung

Falls ich etwas Wichtiges vergessen habe, hinterlasst gern einen Kommentar unter diesem Post.

In ihrem Buch „The Six-Figure Erotica Author: How I Make Six Figures Self-Publishing Erotica“ hat Jade K. Scott ein System entwickelt, diese Begriffe kreativ zu umschiffen. Damit können Fans erkennen, worum es in einer Story geht, ohne dass der Adult-Filter gleich auf den Plan gerufen wird. So redet sie in ihren Klappentexten statt von „Daddy“ oder dem Stiefvater einfach vom „Mann des Hauses“. Offensichtlich springen die Amazon-Spider bei der Jagd nach möglichen filterwürdigen Texten auf diesen Ausdruck noch nicht an. Wer sich für diese Art des Slaloms interessiert, erhält in ihrem Buch einige brauchbare Ideen.

Das Problem bei solchen Umschreibungen liegt aber darin, dass die Leser erst einmal dechiffrieren müssen, was ihr damit meint. Es macht also Sinn, zunächst einmal bei thematisch ähnlich gelagerten Büchern zu schauen, wie dort das Thema im Klappentext beschrieben wird. Und dann – z.B. mit dem Salesrankexpress von Shepard – zu prüfen, ob dieser Ausdruck den Adult-Filter passiert hat.

Das ist zunächst einmal mühselig. Aber da ihr, solange ihr mit einem bestimmten Autorennamen arbeitet, ohnehin einem Subgenre treu bleiben solltet, muss die Arbeit nur einmal gemacht werden. Dann wisst ihr, mit welchen Ausdrücken ihr den Filter austrickst und euer Zielpublikum findet.

Was tun?

Da Amazon selbst keine Gründe für das Rating nennt, blieb mir nichts, als Cover und Klappentext zu überarbeiten, in der Hoffnung, damit alles all zu Anstößige aus den Bereichen zu löschen.

Hier das Cover in der Vorher – Nachher-Version:

Cover Marc Manther: Das Jagdschloss       Das neue Cover von Marc Manthers "Das Jagdschloss"

Ihr seht, der Po der jungen Dame ist jetzt züchtig bedeckt, wenn auch nur deswegen, weil ich den Bildausschnitt vergrößert habe.

Im zweiten Schritt habe ich den Klappentext von allen konkreten Hinweisen auf Sexpraktiken und Orgasmen gereinigt. Zwar gehe ich davon aus, dass dies die Kauflust des Zielpublikums ein klein wenig mindern wird. Aber durch diese  Konzession wird das Buch wieder in allen Suchergebnissen gelistet und nicht nur dann, wenn die Leser vorher den gut versteckten Suchfilter deaktivieren.

Anschließend habe ich eine E-Mail an kdp-support@amazon.de aufgesetzt:

Sehr geehrte Mitarbeiter im KDP,
Ich möchte Sie bitten, den Titel „Das Jagdschloss“ von Marc Manther (ASIN B01IDZYCEI) einer neuen Prüfung zu unterziehen. Ich habe das Coverbild entschärft und auch den Klappentext gesäubert. Daher hoffe ich, es gibt keinen Grund mehr für ein „Adult“-Rating, dass den Titel von der Suche auf der Startseite von Amazon ausschließt.
Ich würde mich freuen, wenn Sie den Titel mit „Not adult“ kennzeichneten.
Mit freundlichen Grüßen,
Marc Manther

Den Mail-Text habe ich mehr oder weniger von Selena übernommen. Die hat ihn für diesen Zweck freigegeben. Dementsprechend steht es euch frei, auch meine deutsche Version bei Bedarf zu nutzen.

Es hat übrigens keine 24 Stunden gedauert, dann hatte ich folgende Antwort von  kdp-publizieren@amazon.de in meinem Mailfach:

… Nach erneuter Überprüfung haben wir entschieden, die Beschränkungen für diese Bücher aufzuheben. Sie werden jetzt in der allgemeinen Produktsuche angezeigt. Dies kann bis zu 24 Stunden dauern.
Wir bedanken uns für Ihre Rückmeldung und entschuldigen uns für etwaige Unannehmlichkeiten, die durch diese kurzfristige Beschränkung verursacht worden sind.

An der Formulierung „für diese Bücher“ ist zu sehen, dass es für diesen Vorgang bereits Block-Bausteine bei Amazon gibt. Denn ich habe ja definitiv nur für ein Buch angefragt. Ich schließe daraus,  es kommt häufiger vor, dass Autoren gleich eine ganze Reihe von Titeln überarbeiten, um sie neu einzureichen. Sonst wäre im Mail-Setzkasten die Standardformulierung „für Ihr Buch“ abgespeichert worden.

Ihr seht: Es lohnt sich, bei einem Adult-Rating ein wenig Zeit zu investieren, um den Schaden abzuwenden.

Marc MantherAlles Liebe und viel Erfolg,
Marc

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Marc Manther: Das Jagdschloss

Cover Marc Manther: Das JagdschlossNach einer kleinen Pause habe auch ich jetzt eine neue Geschichte auf den Markt geworfen: „Das Jagdschloss“ ist am 14.07.2016 im Amazon KDP erschienen. Diesmal mit einem Hauch Gothic, der – nach „Svetlana“ fast üblichen – Portion BDSM, und natürlich einer kleinen Liebesgeschichte. Eine Story um Voyeuristen und Exhibitionisten. Der Plot beginnt nahezu klassisch, aber ich denke, ich habe die Geschichte in eine ganz eigene Richtung gedreht. Aber lest selbst.

Darum geht es:

Ein erstes Date zwischen Ben und Nina führt sie ins Nordelsass. Doch auf der Rückfahrt vom Restaurant macht der Wagen Probleme und verreckt mitten im Wald, fernab der Zivilisation. Zum Glück entdecken sie zwischen den Bäumen Lichter und kommen so zu einem alten Jagdschloss.
Ben spricht kein Französisch, aber Nina erhält die Möglichkeit, sich ein wenig frisch zu machen, bevor sie wieder gehen. Sie verschwindet. Irgendwann macht sich Ben auf die Suche nach ihr. Und muss feststellen, dass sie in einer Art Privatclub geraten sind. Sämtliche Zimmer sind mit venezianischen Spiegeln ausgestattet, die er von den Gängen aus einsehen kann, die Salons ebenso wie die Badezimmer. Er sieht, wie Frauen gezüchtigt werden und alte Herren in intimes Liebesspiel mit jungen Damen vertieft sind.
Schließlich findet er auch Nina wieder. Er beobachtet sie beim Duschen und später bei einer intimen Massage, die sie zum Höhepunkt bringt. Doch es dauert, bis er durch das Wirrwarr an Gängen zu ihr findet. Sie dürfen über Nacht bleiben. Aber natürlich hängen auch in ihrem Zimmer an allen Wänden Spiegel.

Leseprobe:

Kurz vor Mitternacht fing der Motor des Renault an zu stottern, setzte aus und ließ sich nicht mehr starten. Sie waren mit Ninas Auto unterwegs und hatten sich hoffnungslos verirrt. Natürlich gab es in ihrem Auto kein Navigationsgerät. Es besaß ja nicht einmal ein funktionierendes Radio.
Nina drehte den Zündschlüssel und versuchte, den Wagen wieder in Gang zu bringen. Ohne Erfolg. Ben, der neben ihr saß, achtete kaum auf das, was sie tat. Selbst mit leicht zusammengekniffenen Augen und einem harten Zug um ihren Mundwinkel fand er sie wunderschön. Das gebräunte Gesicht ließ ihre blonden Haare noch heller wirken. Auch faszinierte ihn ihre kleine Stupsnase.
Die Straße, auf der sie festsaßen, was schmal und hatte nicht einmal einen Mittelstreifen. Sie befanden sich im Pfälzerwald. Im französischen Teil, irgendwo im Nordelsass. Ben erinnerte sich nicht, wann sie das letzte Mal eine Ortschaft durchfahren hatten.
Auch war wenig hilfreich, dass er kein Französisch sprach.
In dem grenznahen Restaurant, in dem sie zu Abend gegessen hatten, war das kein Problem gewesen. Die Speisekarte war zweisprachig und auch der Kellner, der sie bediente, konnte Deutsch.
Nach dem Essen standen sie eine Weile unschlüssig vor dem Lokal. Ben hatte keine Lust, schon nach Hause zurückzufahren, zögerte jedoch, dies Nina zu gestehen. Es war ihr erstes Date und er war noch unsicher bezüglich ihrer Gefühle für ihn.
„Ist eigentlich noch zu früh, um gleich wieder umzukehren“, ergriff Nina glücklicherweise die Initiative. „Wenn du willst, fahren wir noch ein bisschen am Fluss entlang und schauen, ob wir eine ein gemütliches Plätzchen am Wasser finden. Ich habe im Kofferraum einen Indiacaball. Wir könnten den Sommerabend mit einer Runde Indiaca beenden.“
Er hätte den Teufel getan, die Chance, mehr Zeit mit ihr zu verbringen, auszuschlagen.
Zumal er schon früh am Abend festgestellt hatte, dass sie keinen BH trug. Die Vorstellung, mit ihr ein wenig Sport zu treiben und zu erleben, wie ihre Brüste in der weißen Stretchbluse in ständiger Bewegung blieben, erregte ihn. Die Tatsache, dass die obersten Knöpfe der Bluse offen standen, fachten seine Phantasie zusätzlich an. Vielleicht würde er an diesem Abend mehr von ihr zu sehen bekommen, als er sich von diesem ersten Date erhofft hatte.
Sie mussten allerdings eine ganze Weile suchen, bis sie an einer Flussbiegung eine frei zugängliche Wiese fanden. Nina stellte den Renault am Straßenrand ab. Aus dem Kofferraum holte sie ein paar Sneakers. Sie setzte sich seitlich auf den Fahrersitz, um ihre Pumps auszuziehen.
Ben war ausgestiegen und um den Wagen herumgekommen. Während sie sich vorbeugte, um die Schuhe zu wechseln, warf er einen flüchtigen Blick in ihre Bluse. Und ihm gefiel, was er dort sah. Ihre Brüste standen spitz ab, handtellergroß und sonnengebräunt. Himbeerrote Vorhöfe, nicht größer als eine Daumenspitze, thronten in ihrer Mitte.
Nina schaute ihn fragend an, lächelte dann aber. Wenn sie seinen neugierigen Blick bemerkt hatte, schien es sie nicht zu stören.
Sie hatte sich ihrer Pumps entledigt und griff nach den Sneakers. Kurz fragte sich Ben, wie sie mit den Schuhen überhaupt hatte Auto fahren können. Aber offensichtlich besaß sie Übung in solchen Dingen.
Auch ihre Füße gefielen ihm. Sie streckte ihren Spann, um in den Turnschuh hineinzugleiten. Glatt, leicht gebräunt, schlank, mit einem dezenten, naturfarbenen Nagellack an den Zehennägeln. Vielleicht würde er sie nach dem Spiel zu einer Fußmassage überreden können.
Kurzerhand streifte er auch seine Schuhe ab. Für den Restaurantbesuch hatte er seine schwarzen Businessschuhe angezogen, die ihm beim Sport nur hinderlich wären. Er entledigte sich der Socken und wackelte mit den Zehen. Das Gras unter seinen Füßen war noch warm von der Sommersonne.
Es dauerte eine Weile, bis er die Technik beim Indiaca raus hatte und die Ballwechsel länger wurden. Er hatte nicht gedacht, dass dies ein derart dynamisches Spiel sei. Anfangs achtete er noch mehr auf das, was sich unter Ninas Bluse abspielte. Leider waren ihre Brüste zu fest, um stark zu wippen. Aber ihm gefiel, wie sich das elastische Gewebe um ihre Rundungen presste, wenn sie einen Aufschlag machte oder mit dem Arm weit ausholte. Je länger sie sich den Indiacaball zudreschten, desto stärker konzentrierte er sich auf seine Technik. Und desto mehr Spaß machte es ihm.
Sie fingen an zu schwitzen. Das sah bei Nina besonders reizvoll aus, weil ihre gebräunte Haut einen goldenen Schimmer bekam. Und weil ihre Bluse begann, am Körper zu kleben und zunehmend durchsichtiger zu werden. Ihre Nippel, die er vorhin als leichte Erhebungen inmitten der Vorhöfe wahrgenommen hatte, zeichneten sich inzwischen deutlich unter dem elastischen Stoff ab. Ihre Höfe bildeten nette, unübersehbare Farbtupfer.
Nina schien das in keiner Weise peinlich zu sein. Sie gab sich ganz dem Spiel hin und lachte die meiste Zeit. Ben wertete das als gutes Zeichen. Prüde war sie jedenfalls nicht.
Allerdings änderte sich seine Beurteilung, als ein Spaziergänger mit seinem Hund den Weg am Fluss entlang kam. Als dieser grüßend die Hand hob, winkte Nina fröhlich zurück. Offensichtlich war es ihr kein bisschen unangenehm, auch vor Unbekannten derart offenherzig aufzutreten. Missgelaunt sah Ben, wie der Fremde Nina taxierte. Er spürte Eifersucht in sich hochkochen.
„Er gafft dich ganz schön an“, sagte er.
„Er ist doch nur freundlich“, entgegnete sie.
„Merkst du nicht, wie er deinen Busen anstarrt?“
„Tust du doch auch.“ Sie grinste. „Ihm gefällt, was er sieht. Ich nehme das als Kompliment.“
Irgendwie hatte er gehofft, Nina hätte sich für ihn so angezogen. Jetzt aber beschlich ihn das Gefühl, sie mochte es einfach, von Männern angesehen zu werden.
Sie brachen das Spiel kurz darauf ab und gingen zurück zum Auto. Zunächst schien Nina seine Enttäuschung nicht zu bemerken. Aber es wollte kein rechtes Gespräch mehr aufkommen.
Und dann, nachdem die Dunkelheit sich über das Waldgebiet gesenkt hatte, blieb der Wagen mitten im Nirgendwo liegen.
Genervt stieg Ben aus und machte sich auf den Weg in die Richtung, in die sie gefahren waren. Irgendwo musste diese Straße ja hinführen.
Das einzige Licht, das er zur Verfügung hatte, stammte vom Mond, der als Sichel am nachtblauen Himmel stand. Etwas flog an ihm vorbei. Als es sich in die Luft erhob, meinte er im fahlen Licht eine Fledermaus zu erkennen. Irgendwo in der Ferne klopfte sich ein Specht eine späte Mahlzeit aus dem Holz. Im Unterholz knackte es leise.
Er war nicht weit gekommen, als er hinter sich die Wagentür zuknallen hörte.
„Du willst mich doch nicht ernsthaft hier im Auto allein lassen?“, rief Nina.
Er zuckte mit den Schultern, rechnete aber nicht damit, dass sie dies sehen könne. Er hatte sein Verhalten für ritterlich gehalten und merkte nun, dass es besser gewesen wäre, sich mit ihr abzusprechen. Bei genauerer Betrachtung war sein Handeln sogar ausgesprochen dämlich. Denn selbst wenn er einen Einheimischen träfe, wie sollten sie sich verständigen?
„Kommst du mit?“, rief er zurück.
„Sicher, du Idiot!“
Sie kam im Mondlicht auf ihn zu und er fand sie schön. Ihr langes blondes Haar schien zu schimmern. Die weiße Bluse und die helle Hose hoben sich gegen den dunklen Hintergrund des Waldes ab.
Es war kühl geworden. Unweigerlich stellte er sich vor, wie ihre Nippel auf die hereinbrechende Nacht reagierten. Ninas Bluse klebte zwar nicht mehr am Körper, war aber auch noch nicht ganz getrocknet. Ihre Brüste zeichneten sich gut sichtbar unter dem dünnen Stoff ab.
Sie gingen schweigend nebeneinander her. Ben hätte sie gern in den Arm genommen. Zu ihrer Linken fiel der Wald ab. Aus dem Tal hörten sie jetzt das leise Plätschern eines Waldbachs. Rechts stieg er einen Hügel an. Dort sahen sie schließlich Licht zwischen den Bäumen hindurchschimmern. Wenig später entdeckten sie eine Zufahrtsstraße und folgten ihr.
Sie befanden sich unterhalb einer Anhöhe, auf der ein altes Jagdschloss stand. Die Fenster des Schlosses waren trotz der Uhrzeit noch hell erleuchtet. So machte Ben sich gewisse Hoffnungen, dort Hilfe zu bekommen. Zumindest würde es ein Festnetztelefon geben.

[Ende der Leseprobe] Buch auf amazon.de ansehen

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Stichworte für eure KDP eBooks

Bei Sandras erster erotischen Geschichte, „Monikas Keller„, waren wir noch froh, überhaupt sieben Suchstichworte zu finden, als KDP beim Einstellen die Frage nach den Keywords stellte.  Damals hatten wir noch nicht begriffen, was für ein mächtiges Tool uns dort zur Verfügung gestellt wird, um unsere Bücher auffindbar zu machen. Inzwischen sind wir um einige Erfahrungen reicher.

Das Subgenre

Wie schon an anderer Stelle erwähnt: Auf der amerikanischen Amazon-Seite finden sich im Bereich Erotika Labels für diverse Subgenres (schaut einmal hier). Da diese Einteilung auf amazon.de fehlt, wäre es bereits hilfreich, das Subgenre, in dem ihr eure Story ansiedelt, in den Keywords zu nennen. So haben Fans des Genres eine gewisse Möglichkeit, euer Buch zu finden, auch wenn sie euren Namen noch nie gehört haben.

Erotische Subgenres nach Amazon.comDie Subgenres, mit denen Amazon.com arbeitet, sind:

  • Action und Abenteuer
  • Afro-Amerikaner
  • BDSM
  • Historisch
  • Horror
  • Humor
  • Gemischtrassig
  • LGBT (Lesbisch, Gay, Bi, Transgender)
  • Krimi
  • Paranormal
  • Romantische Erotik
  • Science Fiction
  • Suspense
  • Thriller
  • Urban (Leben in der Großstadt)
  • Viktorianisch
  • Western

Mittlerweile hat Amazon eine aktualisierte Liste der hauseigenen Erotik-Kategorien erstellt – mit den Keywords, die genutzt werden sollten, um in dieser Kategorie zu erscheinen. Denn direkt anwählbar sind die Kategorien beim Einstellen nicht. Hier der Link:
https://kdp.amazon.com/de_DE/help/topic/A3RTWC5Y4P5391

Eure Nische

Diese Subgenres sind nur relativ breite Harken, um eure Geschichten dem richtigen Lesepublikum zuzuordnen. Aber jeder Leser hat seinen eigenen Fetisch, seine eigene Nische. In dieser Nische will er bedient werden. Und natürlich freut es ihn, wenn er möglichst schnell neue Titel findet, die ihm gefallen könnten.

Jeder dieser Nischen hat ihre speziellen Ausdrücke, die anderen Menschen wahrscheinlich wenig bis nichts sagen. Sandra und ich haben ein gewisses Faible für ENF, OON, NiP und ähnliches. Wer damit etwas anfangen kann, wird sich freuen, wenn er diese Begriffe in der Amazon-Suchleiste eingibt und tatsächlich fündig wird. Also rein damit in die Keywords, sollte eure Story eine solche Nische bedienen.

Wie hat Woody Allen in „Was sie schon immer über Sex wissen wollten“ gefragt: Was ist Ihre Lieblingsperversion? Natürlich teilen nicht alle diese Perversion. Aber diejenigen, die sie teilen, werden sich freuen, sie bei der Stichwortsuche zu finden. Also immer rein damit in die Keywords, wenn ihr sie in euren Storys aufgreift.

Was suchen die Leser?

Amazon Suchleiste

Ein wichtiges Tool, um passende Keywords für eure Story zu finden, ist die Suchleiste von Amazon. Sobald ihr dort ein Stichwort eingebt, von dem ihr denkt, es könnte zu eurer Story passen, zeigt euch Amazon 10 Begriffe an, nach denen die Leser in der letzten Zeit am häufigsten gesucht haben. Bedient euch. Denkt daran, dass „Keywords“ sich nicht nur auf einzelne Wörter beziehen, sondern auch Wortgruppen meint. „Lesbische erotische Liebesromane“, zwischen zwei Kommata gesetzt, gilt bei Amazon als ein Stichwort.

Falls ihr komplett ideenlos seid, was diese Suchleiste angeht, empfehle ich euch das Buch „Romance, Erotica & New Adult Keywords For Amazon: Done-For-You Lists Of Thousands Of Romance, Erotica & New Adult Keywords & Phrases“ von Jamie Page. Sie hat in diesem eBook nichts anderes gemacht, als neben Genres und Subgenres einen weiteren Anfangsbuchstaben im Suchfeld einzugeben und zu sehen, was passiert. Das Buch ist für den amerikanischen Markt entstanden, kann euch aber als Inspirationsquelle dienen. Allerdings finden sich in den Suchergebnissen, die Jamie auflistet, auch DVDs, Möbel, Spiele und andere Dinge. Das ganze Buch wirkt ziemlich schnell zusammengezimmert und eher nach Fleißarbeit, als nach profunder Recherche. Billiger ist es, ihr spielt selbst ein wenig mit der Suchleiste herum.

Die 7 Stichwortketten

Keywordliste 'Isabells Casting'
Hier die Keyword-Liste für ‚Isabells Casting‘

Früher gab es für die Keywords ein einziges Eingabefeld mit einer einfachen Spielregel: 6 Kommata und nicht mehr als 400 Zeichen insgesamt. Das ließ einiges an Spielraum für die Arbeit mit Abkürzungen, Synonymen, Derivaten und ähnlichem.

Mittlerweile haben die Techniker aber begriffen, dass diese Methode zu hemmungslosem Spamming führte. Deswegen installierten sie sieben separate Eingabefelder. Jedes kann mit bis zu 40 Zeichen gefüllt werden. Also immer noch viel Platz für Stichwortketten. Derivate und Synonyme sollen übrigens laut Amazon inzwischen überflüssig sein, weil das Programm inzwischen ohnehin mit ihnen arbeitet.

Das Prinzip wird klar, oder? Pro „Stichwort“  stehen 40 Zeichen zur Verfügung. Wer sie nutzt, ist klar im Vorteil gegenüber denjenigen, die mit sieben einzelnen Keywords gerade mal eben 70 Zeichen belegen. Die Chance, das eines der eingetragenen Stichwörter gesucht wird, ist jedenfalls höher. Je mehr Stichwörter in der Suchleiste eingegeben werden, desto mehr schrumpft die Auswahl an passenden Titeln zusammen, bis im Idealfall eures übrigbleibt. So habe ich bei den Keywords „erotica wedding“ noch 2391 Ergebnisse, bei „erotica wedding pregnancy“ noch 351, und bei „erotica wedding pregnancy ass“ gerade noch drei Titel im Angebot. Falls genau diese Fantasie mich gerade anturnt und ich den passenden Lesestoff suche, ist die Auswahl jetzt sehr überschaubar.

Übrigens ist es nicht nötig, bei jeder neuen Story das Rad neu erfindet. Wenn die Stichwörter funktionieren, benutzt sie immer wieder – zumal, sonlange eure neuen Geschichten in die alte Nische passen – und ändert nur ab, was eben für die neue Geschichte nicht passt.

Die Checkliste

Soviel zur Theorie. Vielleicht hilft euch ja folgender Fragekatalog weiter:

  1.  Genre/Subgenre: z.B. Erotik, Erotika, Gestaltwandler romance, steampunk sex,  Urban Fantasy Erotik …
  2. Nische: Tentakel, Exhibitionismus, Naked in Publik NiP, Fußfetischismus
  3. Handlung: Erstes Date, Verlust Jungfräulichkeit, Sex im Museum …
  4. Location: Eisenbahn, Drahtseilgondel, Wald, Space Shuttle, Bielefeld …
  5. Personen: Billionär, Teenager, Studentin, MILF …

So viel für heute. Wir werden diesen Blogbeitrag aktualisieren, sobald wir ein wenig länger mit den Stichwörtern im KDP herumexperimentiert haben. Bis dahin: Lasst euch inspirieren.

Marc MantherAlles Liebe,
Marc

 

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Die ideale Länge für erotische eBooks

Was ist die ideale Länge für erotische eBooks, die wir via Kindle Publishing verkaufen wollen? Ich habe einmal ein wenig recherchiert und mir angesehen, was andere Erotik-Autoren zu dem Thema zu sagen haben.

Warum überhaupt Short Storys veröffentlichen?

Neue Titel halten sich maximal vier Wochen in den Neuerscheinungen, bevor sie aus dem Blickfeld verschwinden. Danach versinken sie in den Tiefen der Kataloge. Allein deswegen schon ist es wichtig, regelmäßig neue Bücher auf den Markt zu werfen. Nur: Wer produziert schon jeden Monat einen neuen Roman? Selbst Georges Simenon, einer der begnadetsten Vielschreiber des 20. Jahrhunderts, hat in der Regel nicht mehr als ein Buch im Monat fertig bekommen. Und musste im Folgemonat auf Anraten seines Arztes regenerieren, so dass sein gewöhnlicher Ausstoß bei 6 Romanen im Jahr lag.

Die logische Konsequenz ist, auf Kurzgeschichten umzusteigen. Selbst langsame Autoren wie wir, die am Tag auf nicht mehr als 300 bis 500 Worte kommen (1 bis 2 Manuskriptseiten), können innerhalb von ein bis zwei Wochen locker eine Story fertigstellen und veröffentlichen. Allerdings ist Erotik das einzige Genre, in dem sich einzelne Kurzgeschichten tatsächlich verkaufen lassen. Schon deswegen schreiben viele Autoren unter einem Pseudonym nebenbei auch Erotik.

Amazon und Kindle Unlimited

Früher gab es noch ein zweites Argument, das für erotische Kurztexte sprach: Das Leihprogramm von Amazon, Kindle Unlimited, war so geregelt, dass Autoren das Geld für ihr Buch schon bekamen, sobald die Ausleiher 10% des Textes gelesen hatten. Bei den meisten Kurzgeschichten reichte es also aus, wenn ein Leser nach Titel und Disclaimer die erste Seite eines Textes ansah, um das Geld für die Story zu bekommen.

Natürlich fanden Romanautoren, die teilweise länger als ein Jahr an ihrem Skript gefeilt hatten, diese Praxis hochgradig ungerecht. Denn als unbekannte Selfpublisher können sie für einen Roman auch nicht mehr als 2, 99 € nehmen. Zumindest, wenn sie ihn verkaufen wollen. Kein Mensch gibt mehr für das Buch eines unbekannten Autoren aus. Also hagelte es Beschwerden. Und regnete Animositäten: Wieso bekommen Leute, die in einer Woche (oder noch kürzerer Zeit) eine Kurzgeschichte fertigstellen, das gleiche Geld wie die Künstler mit hehren Absichten, die jahrelang an ihren Romanen feilen?

Daher gibt es im KU inzwischen eine neue Abrechnungspraxis, die insgesamt deutlich gerechter ist, denjenigen Erotikautoren, die mit KU das schnelle Geld machten, jedoch das Wasser abgräbt: Bezahlt wird nun nach tatsächlich gelesenen Seiten. Um in der Ausleihe mit einem Text das Gleiche zu verdienen wie bei einem Verkauf für 2,99 €, muss der Ausleiher ca. 258 Seiten tatsächlich gelesen haben. (Ein Autor verdient an einem 2,99 €-Verkauf ~1,72 €. Bei der Ausleihe wird nach KENPC-Seiten – Kindle Edition Normalized Page Count – abgerechnet, die etwa so lang sind wie eine halbe Seite eines Buches. Für die KENPC-Normseite gab es im Mai 2016 0,003327 € pro Leser.) Ist der Roman – oder die Kurzgeschichtensammlung länger, macht der Autor mit der Ausleihe sogar Gewinn. Die Zeiten, in denen man mit Kurzgeschichten in der Ausleihe das schnelle Geld machen konnte, sind jedoch vorbei.

Aber seien wir ehrlich: Zumindest im Verkauf rechnen sich einzeln veröffentlichte Kurzgeschichten nach wie vor. Habe ich die Wahl, für die 2,99 €, die ich mit einem Text verdienen kann, entweder einen Roman oder eine Short Story einzustellen, macht es aus ökonomischer Sicht keinen Sinn, mich mit der Produktion mehrerer hundert Seiten für ein eBook zu beschäftigen. Zumal, wenn ich noch keine gesicherte Fan-Base habe, die mir mein Buch abkauft.
Für den Verleih hingegen ist es geschickter, mit Bundles zu arbeiten, die die Leser dazu verleiten, gleich mehrere Geschichten hintereinander zu lesen. Denn eine einzelne Story bringt so gut wie kein Geld mehr.

Mindestlänge und die Empfehlungen verschiedener Autoren

Durch das Netz geistern verschiedene Geschichten von Autoren, die versucht haben, Short Storys mit einer Länge von unter 2500 Zeichen als eBook auf Amazon zu verkaufen. Diese sind von Amazon angeschrieben worden, ihre Texte würden nicht den qualitativen Anforderungen genügen. Sie sollten entweder die Storys länger machen oder aber die entsprechenden Texte vom Markt nehmen.

Dementsprechend empfiehlt die Erotikautorin Jade K. Scott in „The Six-Figure Erotica Autor“ als ideale Länge für erotische Kurzgeschichten 3000-5000 Wörter. Das liegt nur wenig oberhalb der Amazon-Mindestlänge. Scotts Absicht ist offensichtlich: Je mehr Texte ich auf dem Markt habe, desto größer ist – zumindest rein rechnerisch – der Gewinn. Und als Autor, der vom Schreiben leben will, ist es nun einmal notwendig, möglichst schnell einen großen Pool an Büchern lieferbar zu haben. Folglich macht es keinen Sinn, länger als unbedingt nötig an einem Text zu sitzen. In der Zeit, die ich mit einem 10.000 Wörter-Skript zubringe, so Scott, kann ich drei Short Storys à 3.000 Wörter produzieren. Ihr wichtigstes Argument dabei: Leser, die Erotika kaufen, sind bereit, für die zehn Manuskriptseiten, die die 3000 Wörter füllen, den Preis von 2,99 € zu zahlen.

Ich will dabei nicht unerwähnt lassen, dass „The Six-Figure Erotica Autor“ im Blick auf den amerikanischen Markt geschrieben ist und dieser teilweise anders funktioniert als Amazon.de. Insgesamt jedoch ist Jade K. Scotts Ratgeber profund und lesenswert.

Preis-Leistungsverhältnis

Marc und ich stehen mit unseren Veröffentlichungen ja noch am Anfang. Im Augenblick machen wir es so, dass wir jede unserer Short Storys mit einer Länge von 3.000-4.000 Wörtern für einen Zeitraum von vier Wochen für 0,99 € anbieten. Danach gehen wir auf die 2,99 €. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Leser auf die höheren Preise zumindest deutlich verhalten reagieren. Ob dies sich ändern würde, sobald wir mit längeren Texten experimentieren? Das muss sich zeigen.

Die oben zitierte Jade K. Scott hat etwa 10 Storys im Niedrigpreissegment für 0.99 € im Angebot und verkauft den Rest für 2,99 €. Bundles kosten bei ihr 3,99 €. Zwar verkaufen einige Erotik-Autoren diese Bundles auch für teureres Geld, jedoch will Jade, so sagt sie, diese Sammlungen absolut unwiderstehlich machen.

Was die Preise angeht, sind sich die Erotik-Short-Autoren ziemlich einig. Was die Länge der Texte angeht, sieht es schon anders aus. So arbeitet Amy Cooper (Publishing Erotica: How to Make Your First $1,000) mit einer Länge von 5.000 – 12.000 Wörtern, ohne dafür einen anderen Grund als ihre Erfahrung zu nennen. Und mit dem gleichen Verve verficht Emily Baker (The Erotica Handbook: How to Write Erotica) die Länge von 7500 Wörtern als ideal.

Fakt ist, Amazon bietet für Bücher ab 2,99 Euro eine höhere Gewinnmarge als für 0,99 Euro-eBooks. Deshalb müssen wir nicht nur drei, sondern sieben Bücher à 0,99 € verkaufen, um den gleichen Gewinn zu machen wie für ein Buch à 2,99 €. Es lohnt also nicht, den Niedrigstpreis zu nehmen. Wenn eine Leseprobe etwas taugt, sind die Leser – da sind sich alle Autoren einig – auch bereit, den etwas höheren Preis zu zahlen, egal ob für 3.000, 5.000 oder 7.500 Wörter.

Resümee

Marc und ich finden das Argument von Jade K. Scott einleuchtend: Mit kürzeren Texten lässt sich schneller experimentieren. Bevor wir uns an einer 12.000 Wörter-Geschichte abarbeiten, produzieren wir lieber drei kurze Texte à 3.500 Wörtern und schauen, wie der Markt darauf reagiert. Ich bin sicher, mit der Zeit wird das Schreiben routinierter, so dass auch längere Texte nicht mehr so unglaublich lange brauchen, bis sie das Licht der Welt erblicken. Wir gehören derzeit zu den wirklich langsamen Autoren, die froh sind, wenn sie an einem produktiven Tag (nach der Arbeit in der Agentur oder der Firma) noch 300 Wörter zu Papier bringen. Und dann steht ja erst der „First draft“. Von dem bis zum fertigen Buch dauert es auch noch einmal eine Weile.

Aber das kennen wir aus unseren Brotberufen: Aller Anfang ist schwer. Mit der Routine werden sicher auch die Texte länger, so dass wir mit verschiedenen Längen experimentieren können.
Bis dahin glauben wir einfach den Autoren, die schon länger auf dem Markt sind. Von denen hat jeder seine bevorzugte Textlänge – und wie es aussieht, hängt diese eher von den Präferenzen der Autoren ab, und nicht vom Lesepublikum.

Vielleicht reicht es ja schon, einmal die Perspektive zu wechseln: Wenn ich ein neues Buch in meinem Subgenre gefunden habe, ist es mir relativ egal, ob es 10 oder 20 Seiten umfasst, solange es gut geschrieben ist. Natürlich freue ich mich über längere Texte, gebe das Geld aber auch aus, wenn ich dafür nicht so viel bekomme. Letztlich überzeugen mich Thema und Leseprobe, nicht die Längenangabe.

Sandra MantherViel Erfolg,
Eure Sandra

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