Schlagwort-Archive: featured

Sandra Manther: Der heiße Stuhl

Cover: Der heiße StuhlEigentlich als Kurzgeschichte geplant. Aber schon der erste Band der neuen Reihe über die Studentinnen vom Jungfrauenthal entwickelte eine sonderbare Eigendynamik. Wahrscheinlich sind die Mitglieder der neuen Sorority so starke Persönlichkeiten, dass sie kräftig bei der Entwicklung der Geschichte mitmischten. Herausgekommen ist eine Novelle mit einer Länge von 65 Manuskriptseiten (etwa 16.500 Wörter), bisher mein längster Text. Ich merke, dass ich mich immer stärker dem Roman-Format annähere. Für alle, die gern längere New-Adult-Geschichten lesen.

Darum geht es:

In Hamburg-Harvesterhude hat eine Sorority, eine amerikanische Verbindung junger Studentinnen, ihr erstes Chapter auf deutschem Boden gegründet. Die Studentinnen fallen nicht nur wegen der ungewöhnlichen Kleiderordnung auf dem Campus auf.

Nina, potentielles neues Mitglied in der Harvesterhuder Sorority, wird während eines Gruppenabends auf Herz und Nieren geprüft. Kein Wunder, dass dabei ihre Vergangenheit hochspült.

Sie setzen sie nackt auf den „heißen Stuhl“. Jede Teilnehmerin bekommt einen Zettel, auf den sie schreiben soll, wie es ihr mit Nina geht. Und was sie gern mit ihr anstellen würden, wenn sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen könnten. Aber den meisten ist nicht klar, dass einige dieser Fantasien noch am Abend umgesetzt werden sollen.

Leseprobe:

Wir sitzen auf dem Fußboden im Salon der alten Villa. Vierunddreißig Studentinnen der Uni Hamburg. Die Jüngste ist gerade mal 18 Jahre alt. Sie hat das verkürzte Abitur gemacht und, wenn die Gerüchte stimmen, sogar noch ein Schuljahr übersprungen. Jetzt studiert sie Medizin. Älter als Mitte 20 ist keine von uns. Durch die Bachelor-Studiengänge hat sich die Studienzeit drastisch reduziert.

Wir alle tragen die gleiche Kleidung. Sie ist unser Erkennungsmerkmal auf dem Campus: Torn Jeans und Bodysuit. Nur Danielle, unsere Präsidentin, konnte auf diese eigenwilligen Kleidervorschriften kommen. Sie stammt aus Louisiana und war schon dort Mitglied der Verbindung Gamma Xi Delta.

BHs sind ebenfalls verboten. Für diese No-bra-Philosophie gibt es unterschiedliche Begründungen, aber es würde hier zu weit führen, sie alle aufzuzählen. Einigen wir uns darauf, dass die meisten von uns es ohnehin angenehmer finden, nicht in diese unbequemen Dinger gezwängt zu werden. Wir trugen sie aus gesellschaftlichen Konventionen. Kaum einer von uns ist noch nie mit dem Spruch seiner Mutter aufgehalten worden: „So gehst du mir aber nicht aus dem Haus!“ – „Free the Nippel“ ist die Parole hier.

Auch Schuhe und Strümpfe sind zumindest in den Räumen der Villa nicht erlaubt. Wir sollen die Füße nicht vernachlässigen, uns regelmäßig um den Nagellack kümmern und um die Hornhaut. Wer seine Füße in Strümpfen versteckt, neigt leicht zur Schlamperei in solchen Dingen. So die offizielle Begründung. Zum Glück gibt im ganzen Haus Fußbodenheizung.

Hier in Hamburg sind wir die erste Sorority. Das erste Chapter. Danielle ist sozusagen unsere Gründerin. Sie wollte ursprünglich nur ein paar Semester in der Alten Welt studieren, um ihren Horizont zu erweitern. Aber ohne ihre Schwestern und ohne eigenes Haus wurde ihr schnell langweilig. Wer das Leben in einer Sorority gewohnt ist, mag diese Art des Zusammenlebens bald nicht mehr missen, erklärte sie uns einmal.

Und so hat sie lange mit ihrem Mutterhaus und einigen Alumni telefoniert, bis sie die Erlaubnis und das Geld hatte, eine Kolonie zu gründen. Sie hat die Villa in Harvesterhude gefunden, direkt an der Alster, und mit Unterstützung der Zentrale gekauft. Zur Zeit wohnen vierunddreißig Studentinnen hier, aber es gibt Platz für an die fünfzig. Keine Ahnung, wer hier früher gelebt hat, aber er hatte haufenweise Zimmer – und die entsprechenden Räume für das Dienstpersonal.

Der Campus der Universität liegt ganz in der Nähe, vielleicht zehn Minuten mit dem Rad.

Für die von euch, die sich mit griechischen Verbindungen nicht so auskennen: In Amerika organisieren sich viele junge Frauen in Sororities. Nach außen hin sind das Studentinnenwohnheime mit dem Anspruch auf enge Zusammengehörigkeit. Schwestern einer Sorority halten den Kontakt ein Leben lang. Die Älteren unterstützen die Neuen, sich am Campus einzuleben. Sie sind für uns da, wenn es Probleme gibt. Und nach dem Studium helfen wir uns beim Start in die Karriere und beim Networking.

Deswegen wird viel Wert auf Gruppenzusammenhalt gelegt. Zweimal in der Woche findet ein Gruppenabend statt, am Mittwoch und am Sonntag. Wir versammeln uns im großen Salon, dem Chapter Room. Vor dem Mittwoch haben wir Pledges, die potentiellen neuen Mitglieder, ein wenig Angst.

In einer Schale liegen schwarze Bälle, die aufgedreht werden können. In jedem Ball befindet sich der Name einer von uns. Danny zieht eine Kugel, öffnet sie, liest den Namen vor. Das Mädchen, deren Name so ausgelost wurde, steht an dem Abend im Spotlight.
Die gezogenen Kugeln kommen nicht wieder zurück, so dass im Laufe von zwei Monaten jede von uns Pledges einmal die fragwürdige Ehre hat, im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen. In der Regel gehört dazu auch eine peinliche Prüfung unserer körperlichen Verfassung.

Gamma Xi Delta lässt sich für die Kennenlernphase viel Zeit. Im März fanden die ersten Treffen statt und kurz vor Beginn des Sommersemesters erhielten sieben von uns die Einladung, als PNMs, also als potentielle neue Mitglieder, in die Villa zu ziehen. Wenn wir nicht vorher beschließen, selber zu gehen, können wir bis zum Semesterende hierbleiben. Dann werden die Aktiven entscheiden, wer von uns aufgenommen wird und wer das Haus verlässt.

Bis jetzt hatte ich das Glück, nicht im Mittelpunkt der Gruppensitzung zu stehen. Danielle geht zur Schale und mischt die Kugeln.

Die meisten von uns sitzen im Schneidersitz auf dem Fußboden, ein paar hocken im Fersensitz oder umschlingen ihre angezogenen Beine mit den Armen. Viele sind nicht mehr übrig, die ausgelöst werden könnten. Der erste Monat hier in der Villa ist bereits um. Verlegen fahre ich mit dem Finger über den Nagelrand meines großen Zehs. „Er müsste nachgefeilt werden“, denke ich. Und hoffe, dass ein anderer Name gezogen wird.

Die letzten Wochen waren schrecklich. Mein Freund Rick hat mit mir Schluss gemacht, kaum dass ich hier eingezogen war. Hat sich in eine Kommilitonin verliebt und erklärte mir, er habe nun endlich jemanden, mit dem er wirklich reden könne. Der Arsch. Als ob er mit mir nicht hätte reden können. Wie ich ihn kenne, braucht er sie vor allem zum Vögeln.

Verständlicherweise habe ich mich hier im Haus ein wenig zurückgezogen. Viel im Bett gelegen und geweint. Aus dem Fenster gestarrt und an die Vergangenheit gedacht. Ich gab mich wortkarg, weil ich keine Lust hatte, vor den anderen in Tränen auszubrechen. Aber ich weiß, dass solch ein Verhalten hier nicht gut ankommt.

Danny zieht eine Kugel und schraubt sie auf. Sie nimmt den Zettel heraus und hält ihn hoch, so dass alle ihn sehen können. „Nina“, lese ich. Ich schließe die Augen und sacke zusammen. Einen Moment setzt mein Verstand aus, ich taumle durch die schwarze Leere, dann komme ich wieder zu mir, stehe langsam auf und gehe in die Mitte des Raums, wo ein einsamer Stuhl steht. Ich setze mich, die Beine geschlossen, die Hände auf den Oberschenkeln abgelegt.

Danny lächelt.

„Wie geht es dir im Augenblick?“, fragt sie.
„Nervös“, antworte ich. Ein paar der Mädchen lachen.
„Und in den vergangenen Tagen? Du hast dich ziemlich rar gemacht.“
„Du weißt ja, dass Rick mich abserviert hat“, sage ich. „Mir ging es nicht so gut.“
„Ich glaube, es hätte geholfen, mit uns darüber zu reden.“
„Vielleicht. Ich wollte wohl niemandem zur Last fallen.“
„Nina, wir können nur füreinander da sein, wenn wir uns sehen, wie wir wirklich sind. Eine Sorority ist keine Schön-Wetter-Angelegenheit. Um uns zu unterstützen, müssen wir vollkommen ehrlich miteinander umgehen.“

Ich ahne, worauf das hinausläuft. Mein Puls rast und ich spüre, wie ich rot werde. Ich habe schon zu viele Mittwochabende hier verbracht, um das Folgende nicht kommen zu sehen.

„Wir wollen dich heute Abend erleben, wie du wirklich bist“, sagt Danny. „Sehen, was du empfindest.“

Ihr Gesicht ist ernst, ihre blauen Augen schauen direkt in meine. Ihr Blick dringt tief in meine Seele und ich fühle mich von ihm aufgespießt wie ein Schmetterling in einer Sammlung.

„Zieh dich aus“, sagt sie nach einer kleinen Pause.

Mein Herz setzt einen Schlag aus. Es hat keinen Sinn, ihr zu widersprechen. Sie ist die Präsidentin und nicht zu befolgen, was sie befiehlt, käme einer Revolution gleich. Gänsehaut überzieht meinen ganzen Körper. Die Vorstellung, einen Abend lang nackt von dreiunddreißig angezogenen Frauen begutachtet zu werden, macht mir Angst. Und ich weiß, dass dies nur der Anfang dessen ist, was heute auf mich zukommt.

[Ende der Leseprobe] Buch auf amazon.de ansehen

Diese Seite mit Freunden teilen:
Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedintumblrmail

Marc Manther: Isabells Casting

Cover: Isabells Casting von Marc MantherDiesmal hat es ein wenig länger gedauert, bis eine neue Geschichte von mir erschien. Der Grund: Ich saß an der Konzeption meiner ersten Buchreihe. Dafür habe ich mich intensiv mit dem Genre ENF (Embarrassed nude female) auseinander gesetzt. Wer diesen Blog regelmäßig liest, kennt ja die ersten Ergebnisse meiner Überlegungen zum Genre. Ich finde, das Thema findet nirgendwo im Alltag besser seinen Platz als in den unzähligen Casting Shows, die derzeit im TV laufen.

Deswegen habe ich die Casting Show „Erotic Actress Talent Search (EATS)“ zum Ausgangspunkt genommen, mir die Mechanismen der Fernsehmacher einmal genauer anzusehen. Wie gehen sie mit den Träumen der jungen Frauen um, die ihren ganzen Hoffnungen darauf setzen, einmal Schauspielerinnen zu werden? Mit welchen Tricks laden sie die Staffel emotional auf? Und weil erfahrungsgemäß die Sexualität im Leben junger Erwachsener eine besonders große Rolle spielt, habe ich eben die Suche nach Schauspielerinnen zwischen 18 und 25 zum Thema gemacht, die – medial unterstützt – an ihrer erotischen Ausstrahlung arbeiten wollen.

Darum geht es im ersten Band der Reihe:

Isabells Traum ist es, Schauspielerin zu werden. Sie weiß, dass es leichter für sie ist, wenn sie eine gewisse erotische Ausstrahlung hat. Deswegen sieht sie in der Werbeanzeige für die neue Fernsehshow Erotic Actress Talent Search (EATS) ihre Chance. Sie bewirbt sich für das Casting und wird zum Vorsprechen eingeladen.

Aber schnell begreift sie die Mechanismen der Show. Die Fernsehmacher wollen Emotionen hervorlocken. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Isabell wird mit intimen Fragen provoziert und dazu gebracht, vollständig über ihre eigenen Schamgrenzen zu gehen.

EATS setzt darauf, seine Teilnehmerinnen in peinliche Situationen zu bringen. Die Show provoziert bewusst den Skandal, indem sie permanent die Schamgrenzen überschreitet und die jungen Frauen – unter dem Deckmantel der Professionalität – öffentlichkeitswirksam erniedrigt.

Leseprobe:

Ich stehe im Scheinwerferlicht auf der Bühne. Allein, bis auf den Kameramann mit der Steadicam, der jede meiner Bewegungen festhält. Eine zweite, feste Kamera steht unten im Mittelgang. Auch sie blinkt rot, als Zeichen, dass sie aufnimmt.
Unter mir spüre ich den rauen, kalten Holzboden. Ich habe mich dafür entschieden, bei diesem Casting auf Schuhe und Strümpfe zu verzichten. Barfuß in Jeans. Ich hoffe, das wirkt sexy. Von meinem Leinenhemd stehen die obersten drei Knöpfe offen. Ich trage es über der Hose, weil es lässiger aussieht. Dazu eine dunkelbraune Weste, Typ Bohemien. Sie suchen Typen, das weiß ich, weil ich selber gerne Casting Shows sehe. Je besser die Teilnehmer in eine Schublade passen, desto größer werden ihre Erfolgsaussichten.
In einer Reihe des Theaters sitzen vier Juroren. Eine kleine Stehlampe sorgt dafür, dass sie ihre Unterlagen lesen können. Sonst ist es dunkel im Zuschauerraum.
Damian Petridis, ein griechischer Regisseur, der schon seit Jahren in Deutschland lebt und arbeitet. Er hat im letzten Herbst einen Überraschungshit gelandet und wird jetzt als die Hoffnung des deutschen Films gehandelt. Es heißt, er suche eine Hauptrolle für seinen neuen Streifen. Er ist der Kopf des Teams. Strahlt eine nahezu arrogante Gelassenheit aus. Weit zurückgelehnt, die Arme verschränkt, taxiert er meinen Körper. Ich fühle, wie seine Blicke mich ausziehen.
Daneben sitzt Jeanette Rasmussen. Sie hat ihre ersten Schauspielerfahrungen in einer Soap gemacht, spielt inzwischen aber mehr und mehr in Kinofilmen. Ich mag die Art, wie sie ihre Figuren anleget: immer ein bisschen schüchtern, immer ein wenig rebellisch. Umso mehr überrascht mich jedes Mal, wenn sie auf der Leinwand plötzlich nackt dasteht. Das macht ihren Erfolg aus. Sie bekommt vor allem solche Rollen, in denen viel Haut zu sehen ist. Wahrscheinlich sitzt sie deswegen in der Jury. Sie lächelt mir vertrauensvoll zu, nickt, wenn ich etwas sage.
Allegra Ricci arbeitet als Model. Ich weiß nicht genau, warum sie hier sitzt. Sie gefällt sich offensichtlich. Blond, braungebrannt, Schultern zurückgezogen, Brust nach vorn. Perfekt geschminkt, wenn auch dezent. Sie verzieht keine Miene, während ich rede. Auch sie taxiert mich, aber anders als Petridis. Ich fühle, dass sie jede meiner Bewegungen bewertet: Die Art, wie ich stehe. Wie ich meine Arme halte. Wie ich den Kopf leicht zur Seite neige.
Und dann ist da noch Shervin Datis. Schmales Gesicht. Dreitagebart. Er wird der Schauspielcoach der Staffel. Er wirkt interessiert. Als hoffe er, in mir etwas Besonders zu entdecken. Seine Arme hat er auf der Stuhllehne vor sich abgelegt. Sein Blick ist freundlich, aber intensiv. Ich spüre, dass ich Lust habe, mit ihm zu arbeiten. Dass ich ihm vertraue.
„Isabell, wie oft triffst du dich mit einem Typen, bevor du mit ihm ins Bett gehst?“, fragt Patridis.
Ich zucke zusammen. Sie wollen mich schockieren. Meine Reaktionen auf solch intime Fragen austesten. Ich merke, wie mein Magen sich zusammenzieht. Jetzt bloß nicht rot werden. Gerade stehen. Lächeln.
„Das ist unterschiedlich“, sage ich. „Für mich gibt es keinen festen Plan. Nicht zu schnell, normalerweise. Sonst glauben sie, ich sei leicht zu haben.“
„Aber du weißt deinen Körper einzusetzen, oder?“, fragt Allegra.
Ich lächele verlegen.
„Wie meinen Sie das?“
„Durch deine Kleidung gibst du ihnen eine Ahnung von dem, was sie verpassen, wenn sie sich nicht bei dir melden.“
„Sie meinen die offenen Knöpfe?“
„Ja, zum Beispiel. Du trägst ein Hemd, das über der Brust leicht spannt. Die Hose hebt den Po hervor und betont deine langen Beine. Du weißt, dass du gut aussiehst, und zeigst das auch. Aber das ist nicht schlecht. Models brauchen Selbstbewusstsein. Sie dürfen es nur nicht zu offen zeigen, sonst wirken sie arrogant.“
Ich nicke. Fühle mich durchschaut.
„Zeig mir deinen Venusberg“, richtet Petridis sich an mich.
Mein Herz pocht wild und meine Hände werden feucht. OK, natürlich weiß ich, dass ich als Schauspielerin auch Nacktszenen drehen muss. Das ist heute ja normal. Aber hier beim Casting? Vor laufenden Kameras? Ich hatte damit gerechnet, gleich noch im Bikini auf die Bühne zu müssen. Damit sie meinen Körper begutachten können. Aber meine Intimzone zu zeigen ist etwas anderes.
„Was?“, frage ich ziemlich einfältig.
„Ich würde gern einen Blick auf deinen Venushügel werfen“, wiederholt Petridis mit gelassener Selbstverständlichkeit. „Oder ist dir das peinlich?“
„Ich soll mich ausziehen?“
„Ich will nur deine Scham sehen.“
„Oder meine Schamgrenze austesten“, denke ich. Ich hole tief Luft und versuche, mir nicht anmerken zu lassen, wie meine Hände zittern.

Ende der Leseprobe

Buch auf amazon.de ansehen

Merken

Merken

Diese Seite mit Freunden teilen:
Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedintumblrmail

ENF – Embarrassed Nude Female

Wir haben an anderer Stelle darüber gesprochen, dass Sandra und ich ein paar Subgenres oder Nischen haben, die wir besonders gern bedienen. Dazu gehört ENF: Embarrassed Nude Female. „Nude Female“ – „Nackte Frau“ versteht sich von selbst. Embarrassed steht für „verlegen, peinlich berührt, außer Fassung“.

Warum ENF?

Das Gefühl, angesichts der eigenen Nacktheit verlegen zu sein, kennt jeder. Es ist zutiefst menschlich. Anders als in der Hardcore-Pornografie, bei der es letztlich nur ums Abspritzen geht, bietet ENF eine Vielzahl von Möglichkeiten, realistischere Szenarien zu entwickeln, in denen wir uns wiederfinden können.

Wenn ENF gut gemacht ist, leiden wir mit den Protagonisten. Und haben so die Grundvoraussetzung für jede gute Geschichte: den Konflikt. Ohne Konflikt funktioniert eine Story einfach nicht. Deswegen liest sich Anfänger-Erotik oft auch so dröge: Zwei Leute lernen sich kennen, lieben, sie vögeln miteinander. Kein Konflikt, keine Spannung, kein Grund weiterzulesen. Nein, das Leben schreibt eben nicht die besten Geschichten.

Bespiele für ENF

Gründe, warum eine Frau plötzlich unfreiwillig nackt dasteht, gibt es viele. Mittlerweile tausendfach wiederholt ist die Szene, in der eine Frau unter der Dusche steht, es klingelt, sie wickelt sich ein Handtuch um den Körper, geht zur Tür. Der Wind schlägt die Tür zu, das Handtuch ist eingeklemmt, ohne Schlüssel ist kein Reinkommen möglich. Peinlichkeit vorprogrammiert.

Sehr schön hat Sandra das Thema ENF in ihrer Geschichte „Bühnenangst“ durchgespielt: Eine junge Frau wird während einer Theaterprobe aufgefordert, sich auf der Bühne auszuziehen. Und das, obwohl das im Stück ursprünglich überhaupt nicht vorgesehen war. Sie muss sich entweder ihrer Verlegenheit stellen oder ihren Traum von der Bühnenkarriere begraben. Der Regisseur, der bemerkt, wie sie zunehmend außer Fassung gerät, drängt sie, immer weiter zu gehen.

Einen ganz ähnlichen Weg habe ich mit der Geschichte „Svetlana“ eingeschlagen: Eine junge Frau gerät an einen Kerl, der sie immer tiefer in die Welt des SM einführt. Aber mit der Zeit wird sie immer mehr zu seiner Trophäe: So muss sie auch dann in der Wohnung nackt bleiben, wenn seine Freunde zu Besuch kommen. Auch er geht in seinen Forderungen mit der Zeit immer weiter.

Liste der Ausgangssituationen für ENF

Hier eine – wahrscheinlich unvollständige – Liste jener Gründe, die mir gerade einfallen, aus denen eine Frau plötzlich in einer peinlichen Situation nackt dasteht:
• Wetten
• Spiele (z.B. Pfänderspiele)
• Herausforderungen (z.B. „Money talks“)
• Zufall (s. Handtuchszene oben)
• ärztliche Untersuchungen
• Massagen
• Leibesvisitationen
• Initiationsriten
• Hypnosesitzungen
• Magie
• Albtraum

Letztlich geht es bei ENF immer um Scham. Die Frau wird rot, sie zittert, versucht, ihre primären Geschlechtsteile zu bedecken. Vielleicht versucht sie, die Peinlichkeit mit einem Lächeln zu überspielen. Vielleicht wehrt sie sich auch gegen die Aufforderung. Viele Leser finden solche Szenarien überaus erotisch, auch wenn es dabei zu überhaupt keinem Geschlechtsverkehr kommt.

ENF und der Orgasmus

Andererseits bieten einige dieser Genre-Nischen durchaus Möglichkeiten für Orgasmen. Bei den Hypnose-Settings werden Frauen oft dazu gebracht, auf Stichwort oder Fingerschnipsen einen Orgasmus zu erleben, was gerade dann, wenn die Verknüpfung bei Beendigung der Sitzung nicht wieder aufgehoben wird, zu irrwitzigen Situationen führen kann. Ich habe aber auch schon Geschichten gelesen, in denen die Protagonistin einfach aufgefordert wird, sich in Trance selbst zu befriedigen. Auch da kann es peinlich werden, wenn der Hypnotiseur zwischenzeitlich die Trance aufhebt und die Protagonistin erkennt, in welcher Situation sie gerade steckt.

In manchen Settings werden die Protagonistinnen sanft gezwungen, vor ihren angekleideten Beobachtern zu masturbieren. Gerade dann, wenn das Ausziehen vor anderen ohnehin mit Scham behaftet ist, setzt die Aufforderung, sich selbst zu befriedigen, noch mal einen drauf. So geht es ja auch Anna in der oben schon beschriebenen Geschichte „Bühnenangst“.

Bei den Initiationsriten gibt es zahllose Geschichten, in denen als letzte Prüfung ein Geschlechtsakt ansteht, sei es mit einem Mann oder einer Frau. Hier habe ich allerdings das Gefühl, dass dieser finale Sex oft ein anbiedernder Versuch ist, einen Fuß in die Pornotür zu bekommen. Er wirkt oft aufgesetzt, mitunter sogar störend. Denn eine Frau, die eben noch Schwierigkeiten damit hatte, sich nackt zu zeigen, wird kaum einen berauschenden Höhepunkt mit einem anderen Menschen erleben, solange andere dabei zusehen.

Nebennischen zum ENF

Gerade im Bereich der Subgenres wird es manchmal schwierig, die Grenzen der Nischen sauber zu ziehen. Oft fällt ENF zusammen mit Stichworten wie OON (only one naked – nur eine Person ist nackt), CMNF (clothed man naked female – angezogener Mann und nackte Frau) und NiP (naked in Public – nackt in der Öffentlichkeit). Hier hängt es einfach vom Schwerpunkt des Autoren ab, in welche Kategorie eine Geschichte gehört.

So ist meine Story „Das Jagdschloss“ ein gutes Beispiel für CMNF und OON: Nina bekommt die Möglichkeit, sich in einem abgelegenen Jagdschloss frisch zu machen. Sie nimmt eine Dusche und erhält anschließend sogar eine intime Massage. Aber alle Wände sind mit venezianischen Spiegeln ausgestattet, so dass sie in jeder Situation von den anderen Gästen des Schlosses beobachtet werden kann. Was ihren Freund, der dies gerade erst entdeckt, an den Rand des Wahnsinns treibt. Da aber Nina nicht davon ausgehen kann, dass sie beobachtet wird, ist sie auch nicht beschämt und verhält sich völlig natürlich. Daher handelt es sich hier um keine ENF-Story.

Neue ENF-Stories von uns

Sandra und ich haben beschlossen, in Zukunft vor allem in diesem Nischen-Genre ENF zu arbeiten. Das hat sich ja bereits in unseren älteren Texten abgezeichnet. Und wir finden es wichtig, das unsere Texte keinen Überraschungseiern gleichen, bei denen nie klar ist, was drin ist.

So sind unsere beiden neuen Buch-Reihen von vornherein darauf angelegt, unsere Protagonistinnen in peinliche Situationen zu bringen, in denen sie früher oder später unfreiwillig nackt vor anderen stehen. Eine erste Kostprobe gibt es in dem Band „Isabells Casting“ aus meiner neuen Reihe „Erotic Actress Talent Search„.

Diese Seite mit Freunden teilen:
Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedintumblrmail