Selbstakzeptanz und sexuelle Befreiung: Sandra Manthers “Selfies”

In Sandra Manthers erotischer Novelle “Selfies” wird die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die durch eine ungewöhnliche Challenge ihrer Studentenverbindung lernt, ihren Körper und ihre Sexualität zu akzeptieren. Die Geschichte berührt dabei zentrale Themen weiblicher Identitätsfindung: die Überwindung von Scham, den Weg zur Körperpositivität und die sexuelle Selbstermächtigung.

Der Kampf mit der Scham

Die Protagonistin Selma kommt aus einem streng religiösen Umfeld, in dem der weibliche Körper als etwas gesehen wird, das verhüllt werden muss. Körperbetonte Kleidung gilt als “nuttig”, und Sexualität ist ein Tabuthema. Diese Prägung hat tiefe Spuren in Selmas Selbstbild hinterlassen. Als sie von ihrer Sorority die Aufgabe erhält, in einem durchsichtigen Bodysuit durch Hamburg zu laufen und Selfies mit Fremden zu machen, muss sie nicht nur äußere Widerstände überwinden, sondern vor allem ihre eigene, tief verwurzelte Scham.

Der Weg zur Körperpositivität

Die Geschichte zeigt eindrücklich, dass das Recht auf körperbetonte Kleidung nicht nur Prominenten oder Menschen mit “perfekten” Körpern vorbehalten ist. Selma lernt im Laufe ihrer Challenge, dass ihr Körper genau so richtig ist, wie er ist. Sie erkennt, dass die kritischen Blicke anderer mehr über deren eigene Vorurteile aussagen als über sie selbst. Die anfängliche Scham weicht einem wachsenden Selbstbewusstsein und der Erkenntnis, dass jede Frau das Recht hat, sich in ihrer Haut wohlzufühlen und dies auch zu zeigen.

Sexuelle Selbstermächtigung

Ein zentraler Aspekt der Geschichte ist Selmas sexuelle Erweckung. Die Challenge zwingt sie nicht nur, sich mit ihrem Körper auseinanderzusetzen, sondern auch ihre sexuellen Bedürfnisse wahrzunehmen und zu artikulieren. Die Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, die eigenen Wünsche und Grenzen kennenzulernen und diese auch zu kommunizieren. Dies ist für viele Frauen, die in einer von Scham und Tabus geprägten Umgebung aufgewachsen sind, ein schwieriger aber notwendiger Lernprozess.

Über das Buch

“Selfies” ist der vierte Band in Sandra Manthers Sorority-Reihe, die sich um die fiktive Studentinnenverbindung Gamma Xi Delta in Hamburg dreht. Die Novelle lässt sich dem Genre der erotischen Literatur zuordnen, geht aber deutlich über bloße Erotik hinaus. Sie thematisiert gesellschaftlich relevante Fragen nach weiblicher Selbstbestimmung, religiöser Prägung und sexueller Befreiung.

Die Zielgruppe sind in erster Linie Frauen, die sich für eine sex-positive, emanzipatorische Perspektive auf weibliche Sexualität interessieren. Die Geschichte spricht besonders jene an, die selbst einen Weg aus einengenden moralischen oder religiösen Vorstellungen suchen und sich nach einer befreienden Perspektive auf Körperlichkeit und Sexualität sehnen.

Manther gelingt es, eine erotische Geschichte zu erzählen, die gleichzeitig eine wichtige feministische Botschaft transportiert: Jede Frau hat das Recht auf einen selbstbestimmten Umgang mit ihrem Körper und ihrer Sexualität. Der Weg dahin mag herausfordernd sein, aber er lohnt sich.

Buch auf amazon.de ansehen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert