Archiv der Kategorie: Busen

Noch immer hoffe ich, die erotische Literatur könne ein wenig Wirklichkeit mit ihrer Vielfalt spiegeln. Sind wirklich alle LeserInnen nur dann glücklich, wenn die Protagonistinnen über eine standardisierte Busengröße verfügen? Ich halte das für unwahrscheinlich. Ebenso unwahrscheinlich, wie ich glaube, dass alle Leute im Fernsehen nur die Einheitskost sehen wollen, die ihnen dort täglich serviert wird.

Wie beschreibe ich einen Busen: Form und Farbe

Wie beschreibe ich einen Busen: Form und FarbeAls Einstieg zitiere ich aus dem Erotikroman „Der Lehrer in der Sexfalle!, Teil 1“ von einer Autorin, die für sich das Pseudonym Caroline Milf gewählt hat. Ich nutze das Beispiel deswegen, weil die Autorin hier nicht nur mit ein oder zwei Stichworten die Form einer Brust beschreibt, sondern sich für die Beschreibung Zeit lässt.  Farbe und Form des Busen selbst beschreibt sie ebenso eindeutig wie die der Brustwarzen und malt so ein Bild, das durchaus nach dem Lesen noch haften bleibt:

Gerade in diesem Moment geschah es, dass einer der Jungs der kleinen Asena ihren Büstenhaler auszog, denn als ich wieder durch das Schlüsselloch sah, saß die junge Türkin munter, ohne Scham, ohne Verlegenheit mit nacktem Oberkörper vor den Jungs. Sie hatte wirklich süße, unglaublich spitze Brüste, die steil empor standen. Sie waren fast so gut gebräunt wie ihr übriger Oberkörper, aber dafür ware ihre Brustwarzen von einem überraschenden Hellrot, und sie standen bereits ein klein wenig hervor. 

Damit ist sie noch einmal einen Schritt weiter in der Frage, wie sich ein Busen optimal beschreiben lässt. Caroline Milf macht in dieser kurzen Szene vier Schritte:

  1. Sie beschreibt die Form von Asenas Busen als „spitz“. Über die Formen, die eine Brust annehmen kann, hatten wir ja gestern bereits nachgedacht, so dass ich an dieser Stelle dazu gar nicht mehr viel sagen will.
  2. Sie geht auf die Hautfarbe ein und grenzt diese von der Farbe Asenas‘ sonstigen Körpers ab.
    Das wird noch mal ein spezielles Thema hier im Blog, zumal ja gerade die Haut am Busen selbst oft zweifarbig ist, bedingt durch das Tragen von Bikinis.
  3. Sie geht auf Farbe der Brustwarzen ein.
    Auch das wird noch mal ausführlich Thema hier im Blog. Denn bei der Farbe ist die gesamte Farbskala vom zarten Lachsrosa bis zu einem kräftigen Dunkelbraun denkbar. Macht Sinn, sich diese Palette einmal genauer anzusehen.
  4. Sie geht auf die Form der Brustwarzen ein. Caroline Milf deutet hier nur sehr effektiv an: „ihre Brustwarzen waren von einem überraschenden Hellrot, und sie standen bereits ein klein wenig hervor.
    Dazu variiert die Größe der Vorhöfe, von der Form der Nippel selbst gar nicht zu reden. Habe ich Schlupfnippel erwähnt? Die Tatsache, dass bei manchen Frauen die Vorhöfe bei Erregung anwachsen?

Wer jetzt Lust bekommen hat, bei seiner nächsten erotischen Geschichte einmal nicht 08/15-Brüste zu beschreiben, kann ja die Brüste aus der Brust-Galerie der Website „007 Breasts“ (007b.com/breast_gallery.php) als Inspiration nutzen. In dieser Galerie finden sich Selfies diverser Frauen, von ihnen selbst kommentiert. Bei diesen Bildern wird schön die Spanne in Form und Farbe deutlich.

Etwas genormter geht es in der Brust-Galerie der „Bravo“ (bravo.de/dr-sommer/brust-galerie-schau-welche-unterschiede-es-gibt-172473.html) zu. Die Bilder sind hier durch erklärende Texte über die Entwicklungsphasen der Brüste ergänzt.

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Wie beschreibe ich einen Busen: Brustformen

Wie beschreibe ich einen Busen: BrustformenGestern hatte ich mich mit der Idee beschäftigt, Brüste durch Metaphern zu beschreiben. Das hat den Vorteil, sofort einen Vorstellung hervorzurufen, ohne dass ich als Autor weit ausholen muss. Außerdem ist es eine poetische Art, die nicht zu sehr ins Detail geht.

Wer sich aber ernsthaft an den Versuch macht, für erotische Texte die Form einer Brust in Worte zu fassen, dem hilft vielleicht die Liste der Brustformen, die Bratabase unter bratabase.com/help/shapes/ veröffentlicht hat. Diese Website hat sich zur Aufgabe gemacht, für jede Brustform die richtigen BHs zu finden. Kommerziell, sicherlich, aber in seinen Hilfeseiten durchaus konstruktiv.

Eine deutsche Übersetzung findet ihr auf busenfreundinnen.net. Sowohl im englischsprachigen Original, als auch in der deutschen Übersetzung werden die dreizehn Brust-Formen durch Skizzen illustriert. Diese Liste ist, wie oben angedeutet, ursprünglich gemacht, um für sich die richtige Form eines BHs zu finden.

Die Fragen, die im Hintergrund des Katalogs stehen, können aber jedem angehenden Autoren helfen, von dem Klischee der Einheitsbrüste wegzukommen:

  1. Sind die Brüste eher rund oder spitz?
  2. Sind die Brüste eher oberhalb oder unterhalb der Nippel voll?
  3. Ist der obere Ansatz der Brüste eher breit oder eng?
  4. Sind die Brüste selbst eher breit oder schmal?
  5. Stehen die Nippel selbst eher hoch oder niedrig?
  6. Stehen die Brüste eng zusammen oder ein bis zwei Finger breit auseinander?
  7. Wirken die Brüste eher voll oder leer?

Wie kann so eine Beschreibung praktisch aussehen? Ich habe hier ein Beispiel aus dem Roman „Schwarzes Prisma„, dem ersten Band der Lightbringer-Saga von Brent Weeks. Die Beschreibung, die er bringt, ist nicht übermäßig tiefgreifend. Und doch gibt er eine gute Vorstellung von dem, was dem Helden Kip in diesem Augenblick begegnete. Sie zeigt, wie der obige Fragenkatalog helfen kann, die Form einer Brust zumindest kurz anzureißen:

Die massige Frau erhob sich zu ihrer vollen Größe und fand das Gleichgewicht wieder. Sie war viel größer als Kip, und die Bewegung quetschte sein Gesicht zwischen große, flache Brüste. Irgendwie verfing sich sein Kinn in dem tiefen Ausschnitt ihres Kleides, als sie aufstand, und für einen kurzen Moment – auch wenn er nicht annähernd kurz genug war – war Kips Gesicht zur Gänze verschlungen in einem schlabberigen Dekolleté.

Rundum gelungen finde ich auch die Beschreibung, die Gernot Gricksch in dem Roman Die Bank der kleinen Wunder vom Busen seiner Helding Lisa gibt. Zwar arbeitet auch Gricksch mit Qualifiern. Da es sich hier jedoch um das kritische Selbst-Bild der Protagonistin handelt und dieses noch dazu ironisch gebrochen ist und mit einem originellen Vergleich endet, macht die Lektüre Spaß. Klischees werden so elegant umschifft. Auf die Frage, was die Bedeutung des Qualifiers ‚angenehm kleine Brustwarzen‘ ist, gibt sie sofort eine erläuternde Antwort:

Lisa fand, dass der liebe Gott sich beim Verteilen ihrer äußeren Vorzüge mächtig knauserig gezeigt hatte. Aber immerhin: Ihren Busen fand Lisa okay. Sie hatte mehr als eine Handvoll und weniger als diese Silikon-Monster aus dem Dschungelcamp. Feste, nicht allzu weit auseinanderstehende Brüste mit angenehm kleinen Brustwarzen. Lisa fand es scheußlich, wenn Brustwarzen aussahen wie das Muttermal von Michael Gorbatschow.

 

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Wie beschreibe ich einen Busen – Analogien

Wie beschreibe ich einen Busen: AnalogienBei der Suche nach einer systematischen Beschreibung der Formen, die Brüste annehmen können, stieß ich auf den italienischen Sexologen Piero Lorenzoni. Seine Liste mit Brust-Formen bezieht sich zumeist auf Analogien zu Obst.

Piero Lorenzoni und seine Veröffentlichungen

In Deutschland ist Lorenzi wenig bekannt. Er veröffentlicht in seiner Heimat seit Ende der 70er Jahre zahlreiche Bücher zum Thema Erotik. Manche sind zumindest ins Französische oder Englische übersetzt:

  1. „Erotismo e Pornografia nella Letteratura Italiana“, 1976 („Erotik und Pornografie in der italienischen Literatur“)
  2. „L’Erotisme francais“ („Französische Erotik“), 1984.
    auf Englisch erhätlich: „French Eroticism – the Joy of Life“
  3. „Rowlandson -un génie de l’art érotique -L’érotisme anglais“, 1984, („Rowlandson – ein Genie der erotischen Kunst. Die englische Erotik“)
  4. „Storia segreta della cintura di castità“, 1989,
    Französische Ausgabe: „Histoire secrète de la ceinture de chasteté“ („Die geheime Geschichte des Keuschheitsgürtels“)
  5. „Eroscopo – signo por signo“, 1992 („Das erotische Horoskop – Zeichen für Zeichen“)
  6. „Eros a tavolo – Cosa mangiare per amare meglio“, 2008 („Eros am Tisch – Was man essen sollte, um besser zu lieben“)
  7. „Lettere d’amore di una suora portoghese“, 2012 („Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne“, wohl als Hrg. der Neuauflage dieses alten erotischen Textes)

Piero Lorenzonis Liste der Brust-Formen

Die Idee, Brüste anhand von Metaphern zu beschreiben, ist nicht neu von Lorenzoni entwickelt worden. Aber immerhin hat er sie bis zu einem gewissen Grad systematisiert. Wie bereits oben erklärt, greift er zumeist auf Obst zurück, um die Form der Brüste zu charakterisieren. Hier die Liste:

  • Kirschen
  • Apfel
  • Zitrone
  • Ananas
  • Auberginen
  • Dreieck
  • Grapefruit
  • Birnen
  • Melonen
  • Wassermelonen
  • Fuchsnäschen
  • Silikon

Wer sich darunter noch zu wenig vorstellen kann, findet auf wissen-24.org/welche-brustformen-gibt-es_10045/ Skizzen zu den einzelnen Formen.

Diese Reihe besitzt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern dient vor allem dazu, die Fantasie anzuregen. Vielleicht lässt sich die Reihe auch um treffendere Bilder ergänzen. Das „Dreieck“ finde ich z.B. einigermaßen ideenlos.

Die Obst-Metaphern in der Literatur

Ich habe einmal ein wenig recherchiert, um zu sehen, wie andere Autoren mit den Metaphern umgehen. Und tatsächlich sind die Obstvergleiche gar nicht so selten. Hier ein Beispiel aus Billi Woweraths „Alles echt Berlin:

Geheime Bilder tun sich auf, intime Formen, Farben und Gerüche. Trägt sie BH? Was hat sie wohl für’n Busen? Apfel, Kiwi, Kirsche? Wie riecht sie und wie fühlt sich ihre Haut an? Warm, geschmeidig, knospig? Feine Härchen? Kleiner Leberfleck?

Das Bild der apfelförmigen Brust stammt ursprünglich aus der Antike. So findet sich in dem „Liebesgespräch zwischen Daphnis und einem Mädchen“ von Theokrit folgender Dialog:

Das Mädchen: „Satyr, was machst du denn da? Warum greifst du mir an die Brüste?“
Daphnis : „Um deine schwellenden Äpfel erst mal zu probieren.“

Ein anderes Beispiel, diesmal vom Bestseller-Autor Clive Cussler, aus dem Roman: Der Todesflug der Cargo 03, der mit dem relativ häufig benutzten Bild von den Melonen-Brüsten spielt:

„Männer!“, fauchte Laura, die ihre Lotus-Position aufgegeben hatte und nun ihre rotbraun glänzenden langen Haare bürstete. „Ihr Männer, und insbesondere eine ganz bestimmte Sorte Männer, nämlich verkappte Chauvinisten wie du, wünscht euch die Erde bevölkert mit achtzehnjährigen Kindfrauen, die aber Brüste dick wie Melonen haben müssen, damit das Kind im Manne was zum Hinlangen hat. Am liebsten hättest du wohl, alle Frauen sähen so aus wie die Mädchen auf der Mittelseite der Herrenmagazine.“

Ein Zitat aus einem Minnegesang von Clement Marot, dem bedeutendsten französische Lyriker der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. De facto ist in der Literatur, wenn von Kirschen die Rede ist, meist nur die Mamilla gemeint. So auch hier.

Busen, der du ganz vollkommen bist!
Busen, der von weißer Seide ist,
Der die Rose schlägt in Acht und Bann,
Busen, dem sich nichts vergleichen kann!
Hart bist du, ein Kunstwerk zart und fein,
Süßes Rund aus schönstem Elfenbein,
Du, in dessen Mitte zugespitzt,
Eine kleine rosa Kirsche sitzt!
Niemand sieht sie, niemand kommt ihr nah,
Aber ich will wetten, sie ist da.

Heinrich Heine, einer der letzten Dichter der Romantik, beschreibt in dem Fragment „Der Rabbi von Bacherach„, wie der italienische Don Isaak in der Herberge, in der er zu Abend isst, der Gastwirtin den Kopf verdreht:

„Diesen Busen, Senora, womit soll ich ihn vergleichen? Es gibt in der weiten Schöpfung keine Blume, keine Frucht, die ihm ähnlich wäre! Dieses Gewächs ist einzig in seiner Art. Obgleich der Stum die zartesten Röslein entblättert, so ist doch Euer Busen eine Winterrose, die allen Winden trotzt! Obgleich die saure Zitrone, je mehr sie altert, nur desto gelber und runzliger wird, so wetteifert dennoch Euer Busen mit der Farbe und Zartheit der süßesten Ananas!“

In dem Zukunftsroman „Unfern“ von J. A. deMuth sieht sich der Protagonist eine Zeichnung an, die seine Freundin Claudia von ihm und sich gemacht hat, beim Akt im Bett:

Der Blick fiel seitlich auf uns. Claudia kniend, auf die gestreckten Arme gestützt, den Kopf in den Nacken gelegt, den Mund weit offen, die Brüste zwei elfenbeinernen Auberginen gleich, gespreizt zwischen den Armen. Ich kniete hinter ihr, war im Begriff, den Schwanz in sie einzuführen.

Ich könnte die Reihe noch fortsetzen, denke aber, das Prinzip ist ohnehin klar. Vergleiche, direkt oder indirekt, Metaphern, ergeben deutlichere Bilder und führen schnell zu einem visuellen Eindruck, ohne zu sehr ins Detail gehen zu müssen. Ganz nebenbei haftet ihnen oft noch etwas Poetisches an, was ihnen einen zusätzlichen Reiz gibt.

Gibt es eine Verbindung zwischen der Psyche und der Form einer Brust?

Aber zurück noch mal zu Lorenzoni. Er ist davon überzeugt, dass die Form der Brüste viel über die Psychologie der Frauen sagt. Auch das ist ein guter Grund, in der erotischen Literatur nicht alle Frauen gleich aussehen zu lassen. Gibt es diese Verbindung zwischen Psyche und Form der Brust tatsächlich? Wie kommt es, dass Frauen, die von sich erzählen, als Kinder immer lieber mit Jungs auf Bäume geklettert zu sein, als mit anderen Mädchen gespielt zu haben, häufig später kleiner Brüste haben? Wenn ich in meinen Bekanntenkreis sehe, denke ich, Lorenzoni könnte eventuell Recht haben mit seinen Beobachtungen.

Unten auf der Website wissen-24.org/welche-brustformen-gibt-es_10045/ sind einige von Lorenzonis Thesen stichwortartig zusammengefasst. Mit etwas ausführlicheren Zitaten vorgestellt und ironisch kommentiert werden sie auf der englischsprachigen Seite theregister.co.uk/2005/02/25/breast_shape/ .

Viel Spaß beim Lesen.

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Wie beschreibe ich einen Busen – Einleitung

Wie beschreibe ich einen Busen - EinleitungBusen fristen in der erotischen Literatur, vor allem bei den Selfpublishern, ein tristes Dasein. Sie sind groß. Und prall. Sehen toll aus. Natürlich. Im englischsprachigen Bereich sind sie zumeist „gorgeous“, also prächtig, traumhaft, wunderschön.

Als Frau bekomme ich bei solchen Klischees leicht das Kotzen. Und das nicht aus Neid. Die Bilder, die in den Köpfen durch solche Beschreibungen geformt werden, sind wirklichkeitsfremd.  Sie greifen zu kurz. Statt Individualität zu schätzen, wird Aussehen auf eine bestimmte Norm reduziert. Kein Wunder, wenn Mädchen immer früher zum Schönheitschirurgen rennen – so sie es sich denn leisten können.

Noch immer hoffe ich, die erotische Literatur könne ein wenig Wirklichkeit mit ihrer Vielfalt spiegeln. Sind wirklich alle LeserInnen nur dann glücklich, wenn die Protagonistinnen über eine standardisierte Busengröße verfügen? Ich halte das für unwahrscheinlich. Ebenso unwahrscheinlich, wie ich glaube, dass alle Leute im Fernsehen nur die Einheitskost sehen wollen, die ihnen dort täglich serviert wird.

Ich werde mich in den nächsten Tagen intensiv mit der Frage beschäftigen, wie wir Brüste beschreiben können. Wie wir in der erotischen Texten Bilder malen, die mehr bieten als nur Klischees. Bilder, die im Gedächtnis hängenbleiben. Denn soviel ist klar: Eine Beschreibung, die nicht mehr bietet als wertende Lobpreisungen, kann ein/e LeserIn nicht in Gehirn speichern. Im besten Fall ruft ein solcher Text bestehende Bilder ab. Die sind aber bereits verankert, sei es mit Filmen oder im besten Fall mit realen Personen.

Dabei ist es eine Fausregel der Literatur: weg vom Allgemeinen, hin zum Besonderen. Je klarer und eindeutiger Du etwas beschreibst, desto besser erreichst Du die Leser. Desto klarer werden Bilder mit Deinem Text verankert und bleiben so im Gedächtnis. Und ich glaube, dies ist das Ziel jeder Literatur: im Gedächtnis zu bleiben.

Dabei kenne ich durchaus das Argument, mit dem diese wertenden Beschreibungen verkauft werden: Jeder Leser kann sich sein eigenes Bild machen, wenn er von einem „tollen Busen“ liest. Nicht jeder steht ja auf  die gleichen Formen. Sobald eine Brust eindeutig beschrieben wird, geht im Kopf die Wertung los. Mit allgemeinen Wertungen kann die Autorin dem entgegenwirken.

Für mich klingt das nach einer faulen Ausrede. Einen Busen so zu beschreiben, dass er Lust auf mehr macht, ist Arbeit. Ich werde in den nächsten Tagen ein paar Ansätze beschreiben, werde Links zu Brust-Galerien im Netz posten – und darüber nachdenken, wie wir das, was wir sehen, in Worte fassen können.

Denn machen wir uns nichts vor: Erotische Literatur wird immer expliziter. Das kann sie im Augenblick auch problemlos. Die Zensurbestimmungen sind locker wie nie. Aber anschaulich zu beschreiben, ist ein Handwerkszeug. Und das müssen wir uns aneignen. Also ran ans Werk.

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