Alle Beiträge von Marc Manther

Geboren 1976 in Bredstedt, Nordfriesland. Studium der Informatik an der CAU in Kiel. Arbeitet heute in der Softwareentwicklung. Lebt mit seiner Frau Sandra und den Katzen Mandu und Tharsis in einem Haus im Westen der Stadt.

Manther.de – eine Zwischenbilanz

Seit nunmehr zwei Jahren schreiben und veröffentlichen Sandra und ich erotische Texte. Wir haben in dieser Zeit ein wenig herumexperimentiert, um zu sehen, was uns besonders liegt. Dabei sind uns zwei Dinge aufgegangen:

  1. Wir mögen beide explizite Beschreibungen. Anders als heute auf dem deutschen Markt üblich, drücken wir uns nicht um die Beschreibung unserer Protagonisten herum, sondern zeigen den Lesern, wen sie vor sich haben. In diesem Punkt sind die amerikanischen Autoren viel freizugügiger – was leider in den deutschen Übersetzungen oft nur ansatzweise deutlich wird. (Wer mehr darüber erfahren will, wie die meisten deutschen Verlage mit expliziten Sexszenen umgehen, sei auf das Interview verwiesen, dass Vanessa Lamatsch, die Übersetzerin der Bücher von J. Lynn, dem Piper-Verlag gab.)
  2. Wir haben beide ein Faible für das Nischengenre ENF (Embarrassed nude female).  Deswegen werden wir uns in Zukunft vor allem darauf konzentrieren, die Themenbereiche Scham und Peinlichkeit in Zusammenhang mit der eigenen Körperlichkeit zu inszenieren. Wer mehr über den Hintergrund dieses Genres erfahren möchte: Ich habe darüber an anderer Stelle hier im Blog ausführlich berichtet.

Neben dem Schreiben von Büchern führen wir diesen Blog, in dem wir über alles nachdenken, was uns in unseren Schreibprozessen bewegt. Ihr findet in den entsprechenden Kategorien viel über die fünf Sinne (Sinnliche Literatur), die Emotionen und natürlich über die Beschreibung des menschlichen Körpers jenseits der genretypischen Klischees.

Sandra liest viel und hat einen ganz guten Einblick in den New Adult-Markt. Einmal im Jahr macht sie eine Übersicht über die Bücher, die ihr dabei besonders aufgefallen sind:

Hin und wieder rezensiert sie hier im Blog auch eines der gelesenen Bücher etwas ausführlicher.

Ihre Beschäftigung mit dem Thema und unser regelmäßiger Austausch darüber führen dazu, dass wir nun beide an je einer Reihe im New Adult arbeiten. Wir werden uns in Zukunft vor allem auf diese Altersgruppe der 18 bis 25jährigen konzentrieren, weil sie in einer sehr spannenden Umbruchphase stecken: Die Schule ist zu Ende. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Egal, ob Studium, Beruf oder Familie: Die jungen Protagonistinnen müssen ihren Weg finden. Und da spielt auch der eigene Körper und der Umgang mit dem anderen Geschlecht eine wichtige Rolle.

So nehme ich in meiner Reihe „Erotic Actress Talent Search“ die Mechanismen auseinander, in der Casting Shows immer stärker auf Erotik und auf die Beschämung ihrer Teilnehmer setzen. Mir ist aufgefallen, dass viele junge Leute heute ihre ganze Hoffnung in solche Shows setzen – auch wenn sie wissen, wie hart die Anforderungen sind und wie persönlich die Kritik.

Und auch Sandra hat eine neue Reihe in Planung, Arbeitstitel: „Die Sorority vom Jungfrauenthal“. Darin geht es um junge Studentinnen in Hamburg, die sich in einer exklusiven griechischen Verbindung zusammengetan haben. Sandra interessiert sich für  Gruppenprozesse – auch für das immer stärker in Verruf gekommene „Hazing“ von neuen Anwärtern, also die Prüfungen, mit denen die älteren Sorority-Schwestern die Rushees belegen, um deren Willensstärke auszutesten.

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Marc Manther: Isabells Casting

Cover: Isabells Casting von Marc MantherDiesmal hat es ein wenig länger gedauert, bis eine neue Geschichte von mir erschien. Der Grund: Ich saß an der Konzeption meiner ersten Buchreihe. Dafür habe ich mich intensiv mit dem Genre ENF (Embarrassed nude female) auseinander gesetzt. Wer diesen Blog regelmäßig liest, kennt ja die ersten Ergebnisse meiner Überlegungen zum Genre. Ich finde, das Thema findet nirgendwo im Alltag besser seinen Platz als in den unzähligen Casting Shows, die derzeit im TV laufen.

Deswegen habe ich die Casting Show „Erotic Actress Talent Search (EATS)“ zum Ausgangspunkt genommen, mir die Mechanismen der Fernsehmacher einmal genauer anzusehen. Wie gehen sie mit den Träumen der jungen Frauen um, die ihren ganzen Hoffnungen darauf setzen, einmal Schauspielerinnen zu werden? Mit welchen Tricks laden sie die Staffel emotional auf? Und weil erfahrungsgemäß die Sexualität im Leben junger Erwachsener eine besonders große Rolle spielt, habe ich eben die Suche nach Schauspielerinnen zwischen 18 und 25 zum Thema gemacht, die – medial unterstützt – an ihrer erotischen Ausstrahlung arbeiten wollen.

Darum geht es im ersten Band der Reihe:

Isabells Traum ist es, Schauspielerin zu werden. Sie weiß, dass es leichter für sie ist, wenn sie eine gewisse erotische Ausstrahlung hat. Deswegen sieht sie in der Werbeanzeige für die neue Fernsehshow Erotic Actress Talent Search (EATS) ihre Chance. Sie bewirbt sich für das Casting und wird zum Vorsprechen eingeladen.

Aber schnell begreift sie die Mechanismen der Show. Die Fernsehmacher wollen Emotionen hervorlocken. Dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Isabell wird mit intimen Fragen provoziert und dazu gebracht, vollständig über ihre eigenen Schamgrenzen zu gehen.

EATS ist eben nicht nur eine Casting Show, sondern setzt ganz darauf, ihrer Teilnehmer in peinliche Situationen zu bringen, um sie dann im Coaching-Prozess wieder aufzubauen.

Leseprobe:

Ich stehe im Scheinwerferlicht auf der Bühne. Allein, bis auf den Kameramann mit der Steadicam, der jede meiner Bewegungen festhält. Eine zweite, feste Kamera steht unten im Mittelgang. Auch sie blinkt rot, als Zeichen, dass sie aufnimmt.
Unter mir spüre ich den rauen, kalten Holzboden. Ich habe mich dafür entschieden, bei diesem Casting auf Schuhe und Strümpfe zu verzichten. Barfuß in Jeans. Ich hoffe, das wirkt sexy. Von meinem Leinenhemd stehen die obersten drei Knöpfe offen. Ich trage es über der Hose, weil es lässiger aussieht. Dazu eine dunkelbraune Weste, Typ Bohemien. Sie suchen Typen, das weiß ich, weil ich selber gerne Casting Shows sehe. Je besser die Teilnehmer in eine Schublade passen, desto größer werden ihre Erfolgsaussichten.
In einer Reihe des Theaters sitzen vier Juroren. Eine kleine Stehlampe sorgt dafür, dass sie ihre Unterlagen lesen können. Sonst ist es dunkel im Zuschauerraum.
Damian Petridis, ein griechischer Regisseur, der schon seit Jahren in Deutschland lebt und arbeitet. Er hat im letzten Herbst einen Überraschungshit gelandet und wird jetzt als die Hoffnung des deutschen Films gehandelt. Es heißt, er suche eine Hauptrolle für seinen neuen Streifen. Er ist der Kopf des Teams. Strahlt eine nahezu arrogante Gelassenheit aus. Weit zurückgelehnt, die Arme verschränkt, taxiert er meinen Körper. Ich fühle, wie seine Blicke mich ausziehen.
Daneben sitzt Jeanette Rasmussen. Sie hat ihre ersten Schauspielerfahrungen in einer Soap gemacht, spielt inzwischen aber mehr und mehr in Kinofilmen. Ich mag die Art, wie sie ihre Figuren anleget: immer ein bisschen schüchtern, immer ein wenig rebellisch. Umso mehr überrascht mich jedes Mal, wenn sie auf der Leinwand plötzlich nackt dasteht. Das macht ihren Erfolg aus. Sie bekommt vor allem solche Rollen, in denen viel Haut zu sehen ist. Wahrscheinlich sitzt sie deswegen in der Jury. Sie lächelt mir vertrauensvoll zu, nickt, wenn ich etwas sage.
Allegra Ricci arbeitet als Model. Ich weiß nicht genau, warum sie hier sitzt. Sie gefällt sich offensichtlich. Blond, braungebrannt, Schultern zurückgezogen, Brust nach vorn. Perfekt geschminkt, wenn auch dezent. Sie verzieht keine Miene, während ich rede. Auch sie taxiert mich, aber anders als Petridis. Ich fühle, dass sie jede meiner Bewegungen bewertet: Die Art, wie ich stehe. Wie ich meine Arme halte. Wie ich den Kopf leicht zur Seite neige.
Und dann ist da noch Shervin Datis. Schmales Gesicht. Dreitagebart. Er wird der Schauspielcoach der Staffel. Er wirkt interessiert. Als hoffe er, in mir etwas Besonders zu entdecken. Seine Arme hat er auf der Stuhllehne vor sich abgelegt. Sein Blick ist freundlich, aber intensiv. Ich spüre, dass ich Lust habe, mit ihm zu arbeiten. Dass ich ihm vertraue.
„Isabell, wie oft triffst du dich mit einem Typen, bevor du mit ihm ins Bett gehst?“, fragt Patridis.
Ich zucke zusammen. Sie wollen mich schockieren. Meine Reaktionen auf solch intime Fragen austesten. Ich merke, wie mein Magen sich zusammenzieht. Jetzt bloß nicht rot werden. Gerade stehen. Lächeln.
„Das ist unterschiedlich“, sage ich. „Für mich gibt es keinen festen Plan. Nicht zu schnell, normalerweise. Sonst glauben sie, ich sei leicht zu haben.“
„Aber du weißt deinen Körper einzusetzen, oder?“, fragt Allegra.
Ich lächele verlegen.
„Wie meinen Sie das?“
„Durch deine Kleidung gibst du ihnen eine Ahnung von dem, was sie verpassen, wenn sie sich nicht bei dir melden.“
„Sie meinen die offenen Knöpfe?“
„Ja, zum Beispiel. Du trägst ein Hemd, das über der Brust leicht spannt. Die Hose hebt den Po hervor und betont deine langen Beine. Du weißt, dass du gut aussiehst, und zeigst das auch. Aber das ist nicht schlecht. Models brauchen Selbstbewusstsein. Sie dürfen es nur nicht zu offen zeigen, sonst wirken sie arrogant.“
Ich nicke. Fühle mich durchschaut.
„Zeig mir deinen Venusberg“, richtet Petridis sich an mich.
Mein Herz pocht wild und meine Hände werden feucht. OK, natürlich weiß ich, dass ich als Schauspielerin auch Nacktszenen drehen muss. Das ist heute ja normal. Aber hier beim Casting? Vor laufenden Kameras? Ich hatte damit gerechnet, gleich noch im Bikini auf die Bühne zu müssen. Damit sie meinen Körper begutachten können. Aber meine Intimzone zu zeigen ist etwas anderes.
„Was?“, frage ich ziemlich einfältig.
„Ich würde gern einen Blick auf deinen Venushügel werfen“, wiederholt Petridis mit gelassener Selbstverständlichkeit. „Oder ist dir das peinlich?“
„Ich soll mich ausziehen?“
„Ich will nur deine Scham sehen.“
„Oder meine Schamgrenze austesten“, denke ich. Ich hole tief Luft und versuche, mir nicht anmerken zu lassen, wie meine Hände zittern.

Ende der Leseprobe

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Erotic Actress Talent Search (EATS)

Gesucht:  Junge Frauen zwischen 18 und 25 Jahren, die sich während eines vom Fernsehen begleiteten Coachings zur erotischen Schauspielerin (Erotic Actress) weiterentwickeln wollen.

Neben einer vierköpfigen Jury haben auch die Zuschauer  die Möglichkeit, durch ihr Voting den Entscheidungsprozess maßgeblich mitzubestimmen. Der Siegerin winkt neben der Hauptrolle im neuen Film von Regie-Shootingstar Damian Petridis ein Geldpreis von 250.000 Euro.

Im Vorfeld über das Projekt informiert wurden diverse Schauspielschulen aus Deutschland, Österreich und Schweiz, um geeignete Kandidatinnen zu nominieren. Eine intensive Werbekampagne in diversen Zeitschriften für junge Leute rief dazu auf, ein Bewerbungsvideo einzusenden.

Neben der wöchentlichen Ausstrahlung im FreeTV wird es eine eigene Internetplattform geben, auf der alle Informationen über die Teilnehmerinnen jederzeit abrufbar sind. Nach Abschluss des Castingprozesses wird ein 24-Stunden-Livestream online geschaltet, der gegen Gebühr vollständigen Einblick in die Lebenswelt und das Training der ausgewählten Teilnehmerinnen gewährt.

In wöchentlichen Liveshows besteht die Möglichkeit, die Teilnehmerinnen persönlich kennenzulernen. Außerdem können talentierte junge Frauen dort von der Jury nachnominiert werden.

Die Jury besteht aus:

  • Damian Petridis, Regisseur
  • Jeanette Rasmussen, Schauspielerin
  • Allegra Ricci, Model
  • Shervin Datis, Schauspieltrainer

Soweit das Projekt. Die schlechte Nachricht: EATS ist reine Fiktion, noch. Zum Leben erwacht es in einer Buchreihe, deren erster Band Anfang nächster Woche erscheint. Wer will, kann derzeit auf Facebook über das Cover abstimmen.

In Zeiten, in denen aus Competitive Reality Shows zunehmend Humiliation Shows werden, ist der Schritt zu EATS naheliegend. Junge Frauen kämpfen für ihren Weg ins Business und hoffen, die Casting-Show als Sprungbrett für die eigene Kariere nutzen zu können. Haben nicht viele Schauspielerinnen Nacktauftritte als Karriereboost benutzt? Wo wäre Sharon Stone ohne ‚Basic Instinct‘? Wo Penélope Cruz  ohne ihre Nacktrollen in der Série rose und später in ‚Jamón Jamón‘? Kim Basinger ohne ‚9 ½ Wochen‘?

Für eine Schauspielerin ist Aufmerksamkeit alles – und EATS bietet eine Plattform mit der Möglichkeit, sich über vier Monate coachen und weiterentwickeln zu lassen. Wie weit sind die einzelnen Teilnehmerinnen bereit zu gehen, um in der Show weiterzukommen? Sind sie bereit, ihre Schamgrenze Stück für Stück zu verschieben?


Ihr wollt miterleben, wie es den Teilnehmerinnen bei EATS ergeht? Soeben ist der erste Band der Reihe erschienen: Marc Manther: Isabells Casting

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ENF – Embarrassed Nude Female

Wir haben an anderer Stelle darüber gesprochen, dass Sandra und ich ein paar Subgenres oder Nischen haben, die wir besonders gern bedienen. Dazu gehört ENF: Embarrassed Nude Female. „Nude Female“ – „Nackte Frau“ versteht sich von selbst. Embarrassed steht für „verlegen, peinlich berührt, außer Fassung“.

Warum ENF?

Das Gefühl, angesichts der eigenen Nacktheit verlegen zu sein, kennt jeder. Es ist zutiefst menschlich. Anders als in der Hardcore-Pornografie, bei der es letztlich nur ums Abspritzen geht, bietet ENF eine Vielzahl von Möglichkeiten, realistischere Szenarien zu entwickeln, in denen wir uns wiederfinden können.

Wenn ENF gut gemacht ist, leiden wir mit den Protagonisten. Und haben so die Grundvoraussetzung für jede gute Geschichte: den Konflikt. Ohne Konflikt funktioniert eine Story einfach nicht. Deswegen liest sich Anfänger-Erotik oft auch so dröge: Zwei Leute lernen sich kennen, lieben, sie vögeln miteinander. Kein Konflikt, keine Spannung, kein Grund weiterzulesen. Nein, das Leben schreibt eben nicht die besten Geschichten.

Bespiele für ENF

Gründe, warum eine Frau plötzlich unfreiwillig nackt dasteht, gibt es viele. Mittlerweile tausendfach wiederholt ist die Szene, in der eine Frau unter der Dusche steht, es klingelt, sie wickelt sich ein Handtuch um den Körper, geht zur Tür. Der Wind schlägt die Tür zu, das Handtuch ist eingeklemmt, ohne Schlüssel ist kein Reinkommen möglich. Peinlichkeit vorprogrammiert.

Sehr schön hat Sandra das Thema ENF in ihrer Geschichte „Bühnenangst“ durchgespielt: Eine junge Frau wird während einer Theaterprobe aufgefordert, sich auf der Bühne auszuziehen. Und das, obwohl das im Stück ursprünglich überhaupt nicht vorgesehen war. Sie muss sich entweder ihrer Verlegenheit stellen oder ihren Traum von der Bühnenkarriere begraben. Der Regisseur, der bemerkt, wie sie zunehmend außer Fassung gerät, drängt sie, immer weiter zu gehen.

Einen ganz ähnlichen Weg habe ich mit der Geschichte „Svetlana“ eingeschlagen: Eine junge Frau gerät an einen Kerl, der sie immer tiefer in die Welt des SM einführt. Aber mit der Zeit wird sie immer mehr zu seiner Trophäe: So muss sie auch dann in der Wohnung nackt bleiben, wenn seine Freunde zu Besuch kommen. Auch er geht in seinen Forderungen mit der Zeit immer weiter.

Liste der Ausgangssituationen für ENF

Hier eine – wahrscheinlich unvollständige – Liste jener Gründe, die mir gerade einfallen, aus denen eine Frau plötzlich in einer peinlichen Situation nackt dasteht:
• Wetten
• Spiele (z.B. Pfänderspiele)
• Herausforderungen (z.B. „Money talks“)
• Zufall (s. Handtuchszene oben)
• ärztliche Untersuchungen
• Massagen
• Leibesvisitationen
• Initiationsriten
• Hypnosesitzungen
• Magie
• Albtraum

Letztlich geht es bei ENF immer um Scham. Die Frau wird rot, sie zittert, versucht, ihre primären Geschlechtsteile zu bedecken. Vielleicht versucht sie, die Peinlichkeit mit einem Lächeln zu überspielen. Vielleicht wehrt sie sich auch gegen die Aufforderung. Viele Leser finden solche Szenarien überaus erotisch, auch wenn es dabei zu überhaupt keinem Geschlechtsverkehr kommt.

ENF und der Orgasmus

Andererseits bieten einige dieser Genre-Nischen durchaus Möglichkeiten für Orgasmen. Bei den Hypnose-Settings werden Frauen oft dazu gebracht, auf Stichwort oder Fingerschnipsen einen Orgasmus zu erleben, was gerade dann, wenn die Verknüpfung bei Beendigung der Sitzung nicht wieder aufgehoben wird, zu irrwitzigen Situationen führen kann. Ich habe aber auch schon Geschichten gelesen, in denen die Protagonistin einfach aufgefordert wird, sich in Trance selbst zu befriedigen. Auch da kann es peinlich werden, wenn der Hypnotiseur zwischenzeitlich die Trance aufhebt und die Protagonistin erkennt, in welcher Situation sie gerade steckt.

In manchen Settings werden die Protagonistinnen sanft gezwungen, vor ihren angekleideten Beobachtern zu masturbieren. Gerade dann, wenn das Ausziehen vor anderen ohnehin mit Scham behaftet ist, setzt die Aufforderung, sich selbst zu befriedigen, noch mal einen drauf. So geht es ja auch Anna in der oben schon beschriebenen Geschichte „Bühnenangst“.

Bei den Initiationsriten gibt es zahllose Geschichten, in denen als letzte Prüfung ein Geschlechtsakt ansteht, sei es mit einem Mann oder einer Frau. Hier habe ich allerdings das Gefühl, dass dieser finale Sex oft ein anbiedernder Versuch ist, einen Fuß in die Pornotür zu bekommen. Er wirkt oft aufgesetzt, mitunter sogar störend. Denn eine Frau, die eben noch Schwierigkeiten damit hatte, sich nackt zu zeigen, wird kaum einen berauschenden Höhepunkt mit einem anderen Menschen erleben, solange andere dabei zusehen.

Nebennischen zum ENF

Gerade im Bereich der Subgenres wird es manchmal schwierig, die Grenzen der Nischen sauber zu ziehen. Oft fällt ENF zusammen mit Stichworten wie OON (only one naked – nur eine Person ist nackt), CMNF (clothed man naked female – angezogener Mann und nackte Frau) und NiP (naked in Public – nackt in der Öffentlichkeit). Hier hängt es einfach vom Schwerpunkt des Autoren ab, in welche Kategorie eine Geschichte gehört.

So ist meine Story „Das Jagdschloss“ ein gutes Beispiel für CMNF und OON: Nina bekommt die Möglichkeit, sich in einem abgelegenen Jagdschloss frisch zu machen. Sie nimmt eine Dusche und erhält anschließend sogar eine intime Massage. Aber alle Wände sind mit venezianischen Spiegeln ausgestattet, so dass sie in jeder Situation von den anderen Gästen des Schlosses beobachtet werden kann. Was ihren Freund, der dies gerade erst entdeckt, an den Rand des Wahnsinns treibt. Da aber Nina nicht davon ausgehen kann, dass sie beobachtet wird, ist sie auch nicht beschämt und verhält sich völlig natürlich. Daher handelt es sich hier um keine ENF-Story.

Neue ENF-Stories von uns

Sandra und ich haben beschlossen, in Zukunft vor allem in diesem Nischen-Genre ENF zu arbeiten. Das hat sich ja bereits in unseren älteren Texten abgezeichnet. Und wir finden es wichtig, das unsere Texte keinen Überraschungseiern gleichen, bei denen nie klar ist, was drin ist.

So sind unsere beiden neuen Buch-Reihen von vornherein darauf angelegt, unsere Protagonistinnen in peinliche Situationen zu bringen, in denen sie früher oder später unfreiwillig nackt vor anderen stehen. Eine erste Kostprobe gibt es in dem Band „Isabells Casting“ aus meiner neuen Reihe „Erotic Actress Talent Search„.

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Marc Manther: Die Konfirmandin

Cover: Die Konfirmandin von Marc MantherDer Kern dieser Geschichte stammt von einem Freund, mit dem wir oft abends zusammensitzen und über Literatur diskutieren. Da er selbst heute keine Erotika mehr schreibt, hat er uns die Story überlassen und ich habe sie überarbeitet und in ihre jetzige Form gebracht.

Sandra meint, sie passe zu mir. Weniger wegen der an Pädophilie grenzenden Erotik, als wegen des desolaten Blicks auf die Institution Ehe. Ohnehin ist meine Frau ja davon überzeugt, falls jemals ein August-Strindberg-Preis für erotische Literatur ausgelobt wird, würde ich es auf jeden Fall auf die Short-List schaffen.

Darum geht es:

Sie ist 15. Und sich ihrer Wirkung auf das andere Geschlecht durchaus bewusst. Wie alle Teenager probiert sie ihre Grenzen aus. Die begehrlichen Blicke anderer auf ihren jungen Körper nimmt sie als Bestätigung. Mit wenigen Worten pflanzt sie Bilder in den Kopf ihres Pastoren. Sie spielt mit ihm und rüttelt sein kleines, abgezirkeltes Leben gehörig durcheinander.

Leseprobe:

Pastor Bernd Obbes Augen schienen immer zu lächeln, und um diesen Eindruck zu vermitteln, hatte er viel Zeit vor dem Spiegel verbracht. Mit seinen erst 45 Jahren wollte er der Gemeinde als gütiger Vater gegenübertreten. Die Unsicherheit – in Glaubensfragen wie im menschlichen Miteinander – die ihn gelegentlich überfiel, verbarg er hinter einer zengleichen äußeren Ruhe, die sowohl Stimme als auch Bewegungen prägte.
Die Kirche, in der er seinen Dienst tat, stand in einem Problemviertel der Stadt. Hohe Arbeitslosigkeit, viele Sozialhilfeempfänger, Jugendliche ohne Perspektive. Von daher war er durchaus stolz auf die Gruppe Konfirmanden, die hier vor ihm saß. Er hatte sie zusammengeschweißt, hatte sie von der Straße heruntergeholt und ihnen mit mühevoller Hartnäckigkeit neues Selbstbewusstsein gegeben.
Gedanken spielten in der Bibel eine wesentliche Rolle. Sie entschieden über unser Leben, sie waren der Quell der Sünde, die uns von Gott trennte. Deswegen hatte er beschlossen, mit den Jugendlichen ein Experiment zu wagen.
„Schließt jetzt bitte einmal eure Augen und versucht, zwei Minuten lang nicht an rosa Elefanten zu denken!“
Pastor Bernd Obbe beobachtete die Konfirmanden, die nach einem kurzen, irritierten Zögern taten, was er von ihnen verlangte. Im gebrochenen Licht der Julinachmittagssonne saß die Gruppe ihm in dem kahlen Raum frontal gegenüber.
Sein Blick fiel auf Tine mit ihrem weiten, weißen T-Shirt. Unter dem leichten Stoff zeichnete sich ihr junger, straffer Körper ab. Kein BH, stellte er verlegen fest und wusste plötzlich nicht, wohin er schauen sollte. War das ein Nippelpiercing, das sie da trug? Das musste neu sein. Zumindest war es ihm noch nie an ihr aufgefallen.
In der Nacht zuvor hatte er eine bestürzende Entdeckung gemacht. Zum ersten Mal war ihm der zunehmende körperliche Verfall seiner Frau Maren schmerzlich bewusst geworden. Die Spuren, die die beiden Kinder an ihr hinterlassen hatten und die Falten der Weisheit in ihrem Gesicht, die er liebevoll zu betrachten suchte, machten sie zum unbarmherzigen Spiegel des eigenen Alterungsprozesses.
Aufgrund seines Glaubens hatte er in jungen Jahren nie wirklich Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht gesammelt. Heute, wo er in Bezug auf die sexuellen Verfehlungen seiner Gemeinde nachsichtiger war, deprimierte ihn das.
Unvermittelt merkte er, wie Tine ihn fröhlich anlächelte. Er hatte, in Gedanken versunken, erneut auf die sanften Hügel ihres Shirts gestarrt. Als ihm dies bewusst wurde, lief er rot an und blickte um sich. Die anderen Jugendlichen waren, die Lider noch geschlossen, mit dem Experiment beschäftigt. Zum Glück.
„Ihr könnt die Augen aufmachen“, sagte er verlegen. „Wahrscheinlich habt ihr nie zuvor an rosa Elefanten denken müssen. Trotzdem wird euch schwergefallen sein, sie in den letzten Minuten aus euren Gedanken zu vertreiben. Durch meine Vorgabe hat sich dies absurde Bild festgesetzt.“
Er sah Tine in die Augen. Sie schmunzelte, den Kopf schelmisch schräg gelegt. Wie sollte er ihren Gesichtsausdruck deuten? Genoss sie es, ihn ertappt zu haben? Ein solcher Fehler durfte ihm nicht noch einmal passieren.
Es kostete ihn einige Selbstbeherrschung, nicht erneut an ihrem Körper herunterzuschauen.
„Vor ein paar Jahren,“ hörte er sich seinen vorbereiteten Text abspulen, „kam ein Junge zu mir in die Seelsorge, für den Onanie zum echten Problem geworden war.“
Wie geplant, besaß er nun die ungeteilte Aufmerksamkeit der Gruppe.
„Der Junge betete, Gott möge ihn befreien. Doch jedes Mal, wenn er im Gebet an Masturbation dachte, war das Bedürfnis wieder präsent. Mit der Zeit war sein ganzes Denken nur noch davon erfüllt.“
Er machte eine kleine Kunstpause und ließ die Worte auf die Jugendlichen wirken. „Wahrscheinlich habt ihr es bei dem Experiment eben gemerkt: Die einzige Chance, euch vor den rosa Elefanten in Sicherheit zu bringen ist, intensiv an etwas völlig anderes zu denken. Vielleicht hilft diese Erfahrung bei euren privaten Problemen. So viel für heute.“
Ein hörbares Aufseufzen ging durch die Gruppe. Stühle scharrten, mit einem flüchtigen Gruß verabschiedeten sich die Jugendlichen von Bernd. Er sah aus dem großen Promenadenfenster in das Wäldchen vor dem Gemeindehaus, das kleine, dunkle Mischwäldchen, das sich jeder gartenarchitektonischen Nutzbarmachung konsequent widersetzte. Während er noch in Gedanken versunken nach draußen starrte, trat zögernd Tine auf ihn zu.
„Ich habe da auch ein Problem.“
Bernd nickte verunsichert. Ungewollt glitt sein Blick an ihrem Körper herunter, kurz, verschämt, ängstlich. Ihre azurblauen Augen sahen ihn unverwandt an.
„Sehen Sie … Das, was Sie vorhin darüber gesagt haben, sich selbst zu streicheln, das kenne ich. Schuldgefühle habe ich keine; ist besser, als zu früh mit einem Jungen zu schlafen. Es ist nur … ich denke dabei immerzu an denselben Mann. Er ist verheiratet und weiß nichts davon. Ich stelle mir vor, wie … na ja, Sie wissen schon.“
Bernd ahnte es zumindest und verzichtete darauf, näher nachzufragen.
„Bisher habe ich geglaubt, der Mann interessiere sich nicht für mich. Aber vorhin, da habe ich gemerkt, wie Sie mich ansehen, und, na ja, ich dachte mir jedenfalls, Sie sollten es wissen.“
„Was wissen?“, fragte er.
„Also, – dass Sie der Mann sind, an den ich dabei immer denke!“

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Der Adult-Filter auf amazon.de

Das Problem Adult-Filter

Nach zwölf erotischen Geschichten aus unserer Feder hat der Amazon- Adult-Filter bei der neuen Story „Das Jagdschloss“ das erste Mal zugeschlagen. Porno-Alarm. Sprich: Eingeschränkte Anzeige bei den Suchergebnissen von Amazon. Sprich: Eingeschränkte Verkäufe. Kein Todesstoß, da sich der Filter bei der Suche ausstellen lässt, wenn man ihn kennt. Aber zumindest ein deutlicher Dämpfer, weil lange nicht jeder Amazon-Nutzer weiß, wie.

Dabei ist der Hinweis, eine Geschichte der Rubrik „Erotik“ sei nicht jugendfrei, eigentlich eine Tautologie. Denn sobald ich das Genre „Erotik“ beim Einstellen des Titels ins KDP-Programm anwähle, erscheint die Altersangabe „18+“ automatisch im Feld für das geeignete Lesealter. Diese Einstellung kann ich nicht  verändern.

Umso mehr irritiert es, dass innerhalb der Erotik die allermeisten Titel nicht vom sogenannten Adult-Filter betroffen sind. Wir selbst haben ja auch 11mal das Rating „Safe“ erhalten, bevor „Das Jagdschloss“ im Filter hängen blieb.

Gerade weil in der Kategorie „Erotik“ so viele Bücher angezeigt werden, kommen viele Leser des Genres gar nicht auf die Idee, nach gefilterten Texten zu suchen und den Adult-Filter zu deaktivieren. Was dazu führt, dass die im Filter hängengebliebenen Texte nicht angezeigt werden und folglich auch nicht gekauft werden können. Deswegen ist das Rating „Adult“ in der Regel mit etlichen finanziellen Einbußen verbunden.

Woran erkenne ich den Adult-Filter?

Wenn ein Buch in den Suchergebnissen von Amazon nicht angezeigt wird, ist das ein sehr schlechtes Zeichen. Ich bin eher zufällig darauf gestoßen, dass es mit meinem neuen Buch Probleme gibt. Nachdem ich gestern eine Mail von KDP erhielt, „Das Jagdschloss“ sei jetzt im Kindle-Shop verfügbar, wollte ich mir das Ergebnis heute morgen ansehen. Ich ging kurzerhand auf die Startseite von Amazon.de und habe im Suchfeld „manther jagdschloss“ eingegeben. Kein Resultat.

Also erweiterte ich meine Suche, indem ich das Wort „Jagdschloss“ strich und nur „Manther“ abfragte. Jetzt tauchten zumindest die Mehrzahl unserer bisherigen Veröffentlichungen auf. „Das Jagdschloss“ blieb verschwunden. Ein genauerer Blick auf die Suchergebnisse zeigte, dass laut Kopfzeile „Die beliebtesten Ergebnisse“ aufgelistet sein sollten. Als Alternative steht dort oben der Link „Alle Ergebnisse anzeigen“. Und erst, als ich diesen Alternativlink angeklickt habe, erschien dann auch „Das Jagdschloss“.

Offensichtlich ist dieses „Alle Ergebnisse anzeigen“ das deutsche Pendant zum amerikanischen „Your search contains adult items which have been hidden. If you wish to see them, click here“ – sprich: der Adult-Filter wird damit ausgeschaltet. Jedenfalls hatte ich, nachdem ich dies einmal angeklickt hatte, keine Probleme mehr damit, meine Story zu finden – egal wo und wie ich suchte. Da muss man aber erst einmal drauf kommen. Denn mit dem deutschen Satz wird fälschlich suggeriert, dass der neue Band einfach bei den Amazon-Kunden nicht beliebt ist, also ein Qualitätsproblem vorliegt.

Aaron Shepards Sales Ranks zeigt auch den Adult-FilterDie Wahrheit ist aber eine andere. Um gegenzuchecken, ob „Das Jagdschloss“ von Amazon mit den Bann „Adult“ belegt wurde, rief ich das Tool salesrankexpress.com von Aaron Shepard auf. Zwar werden für Kindle-Veröffentlichungen keine Verkaufsdaten angeboten. Dafür wird dort aber das Content Rating angezeigt. Und für „Das Jagdschloss“ prangt da rot und fett der Hinweis: „Adult“ statt des erstrebenswerten „Safe“. Wenn ich also noch einen Beweis gebraucht habe: Shepards Tool hat es mir geliefert.

Nun sind sich die über Foren relativ gut vernetzten Erotik-Autoren einig, dass Amazon sich nicht besonders um den Inhalt einer Story kümmert, solange der äußere Rahmen gewahrt bleibt. Somit sind es vor allem zwei Punkte, die als Auslöser für den Adult Filter infrage kommen: Das Cover und der Klappentext.

Auslöser für den Adult-Filter 1: Das Cover

Es gibt keine offzielle Liste jener Dinge, die auf einem Cover nicht zu sehen sein dürfen! Die Inhaltsrichtlinien, auf die Amazon in seiner Standardmail verweist, sind in diesem Zusammenhang hochgradig schwammig. Natürlich habe ich den KDP-Service angeschrieben und nachgefragt, wo das Problem liegt und ob ich etwas ändern kann, um diesen dummen Adult-Filter loszuwerden.

Gerade habe ich entdeckt, dass meine seit heute verfügbare Kurzgeschichte „Das Jagdschloss“ mit dem Adult-Rating versehen wurde und nur sehr zögerlich in den Suchergebnissen angezeigt wird.
Da ich nicht sicher bin, womit ich mir das Rating eingehandelt habe, wollte ich einfach einmal nachfragen:
Würde es helfen, auf dem Cover die Dame ein wenig tiefer zu positionieren, so dass der Ansatz ihres Pos nicht mehr zu sehen ist?
Oder liegt die Crux eher im blurb, in der Kurzbeschreibung des Inhalts? Falls dort bestimmte Reizworte auftauchen, die ich in Zukunft besser vermeiden sollte, würde ich mich ebenfalls über eine kurze Benachrichtigung freuen, damit ich den Fehler beheben und in Zukunft vermeiden kann.
In jedem Fall bin ich bemüht, die Gründe, die zum Adult-Rating geführt haben, in kürzester Zeit abzuschaffen, um das Buch dann erneut einzureichen.

Wie Amazons Antwort zeigt, ist meine Anfrage jedoch bereits im First-Level-Support des KDP hängengeblieben und nicht an die zuständigen Mitarbeiter der „Qualitätsabteilung“ weitergeleitet worden. Das Ergebnis war ein Baukasten-Brief, der auf keine der Fragen einging und lediglich bestätigte, was ich ohnehin schon wusste:

Wie unsere Qualitätsabteilung ermittelt hat, enthält ihr Buch „Das Jagdschloss“ nicht jugendfreie Inhalte. Bücher mit nicht jugendfreien Inhalten werden in unser allgemeinen Produktsuche nicht angezeigt, wie Sie warscheinlich schon gesehen haben. Sie werden jedoch in der Suche innerhalb der Kategorie Kindle angezeigt, sofern die Anzeige von nicht jugendfreien Inhalten aktiviert wurde.
Wir behalten uns das Recht vor, die Angemessenheit von Inhalten selbst zu beurteilen. Dies kann sich auf Coverbilder, Buchdetails (Metadaten) oder den Inhalt des Buchs beziehen.

Gerade der vorletzte Satz zeigt, wie schwammig die Sachlage oft ist. Da es keine Liste der Dinge gibt, an die man sich halten kann, ist das Spiel mit den Amazon-Zensurbehörden ein ewiges Trial and Error. Schlimmer noch: Was bei einem Autoren durchgeht, muss beim nächsten noch lange nicht klappen.

Im Netz schreiben Autoren immer mal wieder von ihren eignen Erfahrungen mit dem Filter. So sind zumindest einige Cover-Probleme mittlerweile bekannt. Ich beziehe mich im Folgenden auf eine Liste, die Selena Kitt in ihrem Blog zusammengestellt hat.

  • zu viel Haut
  • Brüste (auch von der Seite, schräg von hinten oder mit Händen bedeckt )
  • angedeuteter oder vollzogener Geschlechtsverkehr (auch wenn die Modelle nicht nackt sind)
  • intime Berührungen (auch wenn die Modelle angezogen sind)
  • leidende oder gar weinende Modelle
  • Handschellen und/oder Bondage
  • Schmutzige Wörter im Titel

Auslöser für den Adult-Filter 2: Der Klappentext

Sicherste Möglichkeit, um den Adult-Filter reingewürgt zu bekommen, ist sicher nach wie vor die „Warnung: Nur für Erwachsene“ oder ähnliches. Selbst, wenn es nicht als Werbegag gemeint ist, bleibt es kontraproduktiv.

Bestimmte Themen haben im Klappentext nichts zu suchen und sollten besser nur angedeutet werden, wenn ihr nicht vorhabt, den Adult-Filter auf den Plan zu rufen. Dazu gehören:

  • Sex mit Familienmitgliedern
  • Sex mit Minderjährigen
  • Jungfräulichkeit und Defloration
  • Stillen und Laktation
  • Dubcon – Sex, bei dem nicht klar ist, ob alle Beteiligten einverstanden sind
  • Vergewaltigung

Falls ich etwas Wichtiges vergessen habe, hinterlasst gern einen Kommentar unter diesem Post.

In ihrem Buch „The Six-Figure Erotica Author: How I Make Six Figures Self-Publishing Erotica“ hat Jade K. Scott ein System entwickelt, diese Begriffe kreativ zu umschiffen. Damit können Fans erkennen, worum es in einer Story geht, ohne dass der Adult-Filter gleich auf den Plan gerufen wird. So redet sie in ihren Klappentexten statt von „Daddy“ oder dem Stiefvater einfach vom „Mann des Hauses“. Offensichtlich springen die Amazon-Spider bei der Jagd nach möglichen filterwürdigen Texten auf diesen Ausdruck noch nicht an. Wer sich für diese Art des Slaloms interessiert, erhält in ihrem Buch einige brauchbare Ideen.

Das Problem bei solchen Umschreibungen liegt aber darin, dass die Leser erst einmal dechiffrieren müssen, was ihr damit meint. Es macht also Sinn, zunächst einmal bei thematisch ähnlich gelagerten Büchern zu schauen, wie dort das Thema im Klappentext beschrieben wird. Und dann – z.B. mit dem Salesrankexpress von Shepard – zu prüfen, ob dieser Ausdruck den Adult-Filter passiert hat.

Das ist zunächst einmal mühselig. Aber da ihr, solange ihr mit einem bestimmten Autorennamen arbeitet, ohnehin einem Subgenre treu bleiben solltet, muss die Arbeit nur einmal gemacht werden. Dann wisst ihr, mit welchen Ausdrücken ihr den Filter austrickst und euer Zielpublikum findet.

Was tun?

Da Amazon selbst keine Gründe für das Rating nennt, blieb mir nichts, als Cover und Klappentext zu überarbeiten, in der Hoffnung, damit alles all zu Anstößige aus den Bereichen zu löschen.

Hier das Cover in der Vorher – Nachher-Version:

Cover Marc Manther: Das Jagdschloss       Das neue Cover von Marc Manthers "Das Jagdschloss"

Ihr seht, der Po der jungen Dame ist jetzt züchtig bedeckt, wenn auch nur deswegen, weil ich den Bildausschnitt vergrößert habe.

Im zweiten Schritt habe ich den Klappentext von allen konkreten Hinweisen auf Sexpraktiken und Orgasmen gereinigt. Zwar gehe ich davon aus, dass dies die Kauflust des Zielpublikums ein klein wenig mindern wird. Aber durch diese  Konzession wird das Buch wieder in allen Suchergebnissen gelistet und nicht nur dann, wenn die Leser vorher den gut versteckten Suchfilter deaktivieren.

Anschließend habe ich eine E-Mail an kdp-support@amazon.de aufgesetzt:

Sehr geehrte Mitarbeiter im KDP,
Ich möchte Sie bitten, den Titel „Das Jagdschloss“ von Marc Manther (ASIN B01IDZYCEI) einer neuen Prüfung zu unterziehen. Ich habe das Coverbild entschärft und auch den Klappentext gesäubert. Daher hoffe ich, es gibt keinen Grund mehr für ein „Adult“-Rating, dass den Titel von der Suche auf der Startseite von Amazon ausschließt.
Ich würde mich freuen, wenn Sie den Titel mit „Not adult“ kennzeichneten.
Mit freundlichen Grüßen,
Marc Manther

Den Mail-Text habe ich mehr oder weniger von Selena übernommen. Die hat ihn für diesen Zweck freigegeben. Dementsprechend steht es euch frei, auch meine deutsche Version bei Bedarf zu nutzen.

Es hat übrigens keine 24 Stunden gedauert, dann hatte ich folgende Antwort von  kdp-publizieren@amazon.de in meinem Mailfach:

… Nach erneuter Überprüfung haben wir entschieden, die Beschränkungen für diese Bücher aufzuheben. Sie werden jetzt in der allgemeinen Produktsuche angezeigt. Dies kann bis zu 24 Stunden dauern.
Wir bedanken uns für Ihre Rückmeldung und entschuldigen uns für etwaige Unannehmlichkeiten, die durch diese kurzfristige Beschränkung verursacht worden sind.

An der Formulierung „für diese Bücher“ ist zu sehen, dass es für diesen Vorgang bereits Block-Bausteine bei Amazon gibt. Denn ich habe ja definitiv nur für ein Buch angefragt. Ich schließe daraus,  es kommt häufiger vor, dass Autoren gleich eine ganze Reihe von Titeln überarbeiten, um sie neu einzureichen. Sonst wäre im Mail-Setzkasten die Standardformulierung „für Ihr Buch“ abgespeichert worden.

Ihr seht: Es lohnt sich, bei einem Adult-Rating ein wenig Zeit zu investieren, um den Schaden abzuwenden.

Marc MantherAlles Liebe und viel Erfolg,
Marc

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Marc Manther: Das Jagdschloss

Cover Marc Manther: Das JagdschlossNach einer kleinen Pause habe auch ich jetzt eine neue Geschichte auf den Markt geworfen: „Das Jagdschloss“ ist am 14.07.2016 im Amazon KDP erschienen. Diesmal mit einem Hauch Gothic, der – nach „Svetlana“ fast üblichen – Portion BDSM, und natürlich einer kleinen Liebesgeschichte. Eine Story um Voyeuristen und Exhibitionisten. Der Plot beginnt nahezu klassisch, aber ich denke, ich habe die Geschichte in eine ganz eigene Richtung gedreht. Aber lest selbst.

Darum geht es:

Ein erstes Date zwischen Ben und Nina führt sie ins Nordelsass. Doch auf der Rückfahrt vom Restaurant macht der Wagen Probleme und verreckt mitten im Wald, fernab der Zivilisation. Zum Glück entdecken sie zwischen den Bäumen Lichter und kommen so zu einem alten Jagdschloss.
Ben spricht kein Französisch, aber Nina erhält die Möglichkeit, sich ein wenig frisch zu machen, bevor sie wieder gehen. Sie verschwindet. Irgendwann macht sich Ben auf die Suche nach ihr. Und muss feststellen, dass sie in einer Art Privatclub geraten sind. Sämtliche Zimmer sind mit venezianischen Spiegeln ausgestattet, die er von den Gängen aus einsehen kann, die Salons ebenso wie die Badezimmer. Er sieht, wie Frauen gezüchtigt werden und alte Herren in intimes Liebesspiel mit jungen Damen vertieft sind.
Schließlich findet er auch Nina wieder. Er beobachtet sie beim Duschen und später bei einer intimen Massage, die sie zum Höhepunkt bringt. Doch es dauert, bis er durch das Wirrwarr an Gängen zu ihr findet. Sie dürfen über Nacht bleiben. Aber natürlich hängen auch in ihrem Zimmer an allen Wänden Spiegel.

Leseprobe:

Kurz vor Mitternacht fing der Motor des Renault an zu stottern, setzte aus und ließ sich nicht mehr starten. Sie waren mit Ninas Auto unterwegs und hatten sich hoffnungslos verirrt. Natürlich gab es in ihrem Auto kein Navigationsgerät. Es besaß ja nicht einmal ein funktionierendes Radio.
Nina drehte den Zündschlüssel und versuchte, den Wagen wieder in Gang zu bringen. Ohne Erfolg. Ben, der neben ihr saß, achtete kaum auf das, was sie tat. Selbst mit leicht zusammengekniffenen Augen und einem harten Zug um ihren Mundwinkel fand er sie wunderschön. Das gebräunte Gesicht ließ ihre blonden Haare noch heller wirken. Auch faszinierte ihn ihre kleine Stupsnase.
Die Straße, auf der sie festsaßen, was schmal und hatte nicht einmal einen Mittelstreifen. Sie befanden sich im Pfälzerwald. Im französischen Teil, irgendwo im Nordelsass. Ben erinnerte sich nicht, wann sie das letzte Mal eine Ortschaft durchfahren hatten.
Auch war wenig hilfreich, dass er kein Französisch sprach.
In dem grenznahen Restaurant, in dem sie zu Abend gegessen hatten, war das kein Problem gewesen. Die Speisekarte war zweisprachig und auch der Kellner, der sie bediente, konnte Deutsch.
Nach dem Essen standen sie eine Weile unschlüssig vor dem Lokal. Ben hatte keine Lust, schon nach Hause zurückzufahren, zögerte jedoch, dies Nina zu gestehen. Es war ihr erstes Date und er war noch unsicher bezüglich ihrer Gefühle für ihn.
„Ist eigentlich noch zu früh, um gleich wieder umzukehren“, ergriff Nina glücklicherweise die Initiative. „Wenn du willst, fahren wir noch ein bisschen am Fluss entlang und schauen, ob wir eine ein gemütliches Plätzchen am Wasser finden. Ich habe im Kofferraum einen Indiacaball. Wir könnten den Sommerabend mit einer Runde Indiaca beenden.“
Er hätte den Teufel getan, die Chance, mehr Zeit mit ihr zu verbringen, auszuschlagen.
Zumal er schon früh am Abend festgestellt hatte, dass sie keinen BH trug. Die Vorstellung, mit ihr ein wenig Sport zu treiben und zu erleben, wie ihre Brüste in der weißen Stretchbluse in ständiger Bewegung blieben, erregte ihn. Die Tatsache, dass die obersten Knöpfe der Bluse offen standen, fachten seine Phantasie zusätzlich an. Vielleicht würde er an diesem Abend mehr von ihr zu sehen bekommen, als er sich von diesem ersten Date erhofft hatte.
Sie mussten allerdings eine ganze Weile suchen, bis sie an einer Flussbiegung eine frei zugängliche Wiese fanden. Nina stellte den Renault am Straßenrand ab. Aus dem Kofferraum holte sie ein paar Sneakers. Sie setzte sich seitlich auf den Fahrersitz, um ihre Pumps auszuziehen.
Ben war ausgestiegen und um den Wagen herumgekommen. Während sie sich vorbeugte, um die Schuhe zu wechseln, warf er einen flüchtigen Blick in ihre Bluse. Und ihm gefiel, was er dort sah. Ihre Brüste standen spitz ab, handtellergroß und sonnengebräunt. Himbeerrote Vorhöfe, nicht größer als eine Daumenspitze, thronten in ihrer Mitte.
Nina schaute ihn fragend an, lächelte dann aber. Wenn sie seinen neugierigen Blick bemerkt hatte, schien es sie nicht zu stören.
Sie hatte sich ihrer Pumps entledigt und griff nach den Sneakers. Kurz fragte sich Ben, wie sie mit den Schuhen überhaupt hatte Auto fahren können. Aber offensichtlich besaß sie Übung in solchen Dingen.
Auch ihre Füße gefielen ihm. Sie streckte ihren Spann, um in den Turnschuh hineinzugleiten. Glatt, leicht gebräunt, schlank, mit einem dezenten, naturfarbenen Nagellack an den Zehennägeln. Vielleicht würde er sie nach dem Spiel zu einer Fußmassage überreden können.
Kurzerhand streifte er auch seine Schuhe ab. Für den Restaurantbesuch hatte er seine schwarzen Businessschuhe angezogen, die ihm beim Sport nur hinderlich wären. Er entledigte sich der Socken und wackelte mit den Zehen. Das Gras unter seinen Füßen war noch warm von der Sommersonne.
Es dauerte eine Weile, bis er die Technik beim Indiaca raus hatte und die Ballwechsel länger wurden. Er hatte nicht gedacht, dass dies ein derart dynamisches Spiel sei. Anfangs achtete er noch mehr auf das, was sich unter Ninas Bluse abspielte. Leider waren ihre Brüste zu fest, um stark zu wippen. Aber ihm gefiel, wie sich das elastische Gewebe um ihre Rundungen presste, wenn sie einen Aufschlag machte oder mit dem Arm weit ausholte. Je länger sie sich den Indiacaball zudreschten, desto stärker konzentrierte er sich auf seine Technik. Und desto mehr Spaß machte es ihm.
Sie fingen an zu schwitzen. Das sah bei Nina besonders reizvoll aus, weil ihre gebräunte Haut einen goldenen Schimmer bekam. Und weil ihre Bluse begann, am Körper zu kleben und zunehmend durchsichtiger zu werden. Ihre Nippel, die er vorhin als leichte Erhebungen inmitten der Vorhöfe wahrgenommen hatte, zeichneten sich inzwischen deutlich unter dem elastischen Stoff ab. Ihre Höfe bildeten nette, unübersehbare Farbtupfer.
Nina schien das in keiner Weise peinlich zu sein. Sie gab sich ganz dem Spiel hin und lachte die meiste Zeit. Ben wertete das als gutes Zeichen. Prüde war sie jedenfalls nicht.
Allerdings änderte sich seine Beurteilung, als ein Spaziergänger mit seinem Hund den Weg am Fluss entlang kam. Als dieser grüßend die Hand hob, winkte Nina fröhlich zurück. Offensichtlich war es ihr kein bisschen unangenehm, auch vor Unbekannten derart offenherzig aufzutreten. Missgelaunt sah Ben, wie der Fremde Nina taxierte. Er spürte Eifersucht in sich hochkochen.
„Er gafft dich ganz schön an“, sagte er.
„Er ist doch nur freundlich“, entgegnete sie.
„Merkst du nicht, wie er deinen Busen anstarrt?“
„Tust du doch auch.“ Sie grinste. „Ihm gefällt, was er sieht. Ich nehme das als Kompliment.“
Irgendwie hatte er gehofft, Nina hätte sich für ihn so angezogen. Jetzt aber beschlich ihn das Gefühl, sie mochte es einfach, von Männern angesehen zu werden.
Sie brachen das Spiel kurz darauf ab und gingen zurück zum Auto. Zunächst schien Nina seine Enttäuschung nicht zu bemerken. Aber es wollte kein rechtes Gespräch mehr aufkommen.
Und dann, nachdem die Dunkelheit sich über das Waldgebiet gesenkt hatte, blieb der Wagen mitten im Nirgendwo liegen.
Genervt stieg Ben aus und machte sich auf den Weg in die Richtung, in die sie gefahren waren. Irgendwo musste diese Straße ja hinführen.
Das einzige Licht, das er zur Verfügung hatte, stammte vom Mond, der als Sichel am nachtblauen Himmel stand. Etwas flog an ihm vorbei. Als es sich in die Luft erhob, meinte er im fahlen Licht eine Fledermaus zu erkennen. Irgendwo in der Ferne klopfte sich ein Specht eine späte Mahlzeit aus dem Holz. Im Unterholz knackte es leise.
Er war nicht weit gekommen, als er hinter sich die Wagentür zuknallen hörte.
„Du willst mich doch nicht ernsthaft hier im Auto allein lassen?“, rief Nina.
Er zuckte mit den Schultern, rechnete aber nicht damit, dass sie dies sehen könne. Er hatte sein Verhalten für ritterlich gehalten und merkte nun, dass es besser gewesen wäre, sich mit ihr abzusprechen. Bei genauerer Betrachtung war sein Handeln sogar ausgesprochen dämlich. Denn selbst wenn er einen Einheimischen träfe, wie sollten sie sich verständigen?
„Kommst du mit?“, rief er zurück.
„Sicher, du Idiot!“
Sie kam im Mondlicht auf ihn zu und er fand sie schön. Ihr langes blondes Haar schien zu schimmern. Die weiße Bluse und die helle Hose hoben sich gegen den dunklen Hintergrund des Waldes ab.
Es war kühl geworden. Unweigerlich stellte er sich vor, wie ihre Nippel auf die hereinbrechende Nacht reagierten. Ninas Bluse klebte zwar nicht mehr am Körper, war aber auch noch nicht ganz getrocknet. Ihre Brüste zeichneten sich gut sichtbar unter dem dünnen Stoff ab.
Sie gingen schweigend nebeneinander her. Ben hätte sie gern in den Arm genommen. Zu ihrer Linken fiel der Wald ab. Aus dem Tal hörten sie jetzt das leise Plätschern eines Waldbachs. Rechts stieg er einen Hügel an. Dort sahen sie schließlich Licht zwischen den Bäumen hindurchschimmern. Wenig später entdeckten sie eine Zufahrtsstraße und folgten ihr.
Sie befanden sich unterhalb einer Anhöhe, auf der ein altes Jagdschloss stand. Die Fenster des Schlosses waren trotz der Uhrzeit noch hell erleuchtet. So machte Ben sich gewisse Hoffnungen, dort Hilfe zu bekommen. Zumindest würde es ein Festnetztelefon geben.

[Ende der Leseprobe] Buch auf amazon.de ansehen

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Stichworte für eure KDP eBooks

Bei Sandras erster erotischen Geschichte, „Monikas Keller„, waren wir noch froh, überhaupt sieben Suchstichworte zu finden, als KDP beim Einstellen die Frage nach den Keywords stellte.  Damals hatten wir noch nicht begriffen, was für ein mächtiges Tool uns dort zur Verfügung gestellt wird, um unsere Bücher auffindbar zu machen. Inzwischen sind wir um einige Erfahrungen reicher.

Das Subgenre

Wie schon an anderer Stelle erwähnt: Auf der amerikanischen Amazon-Seite finden sich im Bereich Erotika Labels für diverse Subgenres (schaut einmal hier). Da diese Einteilung auf amazon.de fehlt, wäre es bereits hilfreich, das Subgenre, in dem ihr eure Story ansiedelt, in den Keywords zu nennen. So haben Fans des Genres eine gewisse Möglichkeit, euer Buch zu finden, auch wenn sie euren Namen noch nie gehört haben.

Erotische Subgenres nach Amazon.comDie Subgenres, mit denen Amazon.com arbeitet, sind:

  • Action und Abenteuer
  • Afro-Amerikaner
  • BDSM
  • Historisch
  • Horror
  • Humor
  • Gemischtrassig
  • LGBT (Lesbisch, Gay, Bi, Transgender)
  • Krimi
  • Paranormal
  • Romantische Erotik
  • Science Fiction
  • Suspense
  • Thriller
  • Urban (Leben in der Großstadt)
  • Viktorianisch
  • Western

Mittlerweile hat Amazon eine aktualisierte Liste der hauseigenen Erotik-Kategorien erstellt – mit den Keywords, die genutzt werden sollten, um in dieser Kategorie zu erscheinen. Denn direkt anwählbar sind die Kategorien beim Einstellen nicht. Hier der Link:
https://kdp.amazon.com/de_DE/help/topic/A3RTWC5Y4P5391

Eure Nische

Diese Subgenres sind nur relativ breite Harken, um eure Geschichten dem richtigen Lesepublikum zuzuordnen. Aber jeder Leser hat seinen eigenen Fetisch, seine eigene Nische. In dieser Nische will er bedient werden. Und natürlich freut es ihn, wenn er möglichst schnell neue Titel findet, die ihm gefallen könnten.

Jeder dieser Nischen hat ihre speziellen Ausdrücke, die anderen Menschen wahrscheinlich wenig bis nichts sagen. Sandra und ich haben ein gewisses Faible für ENF, OON, NiP und ähnliches. Wer damit etwas anfangen kann, wird sich freuen, wenn er diese Begriffe in der Amazon-Suchleiste eingibt und tatsächlich fündig wird. Also rein damit in die Keywords, sollte eure Story eine solche Nische bedienen.

Wie hat Woody Allen in „Was sie schon immer über Sex wissen wollten“ gefragt: Was ist Ihre Lieblingsperversion? Natürlich teilen nicht alle diese Perversion. Aber diejenigen, die sie teilen, werden sich freuen, sie bei der Stichwortsuche zu finden. Also immer rein damit in die Keywords, wenn ihr sie in euren Storys aufgreift.

Was suchen die Leser?

Amazon Suchleiste

Ein wichtiges Tool, um passende Keywords für eure Story zu finden, ist die Suchleiste von Amazon. Sobald ihr dort ein Stichwort eingebt, von dem ihr denkt, es könnte zu eurer Story passen, zeigt euch Amazon 10 Begriffe an, nach denen die Leser in der letzten Zeit am häufigsten gesucht haben. Bedient euch. Denkt daran, dass „Keywords“ sich nicht nur auf einzelne Wörter beziehen, sondern auch Wortgruppen meint. „Lesbische erotische Liebesromane“, zwischen zwei Kommata gesetzt, gilt bei Amazon als ein Stichwort.

Falls ihr komplett ideenlos seid, was diese Suchleiste angeht, empfehle ich euch das Buch „Romance, Erotica & New Adult Keywords For Amazon: Done-For-You Lists Of Thousands Of Romance, Erotica & New Adult Keywords & Phrases“ von Jamie Page. Sie hat in diesem eBook nichts anderes gemacht, als neben Genres und Subgenres einen weiteren Anfangsbuchstaben im Suchfeld einzugeben und zu sehen, was passiert. Das Buch ist für den amerikanischen Markt entstanden, kann euch aber als Inspirationsquelle dienen. Allerdings finden sich in den Suchergebnissen, die Jamie auflistet, auch DVDs, Möbel, Spiele und andere Dinge. Das ganze Buch wirkt ziemlich schnell zusammengezimmert und eher nach Fleißarbeit, als nach profunder Recherche. Billiger ist es, ihr spielt selbst ein wenig mit der Suchleiste herum.

Die 7 Stichwortketten

Keywordliste 'Isabells Casting'
Hier die Keyword-Liste für ‚Isabells Casting‘

Früher gab es für die Keywords ein einziges Eingabefeld mit einer einfachen Spielregel: 6 Kommata und nicht mehr als 400 Zeichen insgesamt. Das ließ einiges an Spielraum für die Arbeit mit Abkürzungen, Synonymen, Derivaten und ähnlichem.

Mittlerweile haben die Techniker aber begriffen, dass diese Methode zu hemmungslosem Spamming führte. Deswegen installierten sie sieben separate Eingabefelder. Jedes kann mit bis zu 40 Zeichen gefüllt werden. Also immer noch viel Platz für Stichwortketten. Derivate und Synonyme sollen übrigens laut Amazon inzwischen überflüssig sein, weil das Programm inzwischen ohnehin mit ihnen arbeitet.

Das Prinzip wird klar, oder? Pro „Stichwort“  stehen 40 Zeichen zur Verfügung. Wer sie nutzt, ist klar im Vorteil gegenüber denjenigen, die mit sieben einzelnen Keywords gerade mal eben 70 Zeichen belegen. Die Chance, das eines der eingetragenen Stichwörter gesucht wird, ist jedenfalls höher. Je mehr Stichwörter in der Suchleiste eingegeben werden, desto mehr schrumpft die Auswahl an passenden Titeln zusammen, bis im Idealfall eures übrigbleibt. So habe ich bei den Keywords „erotica wedding“ noch 2391 Ergebnisse, bei „erotica wedding pregnancy“ noch 351, und bei „erotica wedding pregnancy ass“ gerade noch drei Titel im Angebot. Falls genau diese Fantasie mich gerade anturnt und ich den passenden Lesestoff suche, ist die Auswahl jetzt sehr überschaubar.

Übrigens ist es nicht nötig, bei jeder neuen Story das Rad neu erfindet. Wenn die Stichwörter funktionieren, benutzt sie immer wieder – zumal, sonlange eure neuen Geschichten in die alte Nische passen – und ändert nur ab, was eben für die neue Geschichte nicht passt.

Die Checkliste

Soviel zur Theorie. Vielleicht hilft euch ja folgender Fragekatalog weiter:

  1.  Genre/Subgenre: z.B. Erotik, Erotika, Gestaltwandler romance, steampunk sex,  Urban Fantasy Erotik …
  2. Nische: Tentakel, Exhibitionismus, Naked in Publik NiP, Fußfetischismus
  3. Handlung: Erstes Date, Verlust Jungfräulichkeit, Sex im Museum …
  4. Location: Eisenbahn, Drahtseilgondel, Wald, Space Shuttle, Bielefeld …
  5. Personen: Billionär, Teenager, Studentin, MILF …

So viel für heute. Wir werden diesen Blogbeitrag aktualisieren, sobald wir ein wenig länger mit den Stichwörtern im KDP herumexperimentiert haben. Bis dahin: Lasst euch inspirieren.

Marc MantherAlles Liebe,
Marc

 

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Marc Manther: Svetlana

Das war ja ein Akt. Laut KDP braucht ein Buch bis zu 48 Stunden, bis es geprüft und auf Amazon freigegeben wird. Gelegentlich, wenn Rechtefragen zu klären sind, werden es auch mal 72 Stunden. Meine neue Short Story „Svetlana“ befand sich 5 Tage – also 120 Stunden in der Warteschleife. Ich werde an anderer Stelle noch mal näher auf die möglichen Gründe eingehen.

Darum geht es:
Svetlana erzählt die Geschichte einer Obsession. Sie ist noch Schülerin, als sie sich in den ein paar Jahre älteren Tänzer Ivor verliebt. Von ihm lässt sie sich in die Welt der Musicals einführen. Und entjungfern. Er stirbt bei einem Autounfall.
Auch mit dem Gitarrenbauer Janis hat sie wenig Glück. Enttäuscht vom Leben zieht sie sich immer weiter in sich zurück und beginnt schließlich, um überhaupt noch etwas zu fühlen, mit dem Ritzen.
Erst Sven gelingt es, sie aus ihrem Schneckenhaus herauszuholen. Kaum hat sie ihr Abitur in der Tasche, zieht sie mit ihm zusammen. Er führt sie in die Welt des BDSM ein.

Leseprobe:

Svetlana war sieben, als ihr Vater starb und sie verzieh ihm nie, dass er ging, ohne ihr ein letztes Mal Lebewohl zu sagen. Als sie von der Schule ins Krankenhaus kam, um ihn wie jeden Tag zu besuchen, hielten eine Schwester sie zurück und übermittelte ihr die Nachricht. Ohne ein Wort zusagen, drehte Svetlana sich um und verließ das Hospital. Sie war fest davon überzeugt, dass es lediglich einer Willensentscheidung ihres Vaters bedurft hätte, mit dem Sterben auf sie zu warten.
Auch mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester redete sie nie über dieses heimliche Davonschleichen ihres Vaters, das wie ein Omen über ihrem Leben lasten sollte.
In einem Café an der Alster lernte sie Ivor kennen. Sie war inzwischen siebzehn, rauchte Gitanes und trank ihren Espresso schwarz. Er, ein aus Hannover stammender Spross kleiner Kaufleute mit Hang zur russischen Literatur, war Mitte zwanzig, Tänzer, und verdiente seinen Lebensunterhalt, wie alle Tänzer, durchs Kellnern. Der Ruf Hamburgs als Musicalcity hatte ihn hierher verschlagen, und es gab keine Audition, bei der er nicht vortanzte. Sein Körper war durchtrainiert, denn wenn er nicht arbeitete, übte er zu den Klängen der Musical-CDs, die sich in seinem CD-Rack stapelten. In seiner kleinen Wohnung hatte er eine Haltestange an der Wand angebracht. Neben der Stereoanlage mit wuchtigen Holzboxen befand sich in dem Zimmer nur seine Matratze. In der Küche standen immerhin ein Tisch und zwei hölzerne Klappstühle.
Svetlana verliebte sich augenblicklich in den jungen Mann. Bald beteiligte sie sich an seinen Stretchings und lernte, sich zu den Beats aus den Lautsprechern zu bewegen. Sie kannte die Namen der wichtigsten Choreographen der Hansestadt, besuchte mit Ivor alle Musicals, von den großen En-suite-Produktionen, für deren Karten sie über hundert Mark hinlegen mussten, bis zu den kleine Off-Broadway-Projekten in Sechzig-Stühle-Theatern, die oft schon nach wenigen Wochen wieder abgesetzt wurden.
Ivor war es auch, der sie entjungferte, während aus den Boxen die „Rocky Horror Picture Show“ dröhnte. An jenem Sommernachmittag hatte er anders als sonst vor ihr gestanden, selbstbewusst lächelnd, völlig verschwitzt in seinem hautengen Catsuit, sie, gerade aus der Schule zurückgekommen, in moonwashed Blue-Jeans und weitem Sweat-Shirt, die Schultasche noch neben sich.
Später erinnerte sie sich gern daran, wie er ihr dieses Shirt langsam über den Kopf zog, während er sich sanft im Rhythmus der Musik bewegte. In seinen Augen glänzte dieses Begehren, durch das sie sich so unendlich wertvoll fühlte, ernst genommen von diesem Mann, der so viel älter und reifer war als sie.
Und sie dachte nicht daran zu protestieren, als er ihr Zentimeter für Zentimeter auch das weiße, enge Trägerunterhemd nach oben streifte, während seine heißen, feuchten Hände über ihren Körper glitten, über die Taille hinauf, ihre spitzen, auseinanderstehenden Brüste freilegten, die sie noch nie einem Jungen gezeigt hatte.
Alles geschah im Takt der Musik, jeder Schauer, der sie durchfuhr, als tanze er mit ihr, als sei ihre Liebe kein überreifes Gefühl, sondern eine Performance. Selbst als er in sie eindrang, konnte sie schon im Voraus den nächsten Stoß vorhersagen, und der Schmerz, der sie anfangs durchzuckte, verschmolz mit dem Wummern der Basedrum.
Von da an kam sie jeden Tag nach der Schule zu ihm, und sie wäre auch nachts geblieben, wenn ihre Mutter es ihr nur erlauben würde. Gern hätte sie auf Ivor gewartet, bis dieser am frühen Morgen aus den Kneipen, in denen er jobbte, nach Hause kam. Sie hätte ihn zärtlich in den Arm genommen. Ihn vor dem Einschlafen geliebt und vielleicht dabei für einen Moment alle Frustrationen vergessen können. Aber ihre Mutter bestand darauf, dass sie spätestens um Mitternacht zu Hause war.
Aber wenn die Situation auch nicht perfekt war, hatte sie doch zumindest einen Anlaufpunkt. Einen Ort, an den sie flüchten konnte, um ihre kleinkarierten Mitschüler, den Lernstress und ihr eigene Unsicherheit dem Leben gegenüber zu vergessen.
Allein, das Glück währte nicht lang. Freunde erzählten ihnen, dass in Düsseldorf eine Audition für das neue Stück von Stephen Sondheim angesetzt war. Gemeinsam hörten sie die CD, tranken auf dem Fußboden sitzend Rotwein, rauchten, träumten. Wenn er dabei sein könnte …
Ein Woche später war er weg. Per Mitfahrzentrale hatte er sich auf den Weg nach Düsseldorf gemacht. Sie sah im Fernsehen die Bilder von dem Unfall auf der Autobahn und wusste instinktiv, dass er darin verwickelt war. Doch es bedurfte etlicher Telefonate, bis sie von seinen Eltern den Tod ihres Freundes bestätigt bekam.
Das war die Zeit, in der sie keine Musik mehr hören konnte. Sie ertrug sie nicht und wenn sich junge Leute auf der Straße lächelnd zum Sound der Ghettoblaster bewegten, war sie nahe daran zu kotzen.

[Ende der Leseprobe]  Buch auf amazon.de ansehen

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Das Riesenrad

Und wieder eine klassische Romance-Story mit beinahe klassischem Plot. Diesmal aus der Feder von Marc. Erhältlich seit 13.03.2016 als Kindle-eBook bei Amazon.

Darum geht es:

Ein Mann schlendert ziellos über den Hamburger Dom. Vor ihm eine Brünette, die ihn vom ersten Augenblick an in den Bann zieht. Aber er ist verheiratet. Wenn auch nicht glücklich. Ein moralisches Dilemma: Er kann diese Frau nicht ansehen, ohne an seine Ehe und deren langsamen Verfall zu denken.
Kurz verliert er seine neue Traumfrau aus den Augen. Und merkt, dass diese Begegnung die Weichen stellen wird für seine Zukunft. Umso entscheidender, sie in dem Gedränge des Volksfestes wiederzufinden.

Leseprobe:

Die Sommersonne schien mild auf Buden und Fahrattraktionen, der Donnerstagnachmittag glitt ereignislos vor sich hin und Stefan dachte an Ehebruch. Angezogen vom Riesenrad ließ er sich in der Menschenmenge treiben. Wie lange schon war er nicht mehr über den Hamburger Dom geschlendert …

Regina befand sich wahrscheinlich noch am Set. Irgendeine unbedeutende Fernsehproduktion stand auf dem Drehplan. Es störte ihn nicht, dass sie diese Rolle ohne Schwierigkeiten bekommen hatte, während er schon seit geraumer Zeit keine Produzenten mehr für seine Filmprojekte fand. Es störte ihn nicht einmal, dass dieser junge Maskenbildner wieder die ganze Zeit um sie herumtänzeln würde. Er war nicht eifersüchtig. Er war gierig nach Leben. Er sehnte sich nach einer erotischen Begegnung, nach neuen sexuellen Erfahrungen, kurz: nach einem Ausbrechen aus der Tristesse seines Ehealltags. Vierzehn Jahre waren eine verdammt lange Zeit.

Vor ihm in der Menge ging eine Brünette, die ihm gefiel. Das erste, das er an ihr bemerkte, war ihr langes Haar, das ihr bis über die Schulterblätter reichte und halbrund geschnitten war. Fast schien es, als spiegele sich das Sonnenlicht in ihm. Er kannte solche Frisuren, die nur funktionierten, wenn das Haar ständig gepflegt wurde, höchstens aus der Fernsehwerbung. Gab es solche Frauen tatsächlich?

Ihr Po. Nicht J. Lo., aber durchtrainiert. Er konnte mit diesen übergroßen Hinterteilen ohnehin nichts anfangen. Das Gesäß der Frau bildete eine deutliche Kurve, und er sah im Geist die nackte horizontale Falte, mit der sich der Hintern von den Oberschenkeln absetzte. Der Wurf ihrer Jeans verschaffte ihm eine Ahnung davon.
Es kam nicht oft vor, dass er einer Frau länger auf den Arsch starrte. So hätte er beim besten Willen nicht beschreiben können, wie Reginas Hinterteil aussah. Was vielleicht daran lag, dass sie keine engen Hosen trug. Oder wenn, dann jene Art Bundfaltenhosen, die den Hintern komplett kaschierten. Aber vielleicht war sein Desinteresse für den Körperbau seiner Frau auch nur das Ergebnis der langjährigen Gewöhnung. Die Zeiten, in denen er ihr fasziniert zusah, wie sie sich vor dem Zu-Bett-Gehen entkleidete, waren lange vorbei.

Ein bunter gestreifter Seidenschal wandt sich um den Hals der Brünetten. Ihre beige Bluse trug sie offen. Sie bewegte sich schnell und der Stoff bauschte bei jedem Schritt auf und wehte zur Seite. Sobald sie ihr Tempo verlangsamte oder stehenblieb, und sobald der dünne Stoff sich wieder an ihrer Taille schmiegte, konnte er sehen, dass sie zwar nicht dürr, aber doch schlank war. Dafür sprachen auch die Beine in den engen Jeans. Beine, die durch die Bleistiftabsätze ihrer Pumps in ihrer Länge noch einmal unterstrichen wurden.
Er überlegte, ob Regina je zur Pediküre ging. Wahrscheinlich musste sie das, allein für ihre Filmrollen. So wie sie ihre Zähne regelmäßig bleachen ließ. Es waren Dinge, die er längst als normal ansah. Wieso kam er jetzt darauf? Er merkte, dass sein Blick an den Füßen der Frau vor ihm hing. Glatte, leicht gebräunte Haut, keine Anzeichen von Druckstellen oder gar Hornhaut. Sie musste in diesen Schuhen fast auf Zehenspitzen laufen. Aber sie tat es elegant und selbstverständlich. Und er, er stellte sich vor, wie er dieser Frau am Abend die Schuhe ausziehen würde, vorsichtig, behutsam, wie er sie streicheln und mit Küssen bedecken, wie er seine Aufmerksamkeit auf jeden einzelnen ihrer Zehen lenken würde, wie er ihr nach einem anstrengenden Tag die Füße massierte, während sie gemeinsam auf der Couch säßen und sich irgendeine belanglose Sendung im Fernsehen ansähen.

Komisch, es ist immer die gleiche Art Frauen, die einen anzieht, dachte er. Er hätte nicht so früh heiraten dürfen. Mit zwanzig Jahren ist man einfach noch zu jung dafür.

Hatte die Frau ihn eben angesehen? Oder nur zufällig in seine Richtung? Er war sich nicht sicher. Um nicht negativ aufzufallen, wandt er sich von ihr ab und betrachtete die Auslagen des Zuckerwarenstands, vor dem er gerade stand. Waffeln hatte er als Kind gern gegessen. Genauso wie die gebrannten Mandeln. Sonderbarerweise hatte er es sich als Erwachsener abgewöhnt, solche Leckereien zu kaufen. Warum eigentlich? Wegen der unnötigen Kalorien? Gut, er war nicht schlank, hielt aber sein Normalgewicht ohne große Probleme. Vielleicht gerade deswegen, weil er auf solche Extravaganzen verzichtete.

Sein Blick blieb bei den Liebesäpfeln hängen. Als Kind hatte er nie verstanden, was es mit diesem Namen auf sich hatte. Im Konfirmandenunterricht hörte er von der Geschichte mit Eva und dem Apfel. Aber war das Liebe gewesen? Oder nicht eher die Sehnsucht nach dem Verbotenen? Inzwischen ahnte er, dass die Bedeutung des Ausdrucks „Liebesäpfel“ eine andere war: Eine dicke Schicht Zuckerguss machte aus dem normalen Obst etwas Besonderes. Genau wie bei der Liebe. Stendhal hatte diese Verzauberung „Kristallisation“ genannt. Er war versucht, zwei Äpfel zu kaufen und der Brünetten einen davon anzubieten. Warum nicht? Mehr als freundlich ablehnen oder ihn ignorieren konnte sie ihn nicht.

Er drehte sich um, sah sie jedoch nicht mehr. Schnell ließ er von seinem Vorhaben ab und machte sich stattdessen auf die Suche nach ihr. Inzwischen war es auf dem Heiligengeistfeld voller geworden. Eltern mit ihren Kindern, Gruppen von Teenagern, dazwischen junge Erwachsene aller Hautfarben. Es fiel ihm nicht leicht, zwischen all den Menschen den Überblick zurückzugewinnen.

Auf der Rampe der „Wilden Maus“ fand er schließlich einen brauchbaren Aussichtspunkt. Er spürte, wie sein Herz pochte und seine Kehle zuschnürte. Die Brünette war verschwunden.

[Ende der Leseprobe] amazon-button3

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