Wie beschreibe ich einen Busen – Analogien

Wie beschreibe ich einen Busen: AnalogienBei der Suche nach einer systematischen Beschreibung der Formen, die Brüste annehmen können, stieß ich auf den italienischen Sexologen Piero Lorenzoni. Seine Liste mit Brust-Formen bezieht sich zumeist auf Analogien zu Obst.

Piero Lorenzoni und seine Veröffentlichungen

In Deutschland ist Lorenzi wenig bekannt. Er veröffentlicht in seiner Heimat seit Ende der 70er Jahre zahlreiche Bücher zum Thema Erotik. Manche sind zumindest ins Französische oder Englische übersetzt:

  1. „Erotismo e Pornografia nella Letteratura Italiana“, 1976 („Erotik und Pornografie in der italienischen Literatur“)
  2. „L’Erotisme francais“ („Französische Erotik“), 1984.
    auf Englisch erhätlich: „French Eroticism – the Joy of Life“
  3. „Rowlandson -un génie de l’art érotique -L’érotisme anglais“, 1984, („Rowlandson – ein Genie der erotischen Kunst. Die englische Erotik“)
  4. „Storia segreta della cintura di castità“, 1989,
    Französische Ausgabe: „Histoire secrète de la ceinture de chasteté“ („Die geheime Geschichte des Keuschheitsgürtels“)
  5. „Eroscopo – signo por signo“, 1992 („Das erotische Horoskop – Zeichen für Zeichen“)
  6. „Eros a tavolo – Cosa mangiare per amare meglio“, 2008 („Eros am Tisch – Was man essen sollte, um besser zu lieben“)
  7. „Lettere d’amore di una suora portoghese“, 2012 („Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne“, wohl als Hrg. der Neuauflage dieses alten erotischen Textes)

Piero Lorenzonis Liste der Brust-Formen

Die Idee, Brüste anhand von Metaphern zu beschreiben, ist nicht neu von Lorenzoni entwickelt worden. Aber immerhin hat er sie bis zu einem gewissen Grad systematisiert. Wie bereits oben erklärt, greift er zumeist auf Obst zurück, um die Form der Brüste zu charakterisieren. Hier die Liste:

  • Kirschen
  • Apfel
  • Zitrone
  • Ananas
  • Auberginen
  • Dreieck
  • Grapefruit
  • Birnen
  • Melonen
  • Wassermelonen
  • Fuchsnäschen
  • Silikon

Wer sich darunter noch zu wenig vorstellen kann, findet auf wissen-24.org/welche-brustformen-gibt-es_10045/ Skizzen zu den einzelnen Formen.

Diese Reihe besitzt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern dient vor allem dazu, die Fantasie anzuregen. Vielleicht lässt sich die Reihe auch um treffendere Bilder ergänzen. Das „Dreieck“ finde ich z.B. einigermaßen ideenlos.

Die Obst-Metaphern in der Literatur

Ich habe einmal ein wenig recherchiert, um zu sehen, wie andere Autoren mit den Metaphern umgehen. Und tatsächlich sind die Obstvergleiche gar nicht so selten. Hier ein Beispiel aus Billi Woweraths „Alles echt Berlin:

Geheime Bilder tun sich auf, intime Formen, Farben und Gerüche. Trägt sie BH? Was hat sie wohl für’n Busen? Apfel, Kiwi, Kirsche? Wie riecht sie und wie fühlt sich ihre Haut an? Warm, geschmeidig, knospig? Feine Härchen? Kleiner Leberfleck?

Das Bild der apfelförmigen Brust stammt ursprünglich aus der Antike. So findet sich in dem „Liebesgespräch zwischen Daphnis und einem Mädchen“ von Theokrit folgender Dialog:

Das Mädchen: „Satyr, was machst du denn da? Warum greifst du mir an die Brüste?“
Daphnis : „Um deine schwellenden Äpfel erst mal zu probieren.“

Ein anderes Beispiel, diesmal vom Bestseller-Autor Clive Cussler, aus dem Roman: Der Todesflug der Cargo 03, der mit dem relativ häufig benutzten Bild von den Melonen-Brüsten spielt:

„Männer!“, fauchte Laura, die ihre Lotus-Position aufgegeben hatte und nun ihre rotbraun glänzenden langen Haare bürstete. „Ihr Männer, und insbesondere eine ganz bestimmte Sorte Männer, nämlich verkappte Chauvinisten wie du, wünscht euch die Erde bevölkert mit achtzehnjährigen Kindfrauen, die aber Brüste dick wie Melonen haben müssen, damit das Kind im Manne was zum Hinlangen hat. Am liebsten hättest du wohl, alle Frauen sähen so aus wie die Mädchen auf der Mittelseite der Herrenmagazine.“

Ein Zitat aus einem Minnegesang von Clement Marot, dem bedeutendsten französische Lyriker der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. De facto ist in der Literatur, wenn von Kirschen die Rede ist, meist nur die Mamilla gemeint. So auch hier.

Busen, der du ganz vollkommen bist!
Busen, der von weißer Seide ist,
Der die Rose schlägt in Acht und Bann,
Busen, dem sich nichts vergleichen kann!
Hart bist du, ein Kunstwerk zart und fein,
Süßes Rund aus schönstem Elfenbein,
Du, in dessen Mitte zugespitzt,
Eine kleine rosa Kirsche sitzt!
Niemand sieht sie, niemand kommt ihr nah,
Aber ich will wetten, sie ist da.

Heinrich Heine, einer der letzten Dichter der Romantik, beschreibt in dem Fragment „Der Rabbi von Bacherach„, wie der italienische Don Isaak in der Herberge, in der er zu Abend isst, der Gastwirtin den Kopf verdreht:

„Diesen Busen, Senora, womit soll ich ihn vergleichen? Es gibt in der weiten Schöpfung keine Blume, keine Frucht, die ihm ähnlich wäre! Dieses Gewächs ist einzig in seiner Art. Obgleich der Stum die zartesten Röslein entblättert, so ist doch Euer Busen eine Winterrose, die allen Winden trotzt! Obgleich die saure Zitrone, je mehr sie altert, nur desto gelber und runzliger wird, so wetteifert dennoch Euer Busen mit der Farbe und Zartheit der süßesten Ananas!“

In dem Zukunftsroman „Unfern“ von J. A. deMuth sieht sich der Protagonist eine Zeichnung an, die seine Freundin Claudia von ihm und sich gemacht hat, beim Akt im Bett:

Der Blick fiel seitlich auf uns. Claudia kniend, auf die gestreckten Arme gestützt, den Kopf in den Nacken gelegt, den Mund weit offen, die Brüste zwei elfenbeinernen Auberginen gleich, gespreizt zwischen den Armen. Ich kniete hinter ihr, war im Begriff, den Schwanz in sie einzuführen.

Ich könnte die Reihe noch fortsetzen, denke aber, das Prinzip ist ohnehin klar. Vergleiche, direkt oder indirekt, Metaphern, ergeben deutlichere Bilder und führen schnell zu einem visuellen Eindruck, ohne zu sehr ins Detail gehen zu müssen. Ganz nebenbei haftet ihnen oft noch etwas Poetisches an, was ihnen einen zusätzlichen Reiz gibt.

Gibt es eine Verbindung zwischen der Psyche und der Form einer Brust?

Aber zurück noch mal zu Lorenzoni. Er ist davon überzeugt, dass die Form der Brüste viel über die Psychologie der Frauen sagt. Auch das ist ein guter Grund, in der erotischen Literatur nicht alle Frauen gleich aussehen zu lassen. Gibt es diese Verbindung zwischen Psyche und Form der Brust tatsächlich? Wie kommt es, dass Frauen, die von sich erzählen, als Kinder immer lieber mit Jungs auf Bäume geklettert zu sein, als mit anderen Mädchen gespielt zu haben, häufig später kleiner Brüste haben? Wenn ich in meinen Bekanntenkreis sehe, denke ich, Lorenzoni könnte eventuell Recht haben mit seinen Beobachtungen.

Unten auf der Website wissen-24.org/welche-brustformen-gibt-es_10045/ sind einige von Lorenzonis Thesen stichwortartig zusammengefasst. Mit etwas ausführlicheren Zitaten vorgestellt und ironisch kommentiert werden sie auf der englischsprachigen Seite theregister.co.uk/2005/02/25/breast_shape/ .

Wer es lieber auf Deutsch mag, findet die Thesen, etwas aufgemotzt, auch unter aphrodisia-escort-berlin.de/busen-bestimmt-den-charakter/

Viel Spaß beim Lesen.

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