Promo-Aktion Oktober

Der Sommer hat sich verabschiedet und der Herbst klopft an. Was gibt es besseres, als sich jetzt mit Lesestoff einzudecken. Wir wollen den Oktober nutzen, um unsere erotischen Geschichten einem breiteren Lesepublikum vorzustellen. Deshalb haben wir den Preis für unsere Bücher drastisch gesenkt. Bis Ende Oktober kostet jedes unserer eBooks für den Amazon Kindle nur 0,99 € statt wie bisher 2,99 €.

Ab November gilt dann wieder unsere alte Preispolitik: Neuerscheinungen sind für 4 Wochen für 0,99 € zu haben und werden danach auf 2,99 € angehoben.

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Neuer Folgen-Button auf amazon.de

Nur ein kleiner Tipp für zwischendurch: Inzwischen könnt ihr uns auch direkt auf amazon.de folgen. Denn in die Autoren-Seiten hat Amazon am 27.07.2016 einen Folgen-Button integriert.  Ihr findet ihn direkt unter dem Autoren-Bild:

Der neue Folgen-Button auf amazon.deSobald ihr auf den Folgen-Button klickt, werdet ihr via E-Mail von Amazon über alle Neuerscheinungen eurer Lieblingsautoren auf dem Laufdenden gehalten. So zum Beispiel über alle neuen Titel von Marc und mir. Das ist sicher eine gute, direkte Möglichkeit. Im E-Mail-Postfach schaut ihr mit Sicherheit täglich nach, während die unterschiedlichen Blog-Register ihre Meldungen doch eher sporadisch streuen.

Und über die Informationspolitik von Facebook brauchen wir an dieser Stelle gar nicht zu reden. Facebook will in erster Linie Geld mit bezahlter Promotion machen. Daher ist es zwar eine Möglichkeit, aber keine sichere Informationsquelle, uns dort zu folgen.

Die Funkion, via E-Mail über Neuerscheinungen bestimmter Autoren informiert zu werden, wurde auf amazon.com bereits im Oktober 2014 realisiesrt, ist aber bei uns noch wenig ausgereift. Weder können wir Autoren sehen, wie viele Leute uns auf Amazon folgen, noch können wir als Leser einen Überblick bekommen, wem wir aktuell alles folgen.  Amazon behält all diese Informationen für sich – was aus Sicht des Datenschutzes bestimmt sinnvoll ist.  Allerdings wäre die ein oder andere Statistik-Funktion für uns durchaus hilfreich.

Laut selfpublisherbibel.de können ausgewählte Autoren ihren Amazon-Followern anlässlich neuer Veröffentlichungen auch persönliche Mitteilungen zukommen lassen. Das ist aber nur einem erlauchten Kreis vorbehalten und lässt sich von uns Autoren nicht einfordern. Wir müssen also darauf warten, von Amazon dazu eingeladen zu werden.  Ob das für kleine Selfpublisher wie uns je realistisch wird, ist fraglich.

Für die Autoren unter euch: Voraussetzung, um den neuen Folgen-Button auf amazon.de nutzen zu können, ist eine eigene Autoren-Seite, die ihr unter authorcentral.amazon.de anlegen könnt.

Und für diejenigen von euch, die den neuen Folgen-Button gleich einmal ausprobieren wollen, hier noch mal die Links zu den Autorenseiten von Marc und mir:
Autorenseite Sandra Manther
Autorenseite Marc Manther

 

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Der Adult-Filter auf amazon.de

Das Problem Adult-Filter

Nach zwölf erotischen Geschichten aus unserer Feder hat der Amazon- Adult-Filter bei der neuen Story „Das Jagdschloss“ das erste Mal zugeschlagen. Porno-Alarm. Sprich: Eingeschränkte Anzeige bei den Suchergebnissen von Amazon. Sprich: Eingeschränkte Verkäufe. Kein Todesstoß, da sich der Filter bei der Suche ausstellen lässt, wenn man ihn kennt. Aber zumindest ein deutlicher Dämpfer, weil lange nicht jeder Amazon-Nutzer weiß, wie.

Dabei ist der Hinweis, eine Geschichte der Rubrik „Erotik“ sei nicht jugendfrei, eigentlich eine Tautologie. Denn sobald ich das Genre „Erotik“ beim Einstellen des Titels ins KDP-Programm anwähle, erscheint die Altersangabe „18+“ automatisch im Feld für das geeignete Lesealter. Diese Einstellung kann ich nicht  verändern.

Umso mehr irritiert es, dass innerhalb der Erotik die allermeisten Titel nicht vom sogenannten Adult-Filter betroffen sind. Wir selbst haben ja auch 11mal das Rating „Safe“ erhalten, bevor „Das Jagdschloss“ im Filter hängen blieb.

Gerade weil in der Kategorie „Erotik“ so viele Bücher angezeigt werden, kommen viele Leser des Genres gar nicht auf die Idee, nach gefilterten Texten zu suchen und den Adult-Filter zu deaktivieren. Was dazu führt, dass die im Filter hängengebliebenen Texte nicht angezeigt werden und folglich auch nicht gekauft werden können. Deswegen ist das Rating „Adult“ in der Regel mit etlichen finanziellen Einbußen verbunden.

Woran erkenne ich den Adult-Filter?

Wenn ein Buch in den Suchergebnissen von Amazon nicht angezeigt wird, ist das ein sehr schlechtes Zeichen. Ich bin eher zufällig darauf gestoßen, dass es mit meinem neuen Buch Probleme gibt. Nachdem ich gestern eine Mail von KDP erhielt, „Das Jagdschloss“ sei jetzt im Kindle-Shop verfügbar, wollte ich mir das Ergebnis heute morgen ansehen. Ich ging kurzerhand auf die Startseite von Amazon.de und habe im Suchfeld „manther jagdschloss“ eingegeben. Kein Resultat.

Also erweiterte ich meine Suche, indem ich das Wort „Jagdschloss“ strich und nur „Manther“ abfragte. Jetzt tauchten zumindest die Mehrzahl unserer bisherigen Veröffentlichungen auf. „Das Jagdschloss“ blieb verschwunden. Ein genauerer Blick auf die Suchergebnisse zeigte, dass laut Kopfzeile „Die beliebtesten Ergebnisse“ aufgelistet sein sollten. Als Alternative steht dort oben der Link „Alle Ergebnisse anzeigen“. Und erst, als ich diesen Alternativlink angeklickt habe, erschien dann auch „Das Jagdschloss“.

Offensichtlich ist dieses „Alle Ergebnisse anzeigen“ das deutsche Pendant zum amerikanischen „Your search contains adult items which have been hidden. If you wish to see them, click here“ – sprich: der Adult-Filter wird damit ausgeschaltet. Jedenfalls hatte ich, nachdem ich dies einmal angeklickt hatte, keine Probleme mehr damit, meine Story zu finden – egal wo und wie ich suchte. Da muss man aber erst einmal drauf kommen. Denn mit dem deutschen Satz wird fälschlich suggeriert, dass der neue Band einfach bei den Amazon-Kunden nicht beliebt ist, also ein Qualitätsproblem vorliegt.

Aaron Shepards Sales Ranks zeigt auch den Adult-FilterDie Wahrheit ist aber eine andere. Um gegenzuchecken, ob „Das Jagdschloss“ von Amazon mit den Bann „Adult“ belegt wurde, rief ich das Tool salesrankexpress.com von Aaron Shepard auf. Zwar werden für Kindle-Veröffentlichungen keine Verkaufsdaten angeboten. Dafür wird dort aber das Content Rating angezeigt. Und für „Das Jagdschloss“ prangt da rot und fett der Hinweis: „Adult“ statt des erstrebenswerten „Safe“. Wenn ich also noch einen Beweis gebraucht habe: Shepards Tool hat es mir geliefert.

Nun sind sich die über Foren relativ gut vernetzten Erotik-Autoren einig, dass Amazon sich nicht besonders um den Inhalt einer Story kümmert, solange der äußere Rahmen gewahrt bleibt. Somit sind es vor allem zwei Punkte, die als Auslöser für den Adult Filter infrage kommen: Das Cover und der Klappentext.

Auslöser für den Adult-Filter 1: Das Cover

Es gibt keine offzielle Liste jener Dinge, die auf einem Cover nicht zu sehen sein dürfen! Die Inhaltsrichtlinien, auf die Amazon in seiner Standardmail verweist, sind in diesem Zusammenhang hochgradig schwammig. Natürlich habe ich den KDP-Service angeschrieben und nachgefragt, wo das Problem liegt und ob ich etwas ändern kann, um diesen dummen Adult-Filter loszuwerden.

Gerade habe ich entdeckt, dass meine seit heute verfügbare Kurzgeschichte „Das Jagdschloss“ mit dem Adult-Rating versehen wurde und nur sehr zögerlich in den Suchergebnissen angezeigt wird.
Da ich nicht sicher bin, womit ich mir das Rating eingehandelt habe, wollte ich einfach einmal nachfragen:
Würde es helfen, auf dem Cover die Dame ein wenig tiefer zu positionieren, so dass der Ansatz ihres Pos nicht mehr zu sehen ist?
Oder liegt die Crux eher im blurb, in der Kurzbeschreibung des Inhalts? Falls dort bestimmte Reizworte auftauchen, die ich in Zukunft besser vermeiden sollte, würde ich mich ebenfalls über eine kurze Benachrichtigung freuen, damit ich den Fehler beheben und in Zukunft vermeiden kann.
In jedem Fall bin ich bemüht, die Gründe, die zum Adult-Rating geführt haben, in kürzester Zeit abzuschaffen, um das Buch dann erneut einzureichen.

Wie Amazons Antwort zeigt, ist meine Anfrage jedoch bereits im First-Level-Support des KDP hängengeblieben und nicht an die zuständigen Mitarbeiter der „Qualitätsabteilung“ weitergeleitet worden. Das Ergebnis war ein Baukasten-Brief, der auf keine der Fragen einging und lediglich bestätigte, was ich ohnehin schon wusste:

Wie unsere Qualitätsabteilung ermittelt hat, enthält ihr Buch „Das Jagdschloss“ nicht jugendfreie Inhalte. Bücher mit nicht jugendfreien Inhalten werden in unser allgemeinen Produktsuche nicht angezeigt, wie Sie warscheinlich schon gesehen haben. Sie werden jedoch in der Suche innerhalb der Kategorie Kindle angezeigt, sofern die Anzeige von nicht jugendfreien Inhalten aktiviert wurde.
Wir behalten uns das Recht vor, die Angemessenheit von Inhalten selbst zu beurteilen. Dies kann sich auf Coverbilder, Buchdetails (Metadaten) oder den Inhalt des Buchs beziehen.

Gerade der vorletzte Satz zeigt, wie schwammig die Sachlage oft ist. Da es keine Liste der Dinge gibt, an die man sich halten kann, ist das Spiel mit den Amazon-Zensurbehörden ein ewiges Trial and Error. Schlimmer noch: Was bei einem Autoren durchgeht, muss beim nächsten noch lange nicht klappen.

Im Netz schreiben Autoren immer mal wieder von ihren eignen Erfahrungen mit dem Filter. So sind zumindest einige Cover-Probleme mittlerweile bekannt. Ich beziehe mich im Folgenden auf eine Liste, die Selena Kitt in ihrem Blog zusammengestellt hat.

  • zu viel Haut
  • Brüste (auch von der Seite, schräg von hinten oder mit Händen bedeckt )
  • angedeuteter oder vollzogener Geschlechtsverkehr (auch wenn die Modelle nicht nackt sind)
  • intime Berührungen (auch wenn die Modelle angezogen sind)
  • leidende oder gar weinende Modelle
  • Handschellen und/oder Bondage
  • Schmutzige Wörter im Titel

Auslöser für den Adult-Filter 2: Der Klappentext

Sicherste Möglichkeit, um den Adult-Filter reingewürgt zu bekommen, ist sicher nach wie vor die „Warnung: Nur für Erwachsene“ oder ähnliches. Selbst, wenn es nicht als Werbegag gemeint ist, bleibt es kontraproduktiv.

Bestimmte Themen haben im Klappentext nichts zu suchen und sollten besser nur angedeutet werden, wenn ihr nicht vorhabt, den Adult-Filter auf den Plan zu rufen. Dazu gehören:

  • Sex mit Familienmitgliedern
  • Sex mit Minderjährigen
  • Jungfräulichkeit und Defloration
  • Stillen und Laktation
  • Dubcon – Sex, bei dem nicht klar ist, ob alle Beteiligten einverstanden sind
  • Vergewaltigung

Falls ich etwas Wichtiges vergessen habe, hinterlasst gern einen Kommentar unter diesem Post.

In ihrem Buch „The Six-Figure Erotica Author: How I Make Six Figures Self-Publishing Erotica“ hat Jade K. Scott ein System entwickelt, diese Begriffe kreativ zu umschiffen. Damit können Fans erkennen, worum es in einer Story geht, ohne dass der Adult-Filter gleich auf den Plan gerufen wird. So redet sie in ihren Klappentexten statt von „Daddy“ oder dem Stiefvater einfach vom „Mann des Hauses“. Offensichtlich springen die Amazon-Spider bei der Jagd nach möglichen filterwürdigen Texten auf diesen Ausdruck noch nicht an. Wer sich für diese Art des Slaloms interessiert, erhält in ihrem Buch einige brauchbare Ideen.

Das Problem bei solchen Umschreibungen liegt aber darin, dass die Leser erst einmal dechiffrieren müssen, was ihr damit meint. Es macht also Sinn, zunächst einmal bei thematisch ähnlich gelagerten Büchern zu schauen, wie dort das Thema im Klappentext beschrieben wird. Und dann – z.B. mit dem Salesrankexpress von Shepard – zu prüfen, ob dieser Ausdruck den Adult-Filter passiert hat.

Das ist zunächst einmal mühselig. Aber da ihr, solange ihr mit einem bestimmten Autorennamen arbeitet, ohnehin einem Subgenre treu bleiben solltet, muss die Arbeit nur einmal gemacht werden. Dann wisst ihr, mit welchen Ausdrücken ihr den Filter austrickst und euer Zielpublikum findet.

Was tun?

Da Amazon selbst keine Gründe für das Rating nennt, blieb mir nichts, als Cover und Klappentext zu überarbeiten, in der Hoffnung, damit alles all zu Anstößige aus den Bereichen zu löschen.

Hier das Cover in der Vorher – Nachher-Version:

Cover Marc Manther: Das Jagdschloss       Das neue Cover von Marc Manthers "Das Jagdschloss"

Ihr seht, der Po der jungen Dame ist jetzt züchtig bedeckt, wenn auch nur deswegen, weil ich den Bildausschnitt vergrößert habe.

Im zweiten Schritt habe ich den Klappentext von allen konkreten Hinweisen auf Sexpraktiken und Orgasmen gereinigt. Zwar gehe ich davon aus, dass dies die Kauflust des Zielpublikums ein klein wenig mindern wird. Aber durch diese  Konzession wird das Buch wieder in allen Suchergebnissen gelistet und nicht nur dann, wenn die Leser vorher den gut versteckten Suchfilter deaktivieren.

Anschließend habe ich eine E-Mail an kdp-support@amazon.de aufgesetzt:

Sehr geehrte Mitarbeiter im KDP,
Ich möchte Sie bitten, den Titel „Das Jagdschloss“ von Marc Manther (ASIN B01IDZYCEI) einer neuen Prüfung zu unterziehen. Ich habe das Coverbild entschärft und auch den Klappentext gesäubert. Daher hoffe ich, es gibt keinen Grund mehr für ein „Adult“-Rating, dass den Titel von der Suche auf der Startseite von Amazon ausschließt.
Ich würde mich freuen, wenn Sie den Titel mit „Not adult“ kennzeichneten.
Mit freundlichen Grüßen,
Marc Manther

Den Mail-Text habe ich mehr oder weniger von Selena übernommen. Die hat ihn für diesen Zweck freigegeben. Dementsprechend steht es euch frei, auch meine deutsche Version bei Bedarf zu nutzen.

Es hat übrigens keine 24 Stunden gedauert, dann hatte ich folgende Antwort von  kdp-publizieren@amazon.de in meinem Mailfach:

… Nach erneuter Überprüfung haben wir entschieden, die Beschränkungen für diese Bücher aufzuheben. Sie werden jetzt in der allgemeinen Produktsuche angezeigt. Dies kann bis zu 24 Stunden dauern.
Wir bedanken uns für Ihre Rückmeldung und entschuldigen uns für etwaige Unannehmlichkeiten, die durch diese kurzfristige Beschränkung verursacht worden sind.

An der Formulierung „für diese Bücher“ ist zu sehen, dass es für diesen Vorgang bereits Block-Bausteine bei Amazon gibt. Denn ich habe ja definitiv nur für ein Buch angefragt. Ich schließe daraus,  es kommt häufiger vor, dass Autoren gleich eine ganze Reihe von Titeln überarbeiten, um sie neu einzureichen. Sonst wäre im Mail-Setzkasten die Standardformulierung „für Ihr Buch“ abgespeichert worden.

Ihr seht: Es lohnt sich, bei einem Adult-Rating ein wenig Zeit zu investieren, um den Schaden abzuwenden.

Marc MantherAlles Liebe und viel Erfolg,
Marc

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Stichworte für eure KDP eBooks

Stichwörter-Abfrage im Amazon KDP-Programm

Bei Sandras erster erotischen Geschichte, „Monikas Keller„, waren wir noch froh, überhaupt sieben Suchstichworte zu finden, als KDP beim Einstellen die entsprechende Frage stellte.  Damals hatten wir noch nicht begriffen, was für ein mächtiges Tool uns dort zur Verfügung gestellt wird, um unsere Bücher auffindbar zu machen.

Das Subgenre

Wie schon an anderer Stelle erwähnt: Auf der amerikanischen Amazon-Seite finden sich im Bereich Erotika Labels für diverse Subgenres (schaut einmal hier). Da diese Einteilung auf amazon.de fehlt, wäre es bereits hilfreich, das Subgenre, in dem ihr eure Story ansiedelt, in den Keywords zu nennen. So haben Fans des Genres eine gewisse Möglichkeit, euer Buch zu finden, auch wenn sie euren Namen noch nie gehört haben.

Erotische Subgenres nach Amazon.comDie Subgenres, mit denen Amazon.com arbeitet, sind:

  • Action und Abenteuer
  • Afro-Amerikaner
  • BDSM
  • Historisch
  • Horror
  • Humor
  • Gemischtrassig
  • LGBT (Lesbisch, Gay, Bi, Transgender)
  • Krimi
  • Paranormal
  • Romantische Erotik
  • Science Fiction
  • Suspense
  • Thriller
  • Urban (Leben in der Großstadt)
  • Viktorianisch
  • Western

Einige dieser Subgenres sind auch noch weiter aufgeteilt. Klickt euch einfach durch die Bereiche durch, die für euch relevant sind und schaut, wo ihr eure Story verorten würdet.

Eure Nische

Diese Subgenres sind nur relativ breite Harken, um eure Geschichten dem richtigen Lesepublikum zuzuordnen. Aber jeder Leser hat seinen eigenen Fetisch, seine eigene Nische. In dieser Nische will er bedient werden. Und natürlich freut es ihn, wenn er möglichst schnell neue Titel findet, die ihm gefallen könnten.

Jeder dieser Nischen hat ihre speziellen Ausdrücke, die anderen Menschen wahrscheinlich wenig bis nichts sagen. Sandra und ich haben ein gewisses Faible für ENF, OON, NiP und ähnliches. Wer damit etwas anfangen kann, wird sich freuen, wenn er diese Begriffe in der Amazon-Suchleiste eingibt und tatsächlich fündig wird. Also rein damit in die Keywords, sollte eure Story eine solche Nische bedienen.

Wie hat Woody Allen in „Was sie schon immer über Sex wissen wollten“ gefragt: Was ist Ihre Lieblingsperversion? Natürlich teilen nicht alle diese Perversion. Aber diejenigen, die sie teilen, werden sich freuen, sie bei der Stichwortsuche zu finden. Also immer rein damit in die Keywords, wenn ihr sie in euren Storys aufgreift.

Was suchen die Leser?

Amazon Suchleiste

Ein wichtiges Tool, um passende Keywords für eure Story zu finden, ist die Suchleiste von Amazon. Sobald ihr dort ein Stichwort eingebt, von dem ihr denkt, es könnte zu eurer Story passen, zeigt euch Amazon 10 Begriffe an, nach denen die Leser in der letzten Zeit am häufigsten gesucht haben. Bedient euch. Denkt daran, dass „Keywords“ sich nicht nur auf einzelne Wörter beziehen, sondern auch Wortgruppen meint. „Lesbische erotische Liebesromane“, zwischen zwei Kommata gesetzt, gilt bei Amazon als ein Stichwort.

Falls ihr komplett ideenlos seid, was diese Suchleiste angeht, empfehle ich euch das Buch „Romance, Erotica & New Adult Keywords For Amazon: Done-For-You Lists Of Thousands Of Romance, Erotica & New Adult Keywords & Phrases“ von Jamie Page. Sie hat in diesem eBook nichts anderes gemacht, als neben Genres und Subgenres einen weiteren Anfangsbuchstaben im Suchfeld einzugeben und zu sehen, was passiert. Das Buch ist für den amerikanischen Markt entstanden, kann euch aber als Inspirationsquelle dienen. Allerdings finden sich in den Suchergebnissen, die Jamie auflistet, auch DVDs, Möbel, Spiele und andere Dinge. Das ganze Buch wirkt ziemlich schnell zusammengezimmert und eher nach Fleißarbeit, als nach profunder Recherche. Billiger ist es, ihr spielt selbst ein wenig mit der Suchleiste herum.

Die 400 Zeichen-Chance

Wie wir oben gesehen haben, gehen auch Phrasen und Wordketten als ein Stichwort durch, solange die Worte zwischen zwei Kommata stehen. Die einzige Einschränkungen, die im Feld „Keywords“ der KDP Details-Seite existiert: 6 Kommata und nicht mehr als 400 Zeichen insgesamt. Das lässt einiges an Spielraum für die Arbeit mit Abkürzungen, Synonymen, Derivaten und ähnlichem.

Amy Cooper hat dieses Spiel in Kapitel 6 ihres Ratgebers „Publishing Erotica: How to Make Your First $1,000“ einmal durchdekliniert. Sie erfindet kurzerhand eine Story um eine Frau, die kurz vor dem Traualtar noch einen Quicky mit dem gesamten Freundeskreis ihres Mannes veranstaltet. Anschließend macht sie sich auf die Suche nach den optimalen Keywords für diese Geschichte:

„Keyword 1: woman raped for pleasure ass double triple penetration huge cock
Keyword 2: bukkake creampie accidental pregnancy short story woman rape
Keyword 3: gangbang group sex whore fucking wedding first time groomsmen …“ und so weiter.

Das Prinzip wird klar, oder? Bei 400 Zeichen stehen pro „Stichwort“-Kette ca. 57 Zeichen zur Verfügung. Wer sie nutzt, ist klar im Vorteil gegenüber denjenigen, die mit sieben einzelnen Keywords gerade mal eben 70 Zeichen belegen. Die Chance, das eines der eingetragenen Stichwörter gesucht wird, ist jedenfalls höher. Je mehr Stichwörter in der Suchleiste eingegeben werden, desto mehr schrumpft die Auswahl an passenden Titeln zusammen, bis im Idealfall eures übrigbleibt. So habe ich bei den Keywords „erotica wedding“ noch 2391 Ergebnisse, bei „erotica wedding pregnancy“ noch 351, und bei „erotica wedding pregnancy ass“ gerade noch drei Titel im Angebot. Falls genau diese Fantasie mich gerade anturnt und ich den passenden Lesestoff suche, ist die Auswahl jetzt sehr überschaubar.

Übrigens schreibt Amy, dass sie das Rad nicht bei jeder neuen Story neu erfindet. Wenn die Stichwörter funktionieren, benutzt sie sie immer wieder und ändert nur ab, was eben für die neue Geschichte nicht passt.

Die Checkliste

Soviel zur Theorie. Vielleicht hilft euch ja folgender Fragekatalog weiter:

  1.  Genre/Subgenre: z.B. Erotik, Erotika, Gestaltwandler romance, steampunk sex,  Urban Fantasy Erotik …
  2. Nische: Tentakel, Exhibitionismus, Naked in Publik NiP, Fußfetischismus
  3. Handlung: Erstes Date, Verlust Jungfräulichkeit, Sex im Museum …
  4. Location: Eisenbahn, Drahtseilgondel, Wald, Space Shuttle, Bielefeld …
  5. Personen: Billionär, Teenager, Studentin, MILF …

So viel für heute. Wir werden diesen Blogbeitrag aktualisieren, sobald wir ein wenig länger mit den Stichwörtern im KDP herumexperimentiert haben. Bis dahin: Lasst euch inspirieren.

Marc MantherAlles Liebe,
Marc

 

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Die ideale Länge für erotische eBooks

Die ideale Länge für erotische eBooksWas ist die ideale Länge für erotische eBooks, die wir via Kindle Publishing verkaufen wollen? Ich habe einmal ein wenig recherchiert und mir angesehen, was andere Erotik-Autoren zu dem Thema zu sagen haben.

Warum überhaupt Short Storys veröffentlichen?

Neue Titel halten sich maximal vier Wochen in den Neuerscheinungen, bevor sie aus dem Blickfeld verschwinden. Danach versinken sie in den Tiefen der Kataloge. Allein deswegen schon ist es wichtig, regelmäßig neue Bücher auf den Markt zu werfen. Nur: Wer produziert schon jeden Monat einen neuen Roman? Selbst Georges Simenon, einer der begnadetsten Vielschreiber des 20. Jahrhunderts, hat in der Regel nicht mehr als ein Buch im Monat fertig bekommen. Und musste im Folgemonat auf Anraten seines Arztes regenerieren, so dass sein gewöhnlicher Ausstoß bei 6 Romanen im Jahr lag.

Die logische Konsequenz ist, auf Kurzgeschichten umzusteigen. Selbst langsame Autoren wie wir, die am Tag auf nicht mehr als 300 bis 500 Worte kommen (1 bis 2 Manuskriptseiten), können innerhalb von ein bis zwei Wochen locker eine Story fertigstellen und veröffentlichen. Allerdings ist Erotik das einzige Genre, in dem sich einzelne Kurzgeschichten tatsächlich verkaufen lassen. Schon deswegen schreiben viele Autoren unter einem Pseudonym nebenbei auch Erotik.

Amazon und Kindle Unlimited

Früher gab es noch ein zweites Argument, das für erotische Kurztexte sprach: Das Leihprogramm von Amazon, Kindle Unlimited, war so geregelt, dass Autoren das Geld für ihr Buch schon bekamen, sobald die Ausleiher 10% des Textes gelesen hatten. Bei den meisten Kurzgeschichten reichte es also aus, wenn ein Leser nach Titel und Disclaimer die erste Seite eines Textes ansah, um das Geld für die Story zu bekommen.

Natürlich fanden Romanautoren, die teilweise länger als ein Jahr an ihrem Skript gefeilt hatten, diese Praxis hochgradig ungerecht. Denn als unbekannte Selfpublisher können sie für einen Roman auch nicht mehr als 2, 99 € nehmen. Zumindest, wenn sie ihn verkaufen wollen. Kein Mensch gibt mehr für das Buch eines unbekannten Autoren aus. Also hagelte es Beschwerden. Und regnete Animositäten: Wieso bekommen Leute, die in einer Woche (oder noch kürzerer Zeit) eine Kurzgeschichte fertigstellen, das gleiche Geld wie die Künstler mit hehren Absichten, die jahrelang an ihren Romanen feilen?

Daher gibt es im KU inzwischen eine neue Abrechnungspraxis, die insgesamt deutlich gerechter ist, denjenigen Erotikautoren, die mit KU das schnelle Geld machten, jedoch das Wasser abgräbt: Bezahlt wird nun nach tatsächlich gelesenen Seiten. Um in der Ausleihe mit einem Text das Gleiche zu verdienen wie bei einem Verkauf für 2,99 €, muss der Ausleiher ca. 258 Seiten tatsächlich gelesen haben. (Ein Autor verdient an einem 2,99 €-Verkauf ~1,72 €. Bei der Ausleihe wird nach KENPC-Seiten – Kindle Edition Normalized Page Count – abgerechnet, die etwa so lang sind wie eine halbe Seite eines Buches. Für die KENPC-Normseite gab es im Mai 2016 0,003327 € pro Leser.) Ist der Roman – oder die Kurzgeschichtensammlung länger, macht der Autor mit der Ausleihe sogar Gewinn. Die Zeiten, in denen man mit Kurzgeschichten in der Ausleihe das schnelle Geld machen konnte, sind jedoch vorbei.

Aber seien wir ehrlich: Zumindest im Verkauf rechnen sich einzeln veröffentlichte Kurzgeschichten nach wie vor. Habe ich die Wahl, für die 2,99 €, die ich mit einem Text verdienen kann, entweder einen Roman oder eine Short Story einzustellen, macht es aus ökonomischer Sicht keinen Sinn, mich mit der Produktion mehrerer hundert Seiten für ein eBook zu beschäftigen. Zumal, wenn ich noch keine gesicherte Fan-Base habe, die mir mein Buch abkauft.
Für den Verleih hingegen ist es geschickter, mit Bundles zu arbeiten, die die Leser dazu verleiten, gleich mehrere Geschichten hintereinander zu lesen. Denn eine einzelne Story bringt so gut wie kein Geld mehr.

Mindestlänge und die Empfehlungen verschiedener Autoren

Durch das Netz geistern verschiedene Geschichten von Autoren, die versucht haben, Short Storys mit einer Länge von unter 2500 Zeichen als eBook auf Amazon zu verkaufen. Diese sind von Amazon angeschrieben worden, ihre Texte würden nicht den qualitativen Anforderungen genügen. Sie sollten entweder die Storys länger machen oder aber die entsprechenden Texte vom Markt nehmen.

Dementsprechend empfiehlt die Erotikautorin Jade K. Scott in „The Six-Figure Erotica Autor“ als ideale Länge für erotische Kurzgeschichten 3000-5000 Wörter. Das liegt nur wenig oberhalb der Amazon-Mindestlänge. Scotts Absicht ist offensichtlich: Je mehr Texte ich auf dem Markt habe, desto größer ist – zumindest rein rechnerisch – der Gewinn. Und als Autor, der vom Schreiben leben will, ist es nun einmal notwendig, möglichst schnell einen großen Pool an Büchern lieferbar zu haben. Folglich macht es keinen Sinn, länger als unbedingt nötig an einem Text zu sitzen. In der Zeit, die ich mit einem 10.000 Wörter-Skript zubringe, so Scott, kann ich drei Short Storys à 3.000 Wörter produzieren. Ihr wichtigstes Argument dabei: Leser, die Erotika kaufen, sind bereit, für die zehn Manuskriptseiten, die die 3000 Wörter füllen, den Preis von 2,99 € zu zahlen.

Ich will dabei nicht unerwähnt lassen, dass „The Six-Figure Erotica Autor“ im Blick auf das KU-Programm veraltet ist. Und das Amazon.com teilweise anders funktioniert als Amazon.de. So fehlen in Deutschland noch die diversen Genre-Einteilungen im Bereich Erotika. Letzteres Problem lässt sich jedoch zum Teil durch das Arbeiten mit den Keywords wieder auffangen. Insgesamt jedoch ist Jade K. Scotts Ratgeber profund und lesenswert.

Preis-Leistungsverhältnis

Marc und ich stehen mit unseren Veröffentlichungen ja noch am Anfang. Im Augenblick machen wir es so, dass wir jede unserer Short Storys mit einer Länge von 3.000-4.000 Wörtern für einen Zeitraum von vier Wochen für 0,99 € anbieten. Danach gehen wir auf die 2,99 €. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Leser auf die höheren Preise zumindest deutlich verhalten reagieren. Ob dies sich ändern würde, sobald wir mit längeren Texten experimentieren? Das muss sich zeigen.

Die oben zitierte Jade K. Scott hat etwa 10 Storys im Niedrigpreissegment für 0.99 € im Angebot und verkauft den Rest für 2,99 €. Bundles kosten bei ihr 3,99 €. Zwar verkaufen einige Erotik-Autoren diese Bundles auch für teureres Geld, jedoch will Jade, so sagt sie, diese Sammlungen absolut unwiderstehlich machen.

Was die Preise angeht, sind sich die Erotik-Short-Autoren ziemlich einig. Was die Länge der Texte angeht, sieht es schon anders aus. So arbeitet Amy Cooper (Publishing Erotica: How to Make Your First $1,000) mit einer Länge von 5.000 – 12.000 Wörtern, ohne dafür einen anderen Grund als ihre Erfahrung zu nennen. Und mit dem gleichen Verve verficht Emily Baker (The Erotica Handbook: How to Write Erotica) die Länge von 7500 Wörtern als ideal.

Fakt ist, Amazon bietet für Bücher ab 2,99 Euro eine höhere Gewinnmarge als für 0,99 Euro-eBooks. Deshalb müssen wir nicht nur drei, sondern sieben Bücher à 0,99 € verkaufen, um den gleichen Gewinn zu machen wie für ein Buch à 2,99 €. Es lohnt also nicht, den Niedrigstpreis zu nehmen. Wenn eine Leseprobe etwas taugt, sind die Leser – da sind sich alle Autoren einig – auch bereit, den etwas höheren Preis zu zahlen, egal ob für 3.000, 5.000 oder 7.500 Wörter.

Resümee

Marc und ich finden das Argument von Jade K. Scott einleuchtend: Mit kürzeren Texten lässt sich schneller experimentieren. Bevor wir uns an einer 12.000 Wörter-Geschichte abarbeiten, produzieren wir lieber drei kurze Texte à 3.500 Wörtern und schauen, wie der Markt darauf reagiert. Ich bin sicher, mit der Zeit wird das Schreiben routinierter, so dass auch längere Texte nicht mehr so unglaublich lange brauchen, bis sie das Licht der Welt erblicken. Wir gehören derzeit zu den wirklich langsamen Autoren, die froh sind, wenn sie an einem produktiven Tag (nach der Arbeit in der Agentur oder der Firma) noch 300 Wörter zu Papier bringen. Und dann steht ja erst der „First draft“. Von dem bis zum fertigen Buch dauert es auch noch einmal eine Weile.

Aber das kennen wir aus unseren Brotberufen: Aller Anfang ist schwer. Mit der Routine werden sicher auch die Texte länger, so dass wir mit verschiedenen Längen experimentieren können.
Bis dahin glauben wir einfach den Autoren, die schon länger auf dem Markt sind. Von denen hat jeder seine bevorzugte Textlänge – und wie es aussieht, hängt diese eher von den Präferenzen der Autoren ab, und nicht vom Lesepublikum.

Vielleicht reicht es ja schon, einmal die Perspektive zu wechseln: Wenn ich ein neues Buch in meinem Subgenre gefunden habe, ist es mir relativ egal, ob es 10 oder 20 Seiten umfasst, solange es gut geschrieben ist. Natürlich freue ich mich über längere Texte, gebe das Geld aber auch aus, wenn ich dafür nicht so viel bekomme. Letztlich überzeugen mich Thema und Leseprobe, nicht die Längenangabe.

Sandra MantherViel Erfolg,
Eure Sandra

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Sandra Manther: Das erotische Tagebuch der Marion F.

Cover 'Das erotische Tagebuch der Marion F.' von Sandra MantherNachdem in den letzten Monaten verschiedene ‚Marion F.‘- Geschichten als eBook erschienen sind, war es nun Zeit für das erste Bundle.

Für alle, die von der Reihe bisher noch nichts gehört haben:
Marion ist Mitte dreißig, arbeitet in einer Werbeagentur, hält sich mit Jiu Jitsu fit. Ihre Sicht auf Männer ist emanzipiert und offen. Sex und Autonomie sind für sie kein Gegensatz – sie hat den Geschlechterkrieg auf ihre ganz eigene Art überwunden.

So kann es durchaus passieren, dass sie einem jungen Stricher eine Lehrstunde in Stellungen erteilt. Oder sich mit ihren Freundinnen Sarah und Monika auf die Suche nach einem zukünftigen Sub macht, mit dem sie Monikas neu eingerichtetes Spielzimmer im Keller einweihen können. Genauso wenig Probleme hat sie aber auch damit, wenn ein Freund sie ans Bett fesseln will – solange es der Richtige ist.

Formal orientiert sich die Serie am „Dirty Diaries Manifesto“ von Mia Engberg. Die Idee ist, Raum für explizite Sexualität zu schaffen, die nicht in erster Linie kommerziellen, sondern vor allem künstlerisch-ästhetischen Ansprüchen genügt – und die feministischen Ideale, mit denen wir groß geworden sind, nicht verleugnet. Ich werde an anderer Stelle noch einmal näher auf das Manifest eingehen.

Dieses Bundle enthält die – auch einzeln erhältlichen – Episoden:
Der Rookie
Geheimnisse
Monikas Keller
Partyreste

Übrigens gibt es während der Einführungsphase des Bundles die Geschichte „Monikas Keller, quasi als Leseprobe, bis zum 5. Juni 2016 als kostenlosen Download bei Amazon. Darüber hinaus gibt es bei Amazon für das Bundle wie immer den „Blick ins Buch„.

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Dirty Diaries Manifesto

Das Dirty diaries manifesto von Mia Engberg ist die Grundlage für zwölf explizite erotische KurzfilmeEs hat eine Weile gedauert, bis ich begriff, dass es neben der PorNo-Kampagne von Alice Schwarzer auch einen sexpositiven feministischen Ansatz der Pornografie gibt. Natürlich bin ich hellhörig geworden.

Wobei an dieser Stelle wahrscheinlich wieder eine Begriffsklärung nötig ist. Marc und ich gehen auf unserer Website davon aus, dass es sich bei Pornografie um aus dem emotionalen, psychologischen Kontext gerissene explizite Darstellungen von Sexualität um ihrer selbst willen handelt.

Dies gründet sich auf unseren Erfahrungen mit Pornografie: Darsteller/Innen wie auch Darstellung ist genormt; eine Rahmenhandlung, wenn überhaupt, dann nur in Alibifunktion vorhanden. Die Frauen sind dauerwillig, die Männer dauerhart. Übereinstimmungen mit der Realität sind rein zufällig und in keiner Weise beabsichtigt.

Umso spannender fanden wir das „Dirty Diaries Manifesto“ der Schwedin Mia Engberg, das sie 2009 als Grundlage für eine Reihe von ihr produzierter erotischen Kurzfilme nutzte, vergleichbar in seiner Radikalität ev. dem dänischen Dogma 95-Manifest. Interessant dabei ist, dass Engbergs feministische Pornosammlung vor allem durch das Schwedische Filminstitut finanziert, letztlich also staatlich gefördert wurde.

Dieses Manifest zeigt einen neuen, feministischen Zugang zur expliziten Darstellung von Sexualität. Mia Engberg formuliert hier aus, was für mich beim Schreiben des Erotischen Tagebuchs der Marion F. unausgesprochen als Idee im Hintergrund schwebte. Ich hoffe, Mia hat nichts dagegen, wenn ich dieses Manifest auf dieser Seite übersetze und so auch in Deutschland zu einer breiteren Öffentlichkeit verhelfe. Ich tue das deswegen, weil ich es für wegweisend halte (und verweise, weil jeder Künstler Geld zum Überleben und kreativen Arbeiten braucht, an dieser Stelle noch mal auf die DVD mit den 12 Kurzfilmen, Dirty Diaries (Region 2) [Schweden Import])

Das Dirty Diaries Manifesto in deutscher Übersetzung:

1. Schön wie wir sind

Zum Teufel mit den kranken Schönheitsidealen. Tiefer Selbsthass untergräbt die weiblicher Energie und Kreativität vieler Frauen. Diese Energie, die wir dafür nutzen könnten, unsere Sexualität und Kraft zu erforschen, wird in Diäten und Kosmetika abgeleitet. Lasst nicht zu, dass kommerzielle Kräfte eure Bedürfnisse und Wünsche kontrollieren.

2. Kämpfe für dein Recht, geil zu sein

Männliche Sexualität wird als Naturgewalt angesehen, die um jeden Preis befriedigt werden muss, während weibliche Sexualität nur dann akzeptiert wird, wenn sie mit den Bedürfnissen der Männer konform geht. Sei geil zu deinen eigenen Bedingungen.

3. Ein gutes Mädchen ist ein böses Mädchen

Wir wurden mit dem kulturellen Klischee großgezogen, dass sexuell aktive und unabhängige Frauen entweder verrückt oder lesbisch und deswegen verrückt sind.  Wir wollen Filme sehen und machen, in denen Betty Blue, Ophelia und Thelma & Louise am Ende nicht sterben müssen.

4. Zerschlagt Kapitalismus und Patriarchat

Die Pornoindustrie ist sexistisch, weil wir in einer patriarchalen kapitalistischen Gesellschaft leben. Sie schlägt Profit aus den Bedürfnissen der Menschen nach Sex und Erotik und Frauen werden in dem Prozess ausgebeutet. Um sexistischen Porno zu bekämpfen, musst du Kapitalismus und Patriarchat zerschlagen.

5. So anstößig, wie wir sein wollen

Genieße, übernimm die Führung oder lass dich gehen. Sage NEIN, wenn du willst, damit du Ja sagen kannst, wenn DU willst.

6. Legale und freie Abtreibung ist ein Menschenrecht!

Jeder hat das Recht auf Kontrolle über den eigenen Körper. Millionen Frauen jedes Jahr leiden an ungewollten Schwangerschaften und sterben durch illegale Abtreibungen. Schluss mit dem moralischen Recht, gegen Geburtenkontrolle und sexuelle Aufklärung zu predigen.

7. Kämpfe gegen den wirklichen Feind!

Durch Zensur kann Sexualität nicht liberalisiert werden. Es ist unmöglich, das Bild weiblicher Sexualität zu ändern, wenn sexuelle Bilder selbst tabuisiert werden. Greif keine Frauen an, die Sex zur Schau stellen. Greif Sexismus an, weil er versucht, unsere Sexualität zu kontrollieren.

8. Bleib schwul

Ein Großteil der Gegner von Erotik ist homophob und häufiger sogar transphob. Wir glauben nicht an den Kampf zwischen den Geschlechtern, wohl aber an den Kampf gegen die Geschlechter. Identifiziere dich mit jedem Geschlecht, das du willst und liebe, wen du willst. Sexualität ist vielseitig.

9. Benutze Kondome

„I’m not saying go out an‘ do it, but if you do, strap it up before you smack it up.“ (Missy Elliott)

Etwa: „Ich sage nicht: ‚Geh raus und tu es‘, aber wenn du es tust, streif dir was über, bevor du dir was einfängst.“

10. Do it yourself

Erotik ist gut und wir brauchen sie. Wir glauben wirklich, dass es möglich ist, eine Alternative zur Mainstream Porno Industrie zu erschaffen, indem wir die sexy Filme machen, die wir mögen.

 

Zum englischsprachigen Originaltext des Dirty Diaries Manifesto geht es hier.

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Sandra Manther: Bühnenangst

Cover Bühnenangst - von Sandra MantherEine Geschichte, die ich schon lange im Kopf hatte, ist „Bühnenangst„. Jedes Mal, wenn ich im Kino oder im Theater eine Nackszene sehe, frage ich mich, wie es wohl den Schauspielern bei ihrer ersten Annäherung an die Rolle ging. Welche Rolle spielt die Scham, die Unsicherheit? Sind wirklich alle Schauspieler verkappte Exhibitionisten? Und wenn nicht: Wie bereiten sie sich auf ihre Rolle vor?

 

Worum geht es:

Der Regisseur Ralf Kürtner probt das Stück „Angst“ des Albaners Aleksandër Caliqi. Und beschließt, einen langen, monologischen Seelenstriptease seiner Protagonistin mit einer symbolischen Dynamik zu unterstreichen. Für Anna, die sich ohnehin ständig von den Blicken der Männer taxiert fühlt, ist das ein Gang durch die Hölle. Aber sie erlebt etwas, das für jeden Schauspieler eine existenzielle Erfahrung ist: Je mehr sie sich selbst aufgibt, desto stärker wächst sie in ihre Rolle hinein.

Leseprobe:

„Die Szene funktioniert so nicht. Sie ist zu statisch“, rief Kürtner wütend zur Bühne hinauf. Anna merkte, wie sie anfing zu schwitzen. Zwei Jahre Vorsprechen, Absagen, kleine Nebenrollen, neue Absagen. Jetzt ihre erste Möglichkeit, wirklich auf sich aufmerksam zu machen: eine Hauptrolle in „Angst“, dem aktuellen Stück des Albaners Aleksandër Caliqi. Sie sah hinunter zu Kürtner, der mit gerunzelter Stirn vor der Bühne auf und ab ging. Ein paar Schauspieler saßen in den Reihen. Auch Sandra, ihre Zweitbesetzung, die kaum merklich lächelnd Annas Misserfolg beobachtete.
Unangenehm berührt sah Anna auf Sandras dünnes, hellblaues Top, das die Spitzen ihrer Brüste unzweideutig hervortreten ließ. „Sandra würde mit einem Regisseur auch ins Bett gehen, wenn es ihrer Karriere helfe“, dachte sie.
Kurz versuchte sie, sich vorzustellen, wie sie selbst in diesem Top aussähe. Wie sich ihre eigenen Brüste unter dem Stoff abzeichneten. Sie spürte, wie ihre Haut sich zusammenzog und auf ihren Armen kleine Pusteln aufwarf. Sie war ausgesprochen schamhaft, vielleicht zu schamhaft, um wirklich erfolgreich zu sein.
„Anna“, hörte sie Kürtner sagen. „Dein Monolog dauert fünf Minuten. Du kannst nicht erwarten, dass dir die Zuschauer fünf Minuten lang an den Lippen hängen, ohne dass du mehr tust als von links nach rechts zu gehen.“
Sein Blick wanderte über das Dekor, blieb am Küchentisch hängen, an dem Frank saß, der den Hausfreund Pjeter spielte, ging weiter zur Spüle, zum Fenster. Schließlich schüttelte er den Kopf. Anna merkte, dass sie kaum atmete.
„Wir brauchen eine Parallelhandlung. – Anna, in deinem Monolog legst du Frank dein Innerstes bloß. Du erzählst ihm Dinge, die du noch nie jemandem anvertraut hast.“
Anna nickte. Natürlich hatte sie die Rolle verstanden. Sie hatten während der Proben ausführlich über die psychologische Entwicklung der Figur geredet.
„Wir sollten versuchen“, fuhr Kürtner nachdenklich fort, „diesen Seelenstriptease mit einer symbolischen Dynamik zu unterstreichen. Anna, ich möchte, dass du dich, während du redest, ausziehst.“
Anna sah ihn erschrocken an. Meinte er das ernst? Sicher, sie hatte sich nach einem großen Part gesehnt. Aber sie hatte die Rolle der Marie auch darum angenommen, weil es in ihr keine peinlichen Szenen gab.
„Was, bitte, soll ich ausziehen?“ Sie bemühte sich, ruhig zu wirken.
„Anna, Schätzelchen! Wenn du nicht bereit bist, alles zu geben, hast du im Theater keine Zukunft.“ Er zögerte einen Moment. „Ich weiß nicht, wie weit du gehen mußt. Es hängt davon ab, wie sich die Szene jetzt entwickelt. Fang einfach mit Stiefeletten und Socken an, dann werden wir sehen. Können wir das einmal ausprobieren?“
Anna wollte protestieren, wagte es nicht und nickte nur verunsichert. Sie versuchte, sich auf ihre Rolle zu konzentrieren, sich vorzustellen, sie sei Marie, eine albanische Frau inmitten der Bürgerunruhen des Frühjahrs 1997. Aber in ihrem Magen rumorte es. Die Vorstellung, sich vor ihren Kollegen Stück für Stück zu entblättern, gefiel ihr gar nicht. Mit jedem abgelegten Kleidungsstück würde sie mehr von ihrem Körper präsentieren.
Und was, wenn Kürtner seinen neuen Einfall für pubikumstauglich hielt und sie zwänge, sich jeden Abend, bei jeder Vorstellung neu zu entblößen?
Eric, der Techniker des Theaters, schaltete das Tonband ein und über Lautsprecher hörte Anna leise Maschinengewehrsalven. Sie stellte sich wie besprochen ans Fenster und begann ihren Monolog: „Wissen Sie, es sind nicht die Rebellen, vor denen ich mich fürchte. Ich habe mir oft ausgemalt, wie es wäre zu sterben: Das leise Pfeifen der Granaten, die Detonationen, all dies schreckt mich nicht mehr.“
Sie holte tief Luft und hob ihren Fuß, um die Stiefelette zu öffnen. „Ausziehen“, dachte sie zitternd, bemüht, nicht in den Zuschauerraum zu sehen, wo Kürtner saß, und Sandra, und die andere Crewmitglieder, die momentan nichts zu tun hatten.
„Stop!“, rief Kürtner. „Das ist noch völlig unmotiviert. Es soll nicht so aussehen, als ob Marie schlafen gehen wolle. Anna, du schaust erst einmal wie besprochen aus dem Fenster. Dann, wenn Frank anfängt zu grinsen, gehst du zu ihm und schenkst ihm einen Muckefuck ein. Also los.“
„All dies schreckt mich nicht mehr“, wiederholte Anna, und wünschte sich, es würde stimmen. „Das Sterben mag grausam sein, aber im Tod endet das Grauen. Es ist das Leben, das mich ängstigt.“
Sie drehte sich um, und es gelang ihr, sich vorzustellen, dass am Tisch nicht Frank, sonder Pjeter, der Freund ihres Mannes Idajet säße. Sie ging zu ihm, nahm die Kaffeekanne vom Ofen und bot ihm eine Tasse an, während sie weiterredete.
„Nein, lachen Sie nicht, ich meine es ernst. Einst war ich wie Sie. Ich liebte mein kleines Leben, mein dörfliches Glück, wenn Sie so wollen. Idajet verdiente gut, Sie wissen es. Und selbst nach dem Zusammenbruch der Anlagegesellschaften blieb noch genug, um sorgenfrei zu leben. Aber …“
Sie wartete auf ein Zeichen Kürtners, aber im Zuschauerraum blieb es still. Für einen Moment hoffte sie, er hätte seine Idee fallengelassen. Ihre Schultern entspannten sich und sie atmete tief ein, bevor sie weitersprach.
„Ich weiß es noch genau“, fuhr sie fort, „vor zwei Jahren, an einem kalten Novembermorgen, Idajet war gerade zur Kolchose aufgebrochen, da fiel mein Blick auf mein Antlitz auf den alten Flurspiegel. Ich kam mir seltsam fremd vor. Was ich sah, war nicht ich, sondern das Zerrbild einer guten Ehefrau. Ich sah Idajets Frau, und ich erkannte mich nicht in ihr. Da war nichts von dem, was einst mein Wesen ausgemacht hatte. Alles an mir war Maske, war Lüge. Und von einem Augenblick auf den anderen überfiel mich diese Angst, die mich seitdem nicht mehr losgelassen hat.“
„Wunderbar“, rief Kürtner. „Schon viel authentischer. Setz dich nun an den Tisch und fang an, dich auszuziehen. Hier stimmt es!“
Ihr Puls pochte in den Schläfen. Ein leichtes Zittern fuhr durch ihren Körper und sie hoffte, niemand im Zuschauerraum würde es bemerken. Es fiel ihr schwer, nicht aus der Rolle zu fallen. Sie sah Pjeter an, der leise lächelte. Marie entblößt ihm viel mehr, sie zeigt ihre Seele, tröstete sie sich mit diesen Gedanken und schnürte langsam ihre Stiefeletten auf. Dann streifte sie zögerlich ihre Socken ab. Sie betrachtete ihren nackten Fuß, wie Kürtner und die anderen ihn jetzt sehen würden: Die langen Zehen mit den unlackierten, kurzen Zehennägeln; den rundlichen Spann, in den die Socken ihr Webmuster eingedrückt hatten; die sanft gerötete Ferse, die irgendwie verletzlich wirkte.

[Ende der Leseprobe]  Buch auf amazon.de ansehen

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Sandra Manther: Partyreste

Buchcover 'Partyreste' von Sandra MantherNun ist auch der vierte Band meiner kleinen „Marion F.“-Reihe via amazon erhältlich: Partyreste. Auf Marions Geburtstagsparty treffen sich zum ersten Mal alle Protagonisten der bisherigen Bände. Der Band bildet insofern eine erste Klammer um das bisher Geschehene.

Die Preisfrage ist jetzt: Wie wirkt Marion auf euch? Habt ihr Lust auf mehr Geschichten aus ihrem Leben? Sei es von der Arbeit in der Werbeagentur, beim Training in ihrem Jiu-Jitsu-Kurs, beim Klönen mit ihren Freundinnen oder beim Kennenlernen neuer Typen? Nutzt gern die Kommentarfunktion hier im Blog, um euer Feedback zu geben.

Darum geht es in der aktuellen Geschichte:

Der Morgen nach Marions sechsunddreißigstem Geburtstag. Der Fußboden ihres Lofts ist übersät mit Chipstüten, leeren Bierflaschen und vollen Aschenbechern. Und neben ihr im Bett liegt ein hübscher junger Mann, den sie tags zuvor mit Sicherheit noch nicht kannte. Nur langsam puzzelt sie sich den vorigen Abend wieder zusammen.
Gern würde sie auf seine Zärtlichkeiten eingehen. Aber sie weiß, dann müsste sie sich später allein um ihre Wohnung kümmern. Inspiriert durch ein Geschenk ihrer Freundin Monikas beginnt sie, ihre dominante Seite herauszukehren. Und der Fremde lässt sich auf das Spiel ein.

Leseprobe:

Ein paar aberwitzige Sonnenstrahlen suchten sich ihren Weg durch die Vorhänge und kitzelten mein Gesicht. Mein Kopf dröhnte und der Spektakel der Vögel, die sich vor dem offenen Fenster in der Birke über ihre Befindlichkeit ausließen, machte die Sache nicht besser. Müde gähnte ich, drückte meinen Rücken durch und breitete, mich gemächlich reckend, meine Arme aus.
Dabei stieß meine Hand auf ein Hindernis, das nicht dorthin gehörte. Nicht an meine Seite. Nicht in mein Bett.
Vorsichtig drehte ich meinen Kopf und entdeckte ein blondes Haarbüschel neben mir. Der Rest des Körpers war unter der Decke eingekuschelt. Ich hob den Kopf, um einen Blick auf das Gesicht des friedlich schlummernden Überraschungsgasts zu werfen. Wer, verdammt noch mal, lag da neben mir?
Er war vielleicht Anfang dreißig. Haut wie Bernstein. Dreitagebart.
Verwundert überlegte ich, woher ich ihn kannte. Ich hatte das Gesicht schon einmal gesehen. Aber er war niemand, mit dem ich bisher mein Bett geteilt hatte. So viel war klar.
Der obligatorische Blick unter die Bettdecke offenbarte zweierlei: Ja, ich war splitterfasernackt. Genau wie er. Außerdem besaß er einen hübschen Po und muskulöse Beine.
Hatten wir …? Ich schob einen Finger in die Möse und roch daran. Wenn wir es getan hatten, hatte er zumindest ein Kondom benutzt. Ein kleiner Trost. Verdammter Alkohol.
Langsam dämmerte es mir. Karin, eine Kollegin aus der Agentur, hatte ihn gestern Abend auf meine Geburtstagsparty mitgebracht. Wie hieß er doch gleich? Matthias? Martin? Richtig: Markus. Aber wenn der nun bei mir im Bett lag, mit wem war dann Karin abgezogen? Ich konnte mich nur noch dunkel an alles erinnern.
Sarah und Monika, meine besten Freundinnen, hatten eigentlich versprochen, bis zum Schluss zu bleiben und mir beim Aufräumen zu helfen. Aber Sarah war mit ihrem Mann Tobias gekommen. Und der hatte sich wie immer als Spaßbremse erwiesen und die meiste Zeit auf dem Sofa gesessen. Er hatte kein Hehl daraus gemacht, wie sehr er sich langweilte und wie wenig er mit meinen anderen Gästen anfangen konnte. Und so war es kein Wunder, dass er relativ früh begann, Sarah damit zu nerven, dass er nach Hause wolle.
Und Monika hatte den ganzen Abend mit Michael geflirtet. Ich hatte ihr grünes Licht dazu gegeben, weil auch Jülich da war. Michael und er sind Arbeitskollegen bei der Lokalzeitung. Nachdem Michael herausgefunden hatte, dass ich beim Sex mit ihm an Jülich denken musste, reagierte er leicht pikiert und ging auf Distanz zu mir. Elender Spießer. So war schnell klar geworden, dass es für uns keine gemeinsame Zukunft gäbe. Aber wenigstens sprachen die beiden Männer noch miteinander.
Von daher war es mir nur recht, wenn Monika einen Versuch mit ihm unternahm. Blöd nur, dass sie dadurch auch beim Aufräumen ausfiel. Denn sie verschwand kurz vor Mitternacht mit Michael.
Die Party selbst war ein voller Erfolg. Die meisten Kollegen aus der Agentur waren der Einladung gefolgt und gefielen sich sichtlich in ihrer Rolle als Young Urban Creatives. Sie okkupierten den CD-Player, spielten Nouvelle Vague, Ana Belén und Morcheeba in High Rotation – Musik, die Michael abfällig als Lounge Mucke bezeichnete, die aber gut zu den Cocktails passte, die Monika in der Küchenecke zauberte.
Mein Loft bot viel Platz zum Chillen und Tanzen. Und je später der Abend wurde und je mehr Alkohol die Leute intus hatten, desto ausgelassener wurde die Stimmung. Die Musikanlage wurde immer lauter. Der Subwoofer dröhnte und ließ uns die Musik fühlen. Überall lehnten Leute an den rauen Backsteinwänden und unterhielten sich.
Selbst Bastian war aufgetaucht und wurde trotz seines eigenen Stils von allen sofort angenommen. Niemand störte sich an seinen Tattoos und Piercings. Zwar konnte er mit den Cocktails nichts anfangen und hielt sich lieber ans Bier. Aber ich beobachtete, wie er mit Tobias auf dem Sofa angeregt über Lars Clausens Katastrophensoziologie diskutierte. Und sogar einmal aufstand, um zu tanzen, als irgendein Witzbold eine alte CD von Plastic Bertrand auflegte.
Auf Markus achtete ich nicht weiter. Er sah gut aus, war aber mit Karin gekommen, so dass er ohnehin für mich zum Unberührbaren wurde. Außerdem war ja Jülich da. Verdammt, warum lag jetzt nicht Jülich neben mir im Bett? Irgendwann an diesem Abend hatte ich wohl einen Filmriss.
Nackt wie ich war, machte ich mich auf in Richtung Dusche. Ich stapfte träge die Wendeltreppe ins Wohnzimmer hinunter. Dort herrschte das völlige Chaos. Überall standen Gläser und leere Flaschen herum, Chips und randvolle Aschenbecher übersäten den Fußboden. Es war zum Fürchten.
Ich warf einen Blick auf den Tisch mit meinen Geschenken. Ein paar Bücher, ein rotes Dessous von Jülich, lacklederne Handschuhe von Monika, von den anderen ein paar Flaschen Wein und viel mehr oder weniger nützlicher Kleinkram.
Das Wasser tat mir gut. Verschlafen seifte ich mich ein und streichelte eine Weile meine Brüste, um Energie für den Tag zu sammeln. Es dauerte einen Moment, bis meine Nippel wach wurden und sich reckten, aber schließlich belohnten sie mein Bemühen mit einer Lust, die den ganzen Körper füllte und besser war als jeder Kaffee. Ich war auf den Geschmack gekommen. Während meine eine Hand die Brustspitzen massierte, tastete sich die andere hinunter zu meiner Scham, fuhr durch mein Haar und freundete sich mit meiner kleinen Lustperle an, die gleich frech ihr Köpfchen aus dem Häuschen reckte, um sich von mir streicheln zu lassen. Ich stöhnte leise auf. Meine Finger liebkosten meine Lippen, tauchten in den Eingang der Höhle und brachten mich ganz langsam auf Touren. Ich biss mir auf die Lippe, der Druck meiner Finger wurde stärker, bis schließlich eine Welle unaufhaltsamen Glücks vom Zentrum ausgehend durch den ganzen Körper rollte. Das war der richtige Anfang für einen Tag wie diesen.

[Ende der Leseprobe]   Buch auf amazon.de ansehen

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